Fußball

Terry wegen Rassismus-Vorwürfen vor Gericht

Neun Monate nach einer verbalen Auseinandersetzung auf dem Spielfeld muss sich Englands Fußball-Nationalspieler John Terry seit Montag wegen Rassismus-Vorwürfen vor Gericht verantworten.

Terry wegen Rassismus-Vorwürfen vor Gericht SN/apa (epa)
Ehemaligem England-Kapitän droht Geldstrafe.

Dem Verteidiger von Champions-League-Sieger Chelsea droht allerdings nur eine Geldstrafe von maximal 2500 Pfund (3139 Euro). Der Prozess am Westminster Magistrates' Court wird bis zu fünf Tage dauern.

Terry soll im Premier-League-Spiel gegen die Queens Park Rangers im Oktober 2011 seinen dunkelhäutigen Gegenspieler Anton Ferdinand rassistisch beleidigt haben. Der 31-Jährige streitet die Vorwürfe ab. Zum Prozessauftakt wurden Videoaufnahmen der mutmaßlichen Beleidigung gezeigt. Terry bestand weiter darauf, er habe auf sarkastische Weise Worte wiederholt, die Ferdinand gesagt habe.

Der Verteidiger hatte unter anderem wegen des Vorfalls im Februar seine Kapitänsbinde in der englischen Nationalmannschaft abgeben müssen. Da dies auf Geheiß des Verbands (FA) erfolgte, erklärte der damalige Teamchef Fabio Capello daraufhin seinen Rücktritt.

Ferdinand erklärte, die Beschimpfungen Terrys hätten ihn "sehr verletzt". Er habe im Eifer des Gefechts erst nicht realisiert, dass Terry auch rassistische Aussagen gemacht habe. Später habe seine Freundin ihm aber ein Video davon beim Internetdienst YouTube gezeigt. Hätte er es bereits auf dem Platz gemerkt, wäre er zum Schiedsrichter gegangen, erklärte der Verteidiger.

Harsche Worte auf dem Platz seien nichts Ungewöhnliches - und auch er habe schon manches gesagt. "Aber wenn jemand deine Hautfarbe mit ins Spiel bringt, ist das eine andere Ebene, und es ist sehr verletzend", sagte Ferdinand. Er selbst hatte Terry auf eine angebliche Affäre mit einer Ex-Freundin von Fußballkollege Wayne Bridge angesprochen. Zunächst hätten sie sich nach dem Spiel kurz ausgesprochen und darauf geeinigt, es seien keine rassistischen Beleidigungen gefallen. Später sah Ferdinand das Video und änderte seine Meinung.

Quelle: Apa/Dpa

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