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Kuchl stürmte ins Spitzenfeld, Nachzügler schöpften Mut

Sie sind quer über die Tabelle der Salzburger Liga verteilt, dennoch zieht der Block der Tennengauer Teams nach 17 Runden ein positives Zwischenfazit, der Tabellenvierte Kuchl ebenso wie Golling und Adnet im Mittelfeld der Tabelle. Und selbst Puch und Union Hallein strotzen im Abstiegskampf vor Zuversicht.

Kuchl (l. Maximilian Kendler) ließ Puch (r. Axel Maucher) Mitte August beim 6:1-Auswärtssieg keine Chance, ist heuer wieder klar die Nr. 1 im Tennengau. SN/sw/fußballimpressionen aus dem unterhaus
Kuchl (l. Maximilian Kendler) ließ Puch (r. Axel Maucher) Mitte August beim 6:1-Auswärtssieg keine Chance, ist heuer wieder klar die Nr. 1 im Tennengau.

Am vergangenen Wochenende haben sich mit den Salzburg-Ligisten auch die letzten Tennengauer Fußballclubs in die Winterpause verabschiedet. Während Kuchl dank eines starken Endspurts beinahe noch das Stockerl erklommen hat, finden sich die anderen vier Vertreter in der unteren Tabellenhälfte wieder. Wirklich unzufrieden zeigt sich aber kein Verein.

Erfolgreicher Endspurt im Herbst

Kuchl kehrt in die Top-4 zurück: Die Kuchler sind zurück im Spitzenfeld. Nach dem elften Platz in der Vorsaison haben sich die Roten Teufel im Herbst wieder in jene Tabellenregion vorgearbeitet, in der man sich schon von 2014 bis 2017 eingenistet hatte. Nur ein Treffer fehlt nach dem abschließenden Last-Minute-Sieg gegen Bramberg auf den punktgleichen Tabellendritten Neumarkt. "Mit dieser jungen Truppe als Vierter zu überwintern ist ein sensationelles Ergebnis", freut sich Kuchls Sportlicher Leiter Christian Seidl.

Neun der zehn Saisonsiege wurden in den letzten zwölf Runden eingefahren. "Die Mannschaft hat sich nach dem durchwachsenen Start wahnsinnig weiterentwickelt. Wir sind viel robuster geworden, das System ist nun stabiler", betont Seidl. Mit der Verpflichtung von Trainer Mario Helmlinger gelang ihm im Sommer ein Goldgriff. "Er ist beinhart, macht ein äußerst professionelles Training und fordert sehr viel. Das taugt den Spielern."

Kuchls Neo-Coach ist es auch, der sich nun um die Kaderplanung kümmert. Dabei gilt es schon im Winter potenzielle Sommerabgänge einzukalkulieren. Matthias Seidl und Co. haben mit neuerlich starken Leistungen die Aufmerksamkeit vieler Vereine erregt. "Bei unseren Spielen sind immer sehr viele Scouts anwesend", weiß Kuchls Sportchef.

Guter Platz trotz kleinem Kader und häufiger Ausfälle

Golling schwankt in ruhigem Fahrwasser: Mit einem 2:1-Heimerfolg über Straßwalchen ist Golling am letzten Abdruck noch an Adnet vorbeigezogen, und steht nun mit 23 Punkte auf Tabellenplatz zehn. "Wir stehen gut da. Vor allem wenn man bedenkt, wie klein unser Kader ist und wie viele Spieler immer wieder ausgefallen sind", betont Trainer Philip Buck, dessen ersatzgeschwächtes Team in der zweiten Herbsthälfte deutlich abgefallen ist, gegen Straßwalchen aber noch einmal alle Kräfte mobilisierte. "Das war ein Sieg des Willens und der Moral. Jeder hat für jeden gekämpft und noch einmal durchgebissen."

Seine Mannschaft präsentierte sich in der Hinserie variabler, aber nicht stabiler. "Die Leistungen waren von vielen Hochs und Tiefs geprägt. Wir waren leider zu inkonstant und haben zu viele Gegentore erhalten. Positiv ist aber, dass wir nach den Kaderveränderungen im Sommer nun ein stärkeres Kollektiv sind. Zum selben Zeitpunkt im Vorjahr hatten wir vier Torschützen, heuer sind es schon zehn."

"Wir haben uns teuer verkauft"

Adnet überrascht in Premierensaison: Ebenfalls im gesicherten Mittelfeld geht Aufsteiger Adnet in die Winterpause. Starke 21 Punkte stehen in der ersten Saison in Salzburgs höchster Spielklasse bislang zu Buche. Als einziger Club konnte man den Liga-Goliath SAK zu Fall bringen. Dass man zuletzt drei Mal ohne vollen Erfolg geblieben und auf den elften Zwischenrang zurückgerutscht ist, trübt die positive Bilanz nicht. "Mit der Punkteausbeute sind wir sehr zufrieden. Wir haben uns teuer verkauft. Ich bin aber auch froh, dass der Herbst jetzt vorbei ist. Uns haben in den letzten Wochen sehr viele Stammspieler gefehlt", erklärt Trainer Eidke Wintersteller.

Ausruhen darf man sich auf neun Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone allerdings nicht. Im Winter könnten einige Mannschaftsstützen abhandenkommen. Udo Oberauer geht aus beruflichen Gründen nach Graz, der Verbleib von Toptorschütze Christian Haipl (Karriereende möglich) und Marc Bautista Angel ist fraglich. Kompensieren wollen die Adneter mögliche Abgänge mit neuen, jungen Spielern. "Und einige Spieler kommen nach Verletzungen wieder retour", hofft Wintersteller.

Die Schießbude der Liga

Pucher Schießbude bleibt zuversichtlich: Eine deutlich schwierigere Saison hatte der zweite Tennengauer Aufsteiger. Die Mannschaft von Trainer Slavisa Mirkovic schlitterte in einige herbe Debakel. Mit 58 Gegentreffern ist Puch die Schießbude der Liga und steht mit 13 Punkten nah an einem Abstiegsplatz. "Die Tabellensituation ist natürlich enttäuschend. Es wären deutlich mehr Punkte möglich gewesen. Man muss aber die Umstände mit den vielen Verletzten sehen. Daher bin ich doch einigermaßen zufrieden", meint Mirkovic.

Den Aufwärtstrend der letzten Runden sieht er auch durch die 1:5-Abfuhr gegen die Austria nicht gestoppt. "Das war ein gutes Spiel von uns. Wir haben absolut mitgehalten. Das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen. Überhaupt waren die letzten vier, fünf Spiele positiv", findet Puchs Trainer, der seine Zuversicht in Sachen Klassenerhalt nicht an Wintertransfers knüpft. "Das Team bleibt in der jetzigen Form zusammen. Die wahren Verstärkungen sind die verletzten Spieler, die wieder fit werden. Wenn alle an Bord sind, brauchen wir keine Neuen." Einzig nach einem Tormann schaut man sich aktiv um.

Zumindest die Rote Laterne hat die Union abgegeben

Union Hallein überwintert auf Abstiegsplatz: Mit nur zwölf Punkten sind die Salinenstädter erneut in den Abstiegskampf verwickelt. Mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen Altenmarkt hat die Union-Elf zwar zumindest noch das Tabellenende verlassen. "Wir haben zu wenig Punkte gesammelt, sind aber noch dran", bleibt der Sportliche Leiter David König optimistisch. Seine Zuversicht nährt die Leistungssteigerung unter Interimstrainer Heinz Vitzkotter, dessen Verbleib ungewiss ist. Der Ex-Schiedsrichter stabilisierte die Defensive, kassierte mit seiner neuen Mannschaft in vier Partien nur vier Gegentore und holte fünf Punkte.

"Seine Handschrift ist schon zu erkennen. Hätten wir immer so gespielt wie gegen Altenmarkt, wären wir nicht nur Vorletzter. Die Mannschaft hat um jeden Millimeter gekämpft. Das war die beste Saisonleistung", meint König, der auch an anderer Front einen Fortschritt erkennt: Der ramponierte Rasen auf dem Union-Sportplatz zwang nicht zum Ausweichen auf die Anlage des Lokalrivalen FC Hallein. "Unser Rasen lebt. Er war zuletzt schon in besserem Zustand als im Sommer."

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