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WM 2018

Kolumbien nach Horrorstart konsterniert - Japan im Hoch

Er kam mit bitterer Miene und ging mit hängendem Kopf - James Rodriguez hat mit der kolumbianischen Fußball-Nationalmannschaft einen Horrorstart in die Fußball-WM erlebt. Der Star von Bayern München wurde wegen muskulärer Probleme im Auftaktspiel am Dienstag in Saransk gegen Japan (1:2) nur eingewechselt. Im zweiten Gruppenspiel am Sonntag (20.00 Uhr MESZ) gegen Polen soll es besser laufen.

Blackout bei Carlos Sanchez Moreno SN/APA (AFP)/FILIPPO MONTEFORTE
Blackout bei Carlos Sanchez Moreno

Die favorisierten Kolumbianer verloren wegen eines Handspiels bereits nach drei Minuten Defensivmann Carlos Sanchez. "Die Rote Karte war fatal, das hat uns das Leben sehr schwer gemacht", monierte Teamchef Jose Pekerman. "Auf diese Situation waren wir nicht vorbereitet", ergänzte Stürmerstar Radamel Falcao. Selbst die Einwechslung von James vermochte dem Spiel keine Wende mehr zu geben.

Pekerman verteidigte seine Personalpolitik. "Wir haben nicht erwartet, dass wir so defensiv spielen müssen", erklärte der Argentinier. "James sollte noch einmal Schwung bringen." Bei der WM 2014 war der Offensivmann noch der große Shooting-Star gewesen, holte sich mit sechs Toren sogar den "Goldenen Schuh". Nun gilt es für den 26-Jährigen vor allem, ganz fit zu werden. Nach den Polen geht es für die Kolumbianer zum Abschluss der Gruppenphase noch gegen Senegal.

"Wir können diese erste Niederlage in den nächsten beiden Spielen noch wettmachen", betonte Pekerman. Der Coach bewertete zumindest den Kampfgeist seiner Mannschaft in Unterzahl positiv. "Wir haben eine sehr gute Reaktion gezeigt und den Ausgleich erzielt." Kapitän Falcao sah das ähnlich: "Wir müssen gegen Polen wieder aufstehen und um unser Leben spielen. Wir haben alles gegeben in dem Spiel, die Mannschaft hat Charakter und Stärke gezeigt."

Am Ende jubelten aber die Japaner über einen historischen WM-Sieg - den ersten einer asiatischen Mannschaft gegen ein Team aus Südamerika. Dieser verdrängte in Japan sogar das schwere Erdbeben vom Montag von den Titelseiten. Das Beben der Stärke 6,1 auf der Richterskala hatte im Großraum Osaka fünf Todesopfer und Hunderte Verletzte gefordert. Auch an den Spielern war das Unglück nicht spurlos vorbeigegangen, haben doch einige ihre Familien dort.

Die "blauen Samurai" schafften es, die Stimmung im Land wieder zu heben. Zum dritten Mal nach 2002 und 2010 soll der Sprung ins WM-Achtelfinale gelingen. Chefcoach Akira Nishino trat aber auf die Euphoriebremse. "Wenn wir schon Weltmeister wären, dann würden wir eine Parade durch die Straßen machen. Es ist nur ein Sieg, drei Punkte. Also müssen wir zum nächsten Ort weitergehen und uns unsere Feiern aufsparen", sagte der 65-Jährige, der erst im April den entlassenen Vahid Halilhodzic abgelöst hatte. Bis dahin war Nishino Technischer Direktor des Verbandes gewesen.

Das Vertrauen in den Trainer-Routinier scheint groß. Japan würde sein volles Potenzial noch nicht ganz ausschöpfen, hatte Nishino im Vorfeld des Turniers immer wieder betont. Gegen die Kolumbianer gelang es, aus der Überzahl Kapital zu schlagen. "Wir müssen mit voller Initiative spielen, nicht nur auf die Stärken des Gegners reagieren", erklärte Nishino. "Wenn wir immer defensiv agieren, verringert sich die Chance auf einen Sieg." Das gilt auch für das zweite Gruppenspiel am Sonntag gegen Senegal.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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