Red Bull Salzburg

UEFA sperrt die Bullen Camara und Koita wegen Dopings für drei Monate

Fußball-Meister Salzburg muss ab sofort für drei Monate auf die wegen Dopings verurteilten Spieler Sekou Koita und Mohamed Camara verzichten. Diese Entscheidung der UEFA-Disziplinarkommission gaben die Salzburger am Donnerstag zwei Stunden vor dem Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Villarreal bekannt. Der europäische Verband erkannte demnach keinen Dopingvorsatz, allerdings sei jeder Spieler persönlich für die Einnahme verbotener Wirkstoffe verantwortlich.

Gesperrt: Sekou Koita und Mohamed Camara. SN/gepa
Gesperrt: Sekou Koita und Mohamed Camara.


Die beiden Teamspieler aus Mali hatten bei einem Länderspieleinsatz ein verbotenes Mittel gegen Höhenkrankheit verabreicht bekommen. Der verantwortliche Teamarzt wurde damals vom malischen Verband umgehend suspendiert.

Stürmer Koita, der Führende der Torschützenliste der Bundesliga (14 Tore), und Mittelfeldspieler Camara verpassen damit fast die gesamte restliche Saison. Die letzte Bundesligarunde (32. Runde) ist am 21. und 22. Mai.


In der Entscheidungsbegründung gegenüber den Spielern führt die UEFA unter anderem an, dass es sich im konkreten Fall zwar um kein vorsätzliches Dopingvergehen handelt, allerdings, so heißt es im Doping-Reglement, sei jeder Spieler persönlich dafür verantwortlich, dass keine verbotenen Wirkstoffe in seinen Körper gelangen, was jedoch nach dem Mali-Länderspiel bei Camara und Koita der Fall war.

Sperre schon seit Mittwoch bekannt

Koita meldete sich via Twitter "traurig" und zugleich "erleichtert" zu Wort, weil die UEFA die Fakten berücksichtigt habe. "Ich ermahne alle Fußballer, speziell die jungen Spieler, extrem sorgfältig darauf zu achten, welche Produkte vom medizinischen Personal der Teams ausgegeben werden." Der 21-Jährige betonte: "Ich habe so viel Respekt vor dem Sport, der mir schon so viel gegeben hat. Ich war und werde immer ein sauberer Athlet sein." Er versprach: "Ich werde im Mai stärker als zuvor zurückkommen."

Vom Urteil erfahren hatten die "Bullen" schon am Vorabend der Partie. Die Verlautbarung erfolgte aus taktischen Gründen erst wesentlich später, um dem spanischen EL-Konkurrenten möglichst wenig Vorbereitungszeit zu geben.

Reiter: "Froh, dass Klarheit herrscht"

Stephan Reiter, Geschäftsführer des FC Red Bull Salzburg, meint dazu: "Wir nehmen diese Entscheidung der UEFA zur Kenntnis, sind aber froh, dass in dieser Causa jetzt Klarheit geschaffen wurde und wir wissen, wie es konkret weitergeht. Für uns bedeutet dies natürlich einen herben sportlichen Verlust. Aber auch wenn wir völlig unverschuldet in diese Situation gekommen sind, trifft uns die Entscheidung nicht unvorbereitet, weil wir den Kader entsprechend ausgerichtet haben."

Aufgerufen am 20.04.2021 um 06:36 auf https://www.sn.at/sport/fussball/red-bull-salzburg/uefa-sperrt-die-bullen-camara-und-koita-wegen-dopings-fuer-drei-monate-99984619

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