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WM 2018

Neymar: Der König ist bereit für Großes

Brasiliens Superstar Neymar gibt seine WM-Generalprobe in Wien gegen Österreich. Das ganze Land hofft, dass ihm der teuerste Fußballer der Welt in Russland den Titel beschert.

Neymar jubelte gegen Kroatien.  SN/GEPA pictures
Neymar jubelte gegen Kroatien.

Der Heilsbringer ist wieder da. Wenn Österreichs Fußball-Nationalmannschaft am Sonntag (16 Uhr, live in ORF eins) im Wiener Ernst-Happel-Stadion auf Brasilien trifft, richten sich alle Blicke auf einen Mann: Neymar da Silva Santos Júnior, teuerster Fußballspieler der Welt und auf dem Weg, sein größtes Ziel zu verwirklichen, den Weltmeistertitel mit der Selecao.

Eines verbindet den 222-Millionen-Mann mit Österreichs Verteidiger Stefan Lainer: Beide haben noch recht frische negative Erinnerungen an Olympique Marseille. Während der heimische Aufsteiger der Saison mit Red Bull Salzburg an den Franzosen unglücklich in der Europa League scheiterte, erlitt Neymar gegen "OM" im März einen Haarriss im Mittelfuß.

Die Verletzung hatte in Brasilien die Wirkung eines Erdbebens: Neymars Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Russland schien in Gefahr. Die Geister von 2014 tauchten wieder auf, als die Selecao im WM-Halbfinale von Rio ohne Neymar mit 1:7 gegen Deutschland untergegangen war. Im Krankenhaus "Mutter Gottes" in Belo Horizonte wurde ein ganzer Flügel für den prominenten Patienten gesperrt. Die Spitals-Mitarbeiter mussten ihre Handys abgeben, damit keine Fotos von Neymar gemacht werden.

Das Comeback nach geglückter Heilung in der Vorwoche gegen Kroatien war eine Erlösung: Neymar traf gleich im ersten Spiel beim 2:0 gegen Kroatien, wie es nur ein ganz Großer kann. Ein Solo auf engstem Raum, bei dem auch Salzburg-Verteidiger Duje Caleta-Car schwindlig gespielt wurde, und ein knallharter Abschluss zum 1:0 unter die Latte. "Wir sind eine große Mannschaft, aber Neymar hat diese Gabe", sagte sein Kapitän und Clubkollege bei Paris Saint-Germain, Thiago Silva danach.

Neymar selbst sah sich erst "bei 80 Prozent" und betont: "Es waren harte drei Monate." Auch wenn sein Teamchef Tite appelliert, nicht alle Verantwortung auf eine Person zu laden ("das wäre unmenschlich"), so lastet doch der Druck auf seinen Schultern, das ganze Land glücklich zu machen. Und es gilt noch eine Mission zu erledigen, denn bei der Kür zum Weltfußballer wechseln einander Lionel Messi und Cristiano Ronaldo bereits seit neun Jahren ab, während Neymar diese Auszeichnung bisher noch nie für sich reklamieren durfte.

Zu Brasiliens Titel Nummer sechs können aber auch andere beitragen wie Willian (Chelsea), Douglas Costa (Juventus) oder Philippe Coutinho (Barcelona). Österreichs Teamchef Franco Foda sagt: "Wir wissen, was uns erwartet - ein absolutes Weltklasse-Team mit großer individueller Klasse." Wie schon gegen die Deutschen forderte er einen selbstbewussten Auftritt, Mut und Entschlossenheit. "Wir haben gezeigt, dass wir auch gegen die Besten bestehen können", meinte Foda. "Jetzt wollen wir am Sonntag noch einmal investieren, noch einmal alles heraushauen, um noch einmal ein gutes Spiel an den Tag zu legen." Es soll nur wenig Veränderungen in der Aufstellung gegenüber der Glanzvorstellung von Klagenfurt geben.

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