Unterhaus

Die Westliga-Reform findet keine Mehrheit

Während die Verbände aus Tirol und Vorarlberg für eine Veränderung sind, ist der Großteil der Westliga-Clubs gegen eine Reform.

Die geplante Reform spaltet die Regionalliga West.  SN/gepa
Die geplante Reform spaltet die Regionalliga West.

Der Österreichische Fußballbund (ÖFB) entscheidet am kommenden Freitag in Wien über die Zukunft der Fußball-Westliga. Stimmen die neun Landespräsidenten, drei Bundesliga-Vertreter und ÖFB-Präsident Leo Windtner für die Reform, dann ist die Regionalliga West in der derzeitigen Form bereits nach der aktuellen Saison Geschichte. Ab der Spielzeit 2019/20 würde die Hinrunde regional gespielt werden, erst im Frühjahr 2020 würden sich die besten Vereine überregional um den Aufstieg in die 2. Liga duellieren.

Die Verbände von Vorarlberg und Tirol wollen dieses Modell, ohne Zustimmung des Salzburger Fußballverbands, unbedingt in die Tat umsetzen. Doch ist auch die Mehrheit der Westliga-Clubs für eine Reform? Die "Salzburger Nachrichten" haben bei allen 16 Liga-Vereinen nachgefragt und kommen zu einem eindeutigen Ergebnis.

Gegner



Neun Westliga-Clubs sprechen sich ganz klar gegen eine Reform aus. Den Gegnern geht es vor allem um das sportliche Niveau. "Wir haben eine spannende Liga mit einer sehr guten Qualität. Wir hoffen, dass sich nichts ändert", erläutert Anif-Trainer Thomas Hofer. Auch St. Johann, Bischofshofen, Saalfelden, Grödig, Dornbirn, Kitzbühel, Wörgl und Kufstein sind gegen eine Änderung. Eine deutliche Meinung zur ganzen Diskussion hat Kitzbühels Sportlicher Leiter Wolfgang Kals: "Wegen ein paar Euro Fahrtspesen, die wir uns sparen, soll die ganze Liga gekippt werden. Wer in der dritthöchsten Klasse spielen will, der muss halt ein paar Kilometer fahren." Auch zum Thema Zuschauer äußert sich Kals: "Wir hatten gegen Dornbirn 900 Zuschauer, in der Tiroler Liga waren bei manchem Derby nur 200 Fans im Stadion."

Ein Reformgegner ist auch St. Johanns Präsident Josef Klingler, der seit Jahren als Westliga-Klassenobmann tätig ist: "Wir lassen nichts unversucht, um unsere Interessen noch durchzusetzen. Uns ist auch bekannt, dass die Mehrheit der Regionalliga-Vereine gegen eine Reform ist." In Zusammenarbeit mit dem Salzburger Fußballverband hat sich Klingler zuletzt noch einmal schriftlich an den ÖFB gewandt. "Wir wurden von Vorarlberg und Tirol überrumpelt und hoffen, dass es doch noch zu einem Sinneswandel kommt. Die Vereine sind ja für eine Veränderung, aber nicht in dieser Form."

Neutral


Keine klare Meinung zum Thema Reform haben die Altach Amateure. "Uns ist es egal. Wir nehmen es, wie es kommt", erklärt Ex-Profi Alexander Guem, der beim Bundesligisten für die zweite Mannschaft zuständig ist.


Befürworter


Ganz klar in der Minderheit sind die Reformbefürworter. Nur sechs Vereine wünschen sich eine Neuerung. Hohenems, Langenegg, Reichenau und Schwaz geht es vor allem um die Kosten. "Wenn wir regionaler spielen, haben wir nicht nur weniger Fahrtkosten, sondern mit den Derbys auch mehr Einnahmen", erklärt Schwaz-Obmann Bernhard Hollaus.

Aus anderen Gründen sprechen sich die beiden Salzburger Vertreter Seekirchen und Grünau für eine Änderung aus. "Wir spielen jetzt 20 Jahre in diesem Format. Ich finde, es gehört etwas Neues her", sagt Seekirchens Obmann Toni Feldinger, der aber einen anderen Vorschlag hat: "Ich fordere schon seit Jahren vier Regionalligen und Salzburg soll mit Oberösterreich spielen. Vielleicht hat mein Vorschlag ja dieses Mal eine Chance."

Ganz rational geht Grünaus Trainer Franz Aigner an das Thema heran: "Wir sind im Sommer fix davon ausgegangen, dass die Reform kommt, und haben deswegen unseren Kader verjüngt. Sollte die Neuerung jetzt doch nicht kommen, würde ein beinharter Abstiegskampf auf uns warten. Das wollen wir nicht."

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