Fußball

Sturm setzte sich mit Zittersieg gegen neun Salzburger ab

Lukas Spendlhofer hat am Sonntagabend in der Kabine von Sturm Graz so richtig für Stimmung gesorgt. Der Verteidiger agierte nach dem 1:0 bei Red Bull Salzburg als DJ und hat Disco-Flair aufkommen lassen. Denn Sturm hat nach zehn Runden der Fußball-Bundesliga sieben Punkten Vorsprung auf den Titelverteidiger. Meisterlich war die Vorstellung gegen die auf neun Mann dezimierten Salzburger aber nicht.

Sturm setzte sich mit Zittersieg gegen neun Salzburger ab SN/APA/DANIEL KRUG
Sturm entführte drei Punkte aus Salzburg.

"Mit dem Ergebnis, mit den drei Punkten, bin ich zufrieden. Ich bin aber extrem verärgert über die letzten 20 Minuten, denn da haben wir Glück gehabt, dass wir den Ausgleich nicht kassiert haben", war Trainer Franco Foda durchaus selbstkritisch. Hee Chan Hwang (74.) und Valon Berisha mit einem Schuss an die Latte (92.) hatten davor Riesenchancen für die aufopfernd kämpfenden Salzburger vergeben.

Auch mit zwei Spielern weniger war kein Unterschied zu erkennen, letztlich durfte sich Foda aber über seinen ersten Sieg in Salzburg freuen. "Schön und gut, aber das Wichtigste ist, dass endlich diese Diskussion aufhört. Denn das ist mir, wenn man das so sagen darf, auf die Eier gegangen", erklärte er.

Sieben Siege und ein Remis haben die Grazer in den vergangenen acht Runde geholt und sich so einen schönen Vorsprung auf die Konkurrenz erarbeitet. Der erste Verfolger Altach liegt sechs Zähler zurück, die beiden Meisterfavoriten Salzburg und Rapid haben bereits sieben bzw. neun Punkte Rückstand. Dennoch verfällt Foda nicht ins Träumen. "Wenn man gesehen hat, welche Qualität Salzburg hat, dann können sie ohne weiters acht, neun Spiele hintereinander gewinnen", will er den Titelverteidiger keineswegs abschreiben.

Foda kann aber auch auf einen Erfolgsgaranten setzen: Trifft Deni Alar, gewinnt Sturm. So war es bisher stets in dieser Bundesliga-Saison und so war es auch am Sonntag. Der 26-jährige erzielte in der 66. Minute nach idealer Flanke von James Jeggo per Kopf den Siegestreffer und machte noch einmal Werbung in eigener Sache. Denn erst am Tag davor war er erstmals in den Kader der ÖFB-Nationalmannschaft einberufen worden. "Vor einigen Monaten, da weiß ich selber nicht, wieviele Minuten ich gespielt habe, und jetzt bin ich bei der Nationalmannschaft. Man sieht, wie schnell es im Fußball gehen kann", meinte Alar.

Der Stürmer war im Sommer von Rapid geholt worden und blüht bei den Schwarz-Weißen so richtig auf. Mit zehn Toren führt er die Torschützenliste an. "Ich weiß es selber nicht, warum es so läuft. Ich denke einfach nicht viel nach", sagte der Steirer, der stets den Teamgeist hervorhebt. "Wir sind ein eingeschworener Haufen. Jeder gibt auf jedem Zentimeter auf dem Platz alles für den anderen", erklärte er. Das Ergebnis: "Vor Beginn der Saison hat uns keiner etwas zugetraut, jetzt sind wir die Gejagten. Wir müssen weiter hart arbeiten, es wird uns sicher nichts geschenkt."

Bei all der Freude, mit der es nun in die Länderspielpause geht, vergaßen die Grazer aber nicht, wieviel Glück sie in Salzburg hatten. "Es war unterm Strich kein gutes Spiel von uns, nach dem Tor war es teilweise sogar schlecht", gestand Alar. "Wir haben sehr hart für diese drei Punkte arbeiten müssen", meinte Jeggo. "Wenn man in einem Lauf ist, geht einfach vieles leichter, dann gewinnt man auch solche Spiele. Sieg ist Sieg, egal wie", sagte Marc Andre Schmerböck, der über den so erfolgreichen Saisonstart meinte: "Letztendlich hat keiner damit gerechnet."

Kapitän Christian Schulz mahnte jedenfalls, beim Blick auf die Tabelle nicht nachlässig zu werden. "Wir dürfen jetzt nicht locker lassen. Wir dürfen nicht den Fehler machen, dass wir vom Gas gehen. Das Problem sehe ich in dieser Mannschaft aber eh nicht, denn wir sind eine extrem leidenschaftliche Truppe. Jeder arbeitet für den anderen und wir sind unglaublich effektiv vor dem Tor", hob der Deutsche die wichtigen Tugenden hervor.

Quelle: APA

Aufgerufen am 18.10.2018 um 03:35 auf https://www.sn.at/sport/fussball/sturm-setzte-sich-mit-zittersieg-gegen-neun-salzburger-ab-1010647

Schlagzeilen