Fußball

St. Pöltens Kaderumbruch soll Stimmung in der Kabine heben

Aufsteiger SKN St. Pölten geht mit einem veränderten Gesicht in die Frühjahrssaison. Sechs Neuzugänge stehen sieben Abgängen gegenüber, kein Fußball-Bundesliga-Verein war in diesem Winter auf dem Transfermarkt aktiver.

St. Pöltens sportlicher Leiter Frenkie Schinkels.  SN/APA/HELMUT FOHRINGER
St. Pöltens sportlicher Leiter Frenkie Schinkels.

"Wir haben uns verbessern müssen, um unser großes Ziel, den Klassenerhalt, zu erreichen", sagte St.-Pölten-Sportdirektor Frenkie Schinkels.

Der Veränderungsbedarf lag dabei nicht nur im sportlichen Bereich. "Wir haben viel negative Energie aus der Kabine geholt und viel positive Energie in die Kabine gebracht", erklärte Schinkels. Der Vertragsstreit mit Tomasz Wisio und Daniel Beichler, die handfeste Auseinandersetzung von Daniel Segovia und Alhassane Keita sowie die sportliche Unzufriedenheit von Andreas Dober hätten nicht zur positiven Stimmung beigetragen. "Um das große Ziel zu schaffen, müssen wir eine Einheit sein, da muss jeder an einem Strang ziehen. Die Stimmung in der Kabine ist unheimlich wichtig", sagte Schinkels im APA-Gespräch.

In sportlichen Belangen hatte der bisherige Kader durchaus Bundesliga-Reife, man wolle aber mehr. "Wenn die Meisterschaft jetzt vorbei wäre, wären wir nicht abgestiegen. Wir dürfen aber nicht warten, bis uns wer einholt, sondern müssen uns so verstärken, damit wir jemanden überholen können", erklärte der Sportdirektor. Als Konkurrenten im Abstiegskampf sieht Schinkels die halbe Liga: "Auch die Admira (auf Platz sechs) ist noch nicht durch."

Nicht nur im Kader hat sich in St. Pölten etwas verändert. Im Frühjahr möchte der Meister der vergangenen Saison der Ersten Liga auch taktisch variantenreicher auftreten. In Anlehnung an das Erfolgsmodell von Tabellenführer SCR Altach will Trainer Jochen Fallmann seine Mannschaft in Zukunft gelegentlich auch mit einer Dreier-Abwehrkette spielen lassen.

"Wir können jetzt zwischen verschiedenen Varianten von Spiel zu Spiel umdenken", sagte Schinkels. Das defensive System mit drei Innenverteidigern kommt möglicherweise bereits zum Frühjahrsauftakt am Samstag (18.30 Uhr) bei Meister Red Bull Salzburg zum Einsatz. Entsprechende Vielseitigkeit war auch eine Anforderung an die Neuzugänge. "Wir haben den einen oder anderen Spieler geholt, der in dieses Spielsystem sehr gut hineinpassen würde", sagte der 54-Jährige. Dazu zählt etwa der konterstarke Ex-ÖFB-Teamspieler Ümit Korkmaz, der aus der Türkei in die Bundesliga zurückgekehrt ist.

Obwohl St. Pölten überwiegend Legionäre geholt hat, versuchte Schinkels die Akklimatisierungsphase kurz zu halten. "Ich habe Spieler geholt, die schon in Europa gespielt haben, die die Sprache, die Kultur und die Kälte kennen", sagte der 54-Jährige. Diese Kenntnisse waren auch in der winterlichen Vorbereitung schon vonnöten. Erst am Dienstag dieser Woche konnte die Mannschaft erstmals in diesem Jahr in St. Pölten auf Naturrasen trainieren.

Quelle: APA

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