Fußball

Sturm Graz "legt vor", Rapid muss "liefern"

Tabellenführer Sturm Graz geht am Samstag in der 11. Runde der Fußball-Bundesliga gegen Ried als Favorit ins Heimspiel. Doch die Innviertler sind gefährlich, fügten zuletzt Rapid eine 4:2-Schlappe zu. Für Rapid geht es daher gegen Altach um Wiedergutmachung. Und während Salzburg zum ungeliebten Gastspiel zum WAC muss, könnte sich die Admira mit einem Sieg gegen St. Pölten im Mittelfeld festsetzen.

Sturm Graz "legt vor", Rapid muss "liefern" SN/APA/ERWIN SCHERIAU

In Graz ist man jedenfalls vor Ried gewarnt. Denn die bisher einzige Saisonniederlage Sturms geht auch auf das Konto der "Wikinger". "Ried ist eine Mannschaft, die eine sehr gute Organisation aufweist, extrem schnelle Spieler hat und im Konter sehr gefährlich ist. Mit Ademi und Nutz wurde der Kader auch noch mit sehr guten Spielern verstärkt", erklärte Sturm-Coach Franco Foda. Doch die eigene Brust ist nach zehn Siegen in zwölf Pflichtspielen breit: "Wir spielen zuhause gut und stark und werden bis zur letzten Minute alles abrufen."

Foda wird mit dem Spiel jedenfalls zum Rekordmann. Für ihn wird es das 308. Bundesligaspiel als Trainer der Grazer sein, damit überholt er Franz Lederer, der es mit Mattersburg auf 307 Partien brachte. "Ich identifiziere mich mit diesem Club und bin stolz, so lange bei einem Verein zu sein. Mich kann nichts mehr erschüttern, ich habe alles miterlebt", meinte der 50-Jährige, der 1997 als Aktiver zu den "Blackies" kam und diese schließlich zwischen 2006 und heute nur mit Ausnahme der Zeitspanne zwischen 2012 und 2014 stets betreute.

In Ried zeigt die Formkurve nach dem missglückten Saisonstart mit vier Niederlagen in den ersten fünf Partien seit Ende August klar nach oben. Die Truppe von Christian Benbennek ist nun seit fünf Partien ungeschlagen, holte drei Siege. "Wir sind als Mannschaft gewachsen und jetzt stärker als zu Beginn der Saison", meinte Mittelfeldmann Alberto Prada.

Nach der Pleite in Ried setzt Rapid indes im Heimspiel gegen Altachauf Wiedergutmachung. Die Vorarlberger, in der Tabelle drei Punkte vor den Hütteldorfern Zweite, sollen am Samstag den Frust von Grün-Weiß zu spüren bekommen. "Wir müssen jetzt Ergebnisse liefern", stellte Sportdirektor Andreas Müller unmissverständlich klar. "Wir können mit der Situation nicht zufrieden sein, aber wir können die Ziele jetzt nicht über Bord werfen", sagte Müller, der den Neun-Punkte-Rückstand auf Sturm nicht überwerten wollte.

Für Trainer Mike Büskens lautet ein Teil der Lösung "Zusammenrücken". "Die Mannschaft hat keinen schlechten Charakter. Sondern es geht darum, miteinander noch enger die Sachen zu erleben", betonte Müllers Landsmann, der auf Philipp Schobesberger (Knie) und Altmeister Steffen Hofmann (Adduktoren) verzichten muss. Auch Stürmer Matej Jelic ist noch nicht ganz fit, könnte aber schon in der kommenden Woche "eine Alternative" sein.

Mit seinem Umschaltspiel bereitete Altach den Rapidlern aber schon im ersten Saisonduell Probleme, siegte dank eines Treffers von Patrick Salomon mit 1:0. Was also tun? Offensivmann Thomas Murg hat eine Antwort: "Wir müssen unsere Tugenden bringen. Kratzen, beißen, aber auch den Ball laufen lassen", sagte der 21-Jährige.

Während es für Rapid und Altach um den Kontakt zur Spitze geht, könnte sich die Admira in der elften Runde im Tabellen-Mittelfeld festsetzen. Mit einem Heimsieg am Samstag im NÖ-Derby gegen den SKN St. Pölten würden die Südstädter den neuntplatzierten Aufsteiger schon um neun Punkte hinter sich lassen und könnten in diesem Fall den kommenden Wochen mit einer gewissen Gelassenheit entgegenblicken.

Trainer Oliver Lederer ist sich der Bedeutung der Partie bewusst. "Wir können einen großen Schritt von den St. Pöltnern weg machen und sie unten festnageln. Aber danach kann trotzdem noch viel passieren", sagte der 38-Jährige. Sein Club holte zuletzt zwei Siege in Folge. In der Mannschaft von Karl Daxbacher sieht der Admira-Betreuer einen unangenehmen Gegner - vor allem seit der Umstellung vom geordneten Spielaufbau hin zu langen Bällen auf die Sturmspitzen. Für Daxbachers Team ist als Vorletzter mit nur einem Punkt Vorsprung auf Mattersburg jeder Zähler Goldes wert.

Zählbares braucht auch Meister Salzburg angesichts der Tabellenlage. Das Gastspiel beim WAC am Samstag (16 Uhr) ist eines jener Spiele, die "pflichtgemäß" gewonnen werden sollten. Zwei Wochen nach dem bitteren 0:1 gegen Sturm liegt man sechs Punkte hinter dem Grazer Leader, zudem wird Trainer Oscar Garcia von Personalsorgen sowohl im defensiven als auch offensiven Mittelfeld geplagt. Allerdings war der WAC für die "Bullen" zuletzt ein recht unangenehmer Gegner, der in den jüngsten fünf Duellen immerhin viermal ein 1:1 geholt und zudem von den letzten fünf Heimspielen gegen Salzburg keines verloren hat (drei Siege, zwei Remis).

Ausgerechnet Flügelstürmer Wanderson, der einzige Neue, der bisher "einschlug", fällt mit einer Oberschenkelblessur aus. "Wir haben nicht annähernd so einen Spieler, da gilt es für uns eine Lösung zu finden", meinte Oscar, der wohl ÖFB-Teamkicker Valentino Lazaro an seine Stelle setzen wird. WAC-Coach Heimo Pfeifenberger will sich hingegen nicht um die "Bullen" kümmern: "Wir müssen voll auf uns schauen", betonte der Salzburger, der die vergangenen zwei Wochen nützte, um an vermeintlichen Schwächen zu arbeiten. "Wir müssen zur Zuordnung zurückfinden, das war unser größtes Manko", erklärte der ehemalige ÖFB-Teamkicker, dessen Team zuletzt drei Niederlagen in vier Partien kassierte.

Im Sonntags-Spiel gibt es für die Wiener Austria bei Schlusslicht Mattersburg am Sonntag nur ein Ziel: "Wir wollen und müssen unbedingt gewinnen", sagte Trainer Thorsten Fink, dessen Truppe neun Punkte hinter Leader Sturm, aber nur drei hinter den zweitplatzierten Altachern liegt. Die Erinnerungen an den jüngsten Auftritt im Pappelstadion sind jedenfalls prächtig: Im April siegte man dort 9:0.

Quelle: APA

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