Fußball

Trainer Stöger kritisiert Umgang beim 1. FC Köln

Trainer Peter Stöger hat mit deutlich spürbarer Enttäuschung die Entwicklung beim deutschen Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln kritisiert und Klarheit über seine Zukunft eingefordert. "Wir haben uns schon von ein paar Werten, die wir in den letzten Jahren gelebt haben, wie zum Beispiel Vertrauen, Respekt und Verantwortung ein Stück weit losgelöst", sagte der Wiener am Donnerstag.

Keine leichten Zeiten für Peter Stöger SN/APA (dpa)/Oliver Berg
Keine leichten Zeiten für Peter Stöger

Der Austausch mit Geschäftsführer Alexander Wehrle sei "außergewöhnlich gut. Aber es ist leider im Moment schwierig, diese Werte beisammen zu halten. Und das geht leider Gottes in alle Bereiche. Da haben wir in der ganzen Besetzung ein bisschen Nachholbedarf".

Das größte Problem derzeit sei die Unsicherheit, monierte der Trainer des Tabellenletzten, der von der Vereinsführung selbst nur eine Jobgarantie für das nächste Spiel beim FC Schalke 04 (Samstag, 15.30 Uhr) bekommen hat. Wochenlang hatte der Verein trotz der beispiellosen Talfahrt mit nur zwei Punkten aus 13 Spielen am Österreicher festgehalten. Vor der vergangenen Woche bekam er eine offizielle Gnadenfrist für zwei Spiele, nun steht er endgültig vor einem Endspiel.

Auf weitere Ultimaten und eine mögliche Entlassung auf Raten hat der 51-Jährige aber keine Lust. "Ich könnte mit jeder Entscheidung leben. Aber es muss eine her", forderte er deshalb: "Das wäre auch für mich wichtig. Aber entscheidend sind die Spieler und der Staff. Dort herrscht richtige Unsicherheit. Diese Ungewissheit ist ein Szenario, das nicht optimal ist." Er habe "das Gefühl, dass wir in einer Situation sind, in der Klarheit das oberste Gebot sein sollte", sagte Stöger: "Es wäre gut, klare Aussagen zu treffen, weil dies Sicherheit gibt. Diese Sicherheit ist derzeit nicht zu fühlen."

Die Unstimmigkeiten mit Fitness-Coach Benjamin Kugel bestätigte Stöger ebenfalls mit deutlichen Worten. "Der Faktor Vertrauen war für mich nicht mehr so gegeben. Deshalb habe ich ihm gesagt, es würde uns beiden gut tun, wenn wir uns in den nächsten Tagen nicht über den Weg laufen. Das war, und das kommt bei mir selten vor, eine Aktion, die im zwischenmenschlichen Bereich angesiedelt ist."

Dass er seine Spieler nach angeblichen Ausflügen ins Kölner Nachtleben künftig kontrollieren werde, bestätigte Stöger nicht. "Es gab ein Zwei-Minuten-Gespräch mit den Jungs. In dem habe ich ihnen klar gemacht, dass in diesen Zeiten alles penibel kontrolliert wird und jeder aufpassen muss", verriet er: "Ich bin jetzt aber nicht nachts unterwegs und schaue, ob bei meinen Spielern das Licht an ist oder jemand an der Theke steht. Dass jemand am Freitag unterwegs ist, wenn am Sonntag ein Spiel ansteht, halte ich weiter für ausgeschlossen."

Den Kampf um Sportchef Horst Heldt hat Köln unterdessen aufgegeben. Wie der Verein am Donnerstag bekanntgab, ist der Manager von Hannover 96 "für die zur Rückrunde zu besetzende Position des Geschäftsführers beim FC keine Option mehr". Heldt hatte trotz eines laufenden Vertrages bei den Niedersachsen einen Wechsel nach Köln zumindest erwogen, 96-Präsident Martin Kind hatte aber sein Veto eingelegt. Aus Respekt vor Hannover 96 habe man zu diesem frühen Zeitpunkt entschieden, "die Gespräche nicht weiter zu verfolgen, um die gegenseitigen Verhältnisse nicht zu beschädigen", sagte Kölns Präsident Werner Spinner.

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