Fußball

Sommertransfers in Bundesliga rückläufig - Salzburg gab ab

Die in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zu Ende gegangene Transferzeit könnte in der Fußball-Bundesliga zu einer leichten Verschiebung der Kräfteverhältnisse beigetragen haben. Während der personelle Aderlass bei Meister Red Bull Salzburg immer größer wurde, machte Herausforderer Rapid mit Rekordinvestitionen auf sich aufmerksam.

Sommertransfers in Bundesliga rückläufig - Salzburg gab ab SN/APA/EXPA/JFK
Naby Keita wechselte von Salzburg nach Leipzig.

Insgesamt 75 Zugänge verzeichneten die zehn Clubs in der Sommerübertrittszeit - weniger als in den vergangenen Jahren. Laut Bundesliga-Angaben von Donnerstag liegt man mit der Gesamtzahl rund 20 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Schnitt. 13 Spieler kamen aus den deutschen Profiligen. Dorthin zog es aber auch viele heimische Spieler.

Salzburg verlor nach Spielmacher Naby Keita an RB Leipzig am Mittwochabend kurz vor Transferschluss auch noch den nach einer Leihe von Borussia Mönchengladbach zurückgekehrten Abwehrchef Martin Hinteregger zum FC Augsburg. Die Augsburger zahlten für den 23-Jährigen kolportierte sieben Millionen Euro Ablöse, um den zu Liverpool abgewanderten Esten Ragnar Klavan zu ersetzen.

Hinteregger ist damit nicht nur Augsburgs Rekordeinkauf, sondern auch der zweitteuerste österreichische Fußballer. Nur für Aleksandar Dragovic, seinen Kollegen in der ÖFB-Innenverteidigung, wurde bisher zweimal mehr Geld ausgegeben. Salzburg nahm diesen Sommer laut Medienberichten mehr als 25 Millionen Euro mit Transfers sein, investierte aber nur etwas mehr als zehn Millionen davon wieder - den Großteil davon in den Israeli Munas Dabbur, der bisher nur selten zum Zug gekommen ist.

Trainer Oscar kritisierte zuletzt offen die Ambitionen des Vereins, sprach mit Hinweis auf den bereits vorhandenen Zweitligisten FC Liefering von einer weiteren Ausbildungsmannschaft. "Jetzt haben wir vielleicht zwei Lieferings, Liefering A und Liefering B." Besonders sauer stieß dem Spanier der am Wochenende kurz vor dem Ligaschlager gegen Rapid (0:0) vollzogene Wechsel des Brasilianers Bernardo nach Leipzig auf.

Bei Rapid dagegen herrscht vorerst Ruhe. Die Hütteldorfer investierten mehr als zwei Millionen Euro in den kroatischen Regisseur Ivan Mocinic und noch einmal zwei Millionen in Islands EM-Starter Arnor Ingvi Traustason. So viel hat der Rekordmeister noch nie für einzelne Spieler ausgegeben. Nach der Länderspielpause soll zudem der neu verpflichtete Georgier Giorgi Kvilitaia als Alternative im Sturm zur Verfügung stehen.

Mit kolportierten 3,5 Mio. Euro für Florian Kainz und 1,5 Mio. Euro für den zu Salzburg abgewanderten Stefan Stangl waren auch Rapids Einnahmen beträchtlich. Mit Kainz zu Werder Bremen hat es im Sommer ein 16. in der heimischen Bundesliga ausgebildeter Spieler in eine der fünf großen europäischen Ligen (England, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich) geschafft. Ziel der Bundesliga ist es, bis 2020 25 dort tätige Spieler ausgebildet zu haben.

Das Durchschnittsalter der im Sommer neu angemeldeten Profis ging laut Liga-Angaben im Sommer auf 22,9 Jahre zurück. Aktivster Club war Aufsteiger St. Pölten, der elf Transfers tätigte. Bei Mattersburg dagegen waren es nur deren zwei.

Einen größeren Umbruch vollzog Sturm Graz - vorerst mit Erfolg. Die Steirer stehen nach 6 von 36 Runden an der Tabellenspitze. Ihr Geld verwendeten die Grazer aber nicht, um Spieler aus laufenden Verträgen herauszukaufen. Deni Alar (Rapid), Uros Matic (NAC Breda), Fabian Koch (Austria), Stefan Hierländer (RB Leipzig) oder zum Abschluss am Mittwoch der Ex-ÖFB-Internationale Philipp Zulechner (SC Freiburg) kamen allesamt ablösefrei.

Auch die Wiener Austria war sparsam. Bei Kevin Friesenbichler einigten sich die Violetten mit Benfica Lissabon auf eine Fortsetzung der Leihe. Auch Felipe Pires ist von Hoffenheim nur ausgeliehen. Ablöse zahlte die Austria für Innenverteidiger Petar Filipovic von der SV Ried und den kurz vor Transferschluss verpflichteten Defensiv-Allrounder Abdul Kadiri Mohammed aus Ghana. Mittlerweile haben die Wiener zehn Legionäre im Kader. Um weiterhin am Österreicher-Topf zu partizipieren, müssten künftig regelmäßig vier davon auf die Tribüne.

Quelle: APA

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