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WM 2018

Diese Elf wäre ein großer Titelfavorit

Ausgemustert, verletzt oder nicht qualifiziert: Von A wie Alaba bis Z wie Zlatan fehlen viele hochkarätige Kicker bei der WM-Endrunde.

Viele Stars fehlen bei der WM in Russland. SN/sn
Viele Stars fehlen bei der WM in Russland.

Tore, Titel und Erfolge - im Vierjahresrhythmus bietet die Weltmeisterschaft auf der größten aller Fußballbühnen ein Schaulaufen der Superstars. Cristiano Ronaldo und Lionel Messi etwa können in Russland ihre Karriere mit dem wichtigsten Titel vollenden. Dennoch ist nicht alles vertreten, was im Weltfußball Rang und Namen hat. Nicht qualifiziert, ausgemustert oder verletzt - dieser Kader hätte das Potenzial zum WM-Coup:

Als vierfacher Weltmeister ist Italien nach dem Play-off-K.-o. gegen Schweden der prominenteste Abwesende. Auch wenn die Azzurri nicht mehr in der Masse über Ausnahmekönner verfügen wie einst, so fehlen bei der Endrunde dennoch Namen, die bereits im Nationaltrikot für große Momente gesorgt haben. Allen voran Gianluigi Buffon. Die Torhüterlegende wäre mit der sechsten Teilnahme zum WM-Rekordspieler avanciert. Er hat in der Elf der WM-Abwesenden ebenso wie die Abwehrrecken Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini seinen Stammplatz. Mario Balotelli oder Daniele De Rossi haben ihren zumindest im Kader.

Dani Alves, trophäenreichster Clubfußballer aller Zeiten, fehlt bei Rekordweltmeister Brasilien wegen einer Verletzung in der Abwehr. Dennoch musterte Nationaltrainer Tite mit Luiz Gustavo und David Luiz zwei gestandene Defensivakteure aus. Von WM-Zuschauer Österreich dürften Linksverteidiger David Alaba und Offensivturbo Marko Arnautovic mit einer WM-Nominierung spekulieren. Von den nicht qualifizierten Nationen schaffen es außer Alaba noch der Niederländer Arjen Robben, der seine Teamkarriere nach dem WM-Aus beendete, die Chilenen Arturo Vidal und Alexis Sanchez und der Waliser Gareth Bale in die SN-WM-Elf der Abwesenden.

Mindestens ebenso bitter ist das Fehlen für andere Topstars, die nicht in der nationalen Auswahl berücksichtigt wurden. Während es bei Deutschland mit Leroy Sane nur einen Härtefall gab, leistet sich Spanien den Luxus, ohne ein namhaftes Quartett nach Russland zu reisen. Javi Martinez, Goalgetter Alvaro Morata, Altstar Cesc Fabregas und Sergi Roberto, die allesamt ihr Geld bei Topclubs verdienen und zum Teil viele große Titel gewonnen haben, sind nicht dabei. "Er hat mich nie angerufen und nichts dazu zu sagen", schimpfte Martinez über Trainer Julen Lopetegui.

Wirbel verursachte, wenig überraschend, die Nichtnominierung von Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic. Der extrovertierte Torjäger hatte seine Teamkarriere beendet, doch als sich seine (Ex-)Kollegen für die Endrunde qualifizierten, brachte er sich wieder ins Spiel. "Wenn Zlatan spielen will, spielt er. Eine WM ohne mich wäre keine WM", sagte Ibrahimovic. Teamchef Janne Andersson sah das anders. Überraschender war das WM-Aus für Radja Nainggolan. Der Belgier war mitverantwortlich für den Höhenflug von Champions-League-Halbfinalist AS Roma. Trainer Roberto Martinez verzichtete aber auf den Mittelfeldstrategen.

Ebenso spielte Mauro Icardi bei Inter Mailand groß auf. Für eine Nominierung in Argentiniens WM-Kader reichten aber auch seine 29 Ligatore nicht. Mit Lionel Messi, Paulo Dybala, Sergio Agüero und Gonzalo Higuain ist die Konkurrenz im Sturm der Südamerikaner einfach zu groß. Einen bemerkenswerten Einschnitt vollzog auch Englands Teammanager Gareth Southgate auf der Torhüterposition. Nach 75 Länderspielen flog Routinier Joe Hart, der die letzten drei großen Turniere als Nummer eins bestritten hatte, aus dem Kader.

Dicke Luft herrschte auch in Frankreich. Neben Karim Benzema, der einst aus disziplinären Gründen aus der Mannschaft flog, sorgte nun Adrien Rabiot für Aufsehen. Didier Deschamps sah den PSG-Mittelfeldspieler in der Rolle eines Ersatzspielers und bekam daraufhin eine wütende Absage per E-Mail. Er stehe als Reservist nicht zur Verfügung und werde auch die Trainingspläne nicht befolgen, teilte Rabiot mit. Zudem fällt Dimitri Payet, bei der EURO 2016 einer der Aufsteiger, aus. Der Mittelfeldspieler von Olympique Marseille verletzte sich im Europa-League-Finale.

Und auch Topstars aus kleineren Nationen sind nicht dabei: Naby Keita (Guinea), Pierre-Emerick Aubameyang (Gabun), Henrikh Mkhitaryan (Armenien) sowie Edin Dzeko und Miralem Pjanic (beide Bosnien-Herzegowina).

Aufgerufen am 11.12.2018 um 11:53 auf https://www.sn.at/sport/fussball/wm-2018/diese-elf-waere-ein-grosser-titelfavorit-29114377

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