Red Bull Salzburg

Rapid wird zu Salzburgs Lieblingsgegner

Red Bull Salzburg setzte sich mit einem überzeugenden 4:2-Heimsieg gegen Rapid an der Tabellenspitze ab. Hattrick von Patson Daka.

Die Bullen Patson Daka und Mërgim Berisha hatten ihren Spaß.  SN/apa
Die Bullen Patson Daka und Mërgim Berisha hatten ihren Spaß.

Das Beste, was die österreichische Fußball-Bundesliga zu bieten hat, heißt Red Bull Salzburg gegen Rapid Wien. Es ist ein Duell zweier Fußballwelten, zweier Erzrivalen und zweier Titelanwärter. Nur: In der jüngeren Vergangenheit wurde der Bundesliga-Klassiker zu einer sehr einseitigen Partie. Die Bullen haben nur eines der vergangenen 19 (!) Ligaspiele gegen Rapid verloren (14 Siege, 4 Remis). Die Ausnahme bildet ein 0:2 auswärts am 24. Februar 2019. Das erste Saisonduell im Herbst hatte mit einem leistungsgerechten 1:1 geendet.

Am Sonntag verlängerte Salzburg die stolze Serie gegen den neuen Lieblingsgegner mit einem 4:2-Heimsieg. Der Vorsprung an der Tabellenspitze beträgt damit wieder beruhigende sechs Zähler, ehe die Punkte nach der 22. Runde geteilt werden und so ein neuer Spannungsbogen geschaffen wird.

Völlig ausgewechselt im Vergleich zum mauen Auftritt beim 0:2 in der Europa League gegen Villarreal drückten die Bullen von Beginn an aufs Tempo - und daraus resultierte ein klares Chancenplus. Vor allem Brenden Aaronson, der nur aufgrund Noah Okafors beim Aufwärmen erlittener Adduktorenverletzung in die Startformation gerutscht war, wirbelte im linken Mittelfeld. Der US-amerikanische Neuzugang war es auch, der die Führung der Salzburger einleitete: Nach einem schönen Haken spielte er auf Mërgim Berisha, der wiederum mit Übersicht auf Torschütze Patson Daka ablegte (30.). Das Duell Daka gegen Rapid-Torhüter Richard Strebinger sollte es an diesem Fußballnachmittag noch mehrere Male geben, doch vorerst mit dem besseren Ende für Strebinger, etwa bei einem strammen Schuss von Daka aus rund 20 Metern (43.).

Und doch war die Führung von Red Bull Salzburg auch etwas glücklich: Denn in der 28. Minute zählte das Tor von Rapid-Stürmer Taxi Fountas (zur Halbzeit verletzt out) wegen Abseits nicht. Eine Fehlentscheidung? Selbst mehrere Wiederholungen im TV lösten die vermeintliche Abseitsstellung von Fountas nicht restlos auf, was den verärgerten Rapid-Trainer zum Zitat des Tages hinreißen ließ, als er in Richtung Referee Alexander Harkam giftelte: "Schiri, spielen wir heute mit oder ohne Abseits? Nur dass ich es weiß ..."

An dem Kräfteverhältnis änderte sich auch in der zweiten Spielhälfte nichts. Die Bullen waren in einem offenen Schlagabtausch das gefährlichere Team. Mërgim Berisha traf mit seinem Schussversuch nur die Querlatte (47.). Mehr Erfolg hatte er mit einem sehenswerten Assist für Patson Daka, der in der 64. Minute auf 2:0 erhöhte. Berisha/Daka zum Dritten hieß es auch nur sechs Minuten später beim 3:0, als Berisha abermals assistierte und Daka mit seinem dritten Treffer den Hattrick perfekt machte. In der Nachspielzeit verkürzte der eingewechselte Rapid-Youngster Lion Schuster per Kopf auf 3:1 (91.), doch im Gegenzug stellte Karim Adeyemi auf 4:1 (92.). Den Schlusspunkt setzte Ercan Kara mit seinem Tor zum 4:2-Endstand (94.), aber das war bloß nur noch Ergebniskosmetik.

Meister Red Bull Salzburg bleibt in der Bundesliga im Kalenderjahr 2021 damit weiter ohne Punktverlust, für Titelherausforderer Rapid hingegen setzte es die erste Niederlage im Verlauf der Frühjahrssaison. Auch die nackten Zahlen sind beeindruckend: Daka und Co. erzielten 58 Tore in den ersten 18 Meisterschaftsrunden. Mehr Treffer in diesem Zeitraum gab es in der Bundesliga-Geschichte in Salzburg nur 2019/20 (64 Tore) zu bejubeln.

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