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WM 2018

Paris beim Weltmeister-Empfang im Ausnahmezustand

Hunderttausende Franzosen empfingen ihre Fußball-Nationalmannschaft nach dem Titelgewinn am Montag in der Heimat. Kylian Mbappé und Co. fuhren im offenen Bus über die Champs-Elysées.

Frankreichs Weltmeister sind zurück: Nach dem Sieg bei der Fußball-WM ist das französische Fußball-Team in seine Heimat zurückgekehrt. Das Flugzeug mit Trainer Didier Deschamps und den Spielern landete am Montagnachmittag mit Verspätung auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Kapitän Hugo Lloris verließ die Maschine als Erster mit dem WM-Pokal in der Hand.

Für die Fahrt über die Champs-Élysées stiegen die Spieler und Trainer Didier Deschamps in einen offen Doppeldeckerbus um. Am Triumphbogen wurden sie bereits von Massen von Fans erwartet, zahlreiche bengalische Feuer hüllten die Szenerie in dichten Rauch. Die Patrouille de France der Luftwaffe zeichnete die blau-weiß-rote Fahne in den Himmel.

Nach der Fahrt über den berühmten Prachtboulevard stand für Wunderkind Kylian Mbappé und seine Teamkollegen ein Empfang bei Präsident Emmanuel Macron im Élyséepalast auf dem Programm.

Ein Sommermärchen à la française: Hunderttausende feiern am Montag die Nationalmannschaft auf der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées. Der offene Doppeldeckerbus der "Équipe nationale" wird von Polizisten im Laufschritt begleitet. Über dem kilometerlangen Boulevard liegt der Dunst von Rauchfackeln. Menschen schwenken blau-weiß-rote Nationalflaggen, in der ganzen Stadt hupen Autos.

"Paris ist wieder ein Fest", bilanzierte die Zeitung "Libération" schon nach dem 4:2-Sieg gegen Kroatien am Sonntag. An einem großen Hauptstadt-Kino prangt der Spruch "On est les champions" (etwa: "Wir sind die Champions"). "Wir kommen alle ins Paradies, und die Blauen öffnen uns die Tore", jubelt die Zeitung "Le Parisien". "Die Blauen" ("les Bleus") ist der Spitzname des französischen Teams.

Franzosen sind zwar generell nicht verlegen, die Nationalhymne "Marseillaise" anzustimmen. Doch im Weltmeisterschafts-Jubel schwingt auch ein Gefühl der Genugtuung und der Zuversicht mit. Denn das hoch verschuldete Land mit vielen Arbeitslosen und trostlosen Vorstädten machte in den vergangenen Jahren eher durch Pessimismus von sich reden. Die "Grande Nation" schien ein Auslaufmodell zu sein.

Nun ist wieder ein neues Selbstbewusstsein zu spüren - man trägt "bleu-blanc-rouge". Das Sonntagsblatt "Le Journal du Dimanche" hob schon vor dem WM-Sieg "Das Frankreich, das gewinnt" auf seine Titelseite.

Luftwaffen-Eskorte für die Kroaten

Auch die Kroaten haben ihrem Fußball-Nationalteam trotz der 2:4-Niederlage im WM-Finale gegen Frankreich einen begeisterten Empfang bereitet. Auf dem Flughafen in Zagreb wurde die Mannschaft am Montagnachmittag von den Fans mit "Champions, Champions"-Sprechchören begrüßt. Luftwaffen-Jets hatten das aus Russland kommende Flugzeug mit den Kickern nach Erreichen des kroatischen Luftraums eskortiert.

Die Spieler schritten über einen roten Teppich in das Flughafengebäude. Im Zentrum der Hauptstadt strömten Hunderttausende Menschen mit Landesflaggen auf den Straßen und Plätzen zusammen, um die Vizeweltmeister als Helden zu feiern. Die Kroaten hatten mit dem Finaleinzug ihr bisher bestes WM-Abschneiden, den dritten Platz 1998, übertroffen.

Das staatliche Fernsehen hatte die Bevölkerung deshalb aufgerufen, den "historischen Augenblick" zu feiern. Die Eisenbahn bot Tickets zum halben Preis an, damit Fans zum Empfang des Teams in die Hauptstadt reisen konnten. Die Stadtverwaltung von Zagreb hatte angeordnet, dass die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel am Montag gratis war.

Die Nationalspieler fuhren vom Flughafen mit einem offenen Bus zum Ban-Jelacic-Platz. Anschließend empfing Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic die Vizeweltmeister an ihrem Amtssitz und zeichnete sie mit Orden aus.

Quelle: SN

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