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WM 2018

Schwedens Offensive gegen Südkorea vor Bewährungsprobe

Schweden muss am Montag (14.00 Uhr/live ORF eins) im ersten Fußball-WM-Gruppenspiel gegen Südkorea beweisen, auch ohne Zlatan Ibrahimovic über eine schlagkräftige Offensive zu verfügen. Es gilt, aus dem langen Schatten des aus dem Nationalteam zurückgetretenen Stürmerstars zu kommen. Der Verlierer des Duells in Nischni Nowgorod dürfte in Gruppe F bereits schwer in Bedrängnis geraten.

Kapitän Granqvist hat Vertrauen in sein Team SN/APA (AFP)/DIMITAR DILKOFF
Kapitän Granqvist hat Vertrauen in sein Team

Für Schweden ist es der erste WM-Auftritt seit 2006. Damals war im Achtelfinale gegen Gastgeber Deutschland Endstation (0:2). Hinter der Qualität der Angreifer steht ein Fragezeichen, Ibrahimovic will man nach dessen Rücktritt vor zwei Jahren dennoch nicht mehr im Team. Auch ohne den 36-Jährigen wurde im Play-off Favorit Italien eliminiert.

"Ich habe Vertrauen in unser Team und ich spüre, dass wir bereit sind, Großes zu leisten", sagte Schwedens Kapitän Andreas Granqvist. Ihr WM-Auftaktspiel haben die Skandinavier allerdings seit ihrem Finaleinzug bei der Heim-WM 1958 nicht mehr gewonnen. Seither gab es bei den jeweils ersten Turnierauftritten fünf Remis und zwei Niederlagen.

In den vergangenen drei Testspielen gelang den Schweden nicht ein Treffer. Die Offensive um Leipzig-Angreifer Emil Forsberg muss zulegen. Teamchef Janne Andersson legte den Fokus im Training in den vergangenen Tagen auf das Angriffsspiel. "Wir haben in den letzten Spielen nicht viele Varianten gehabt und nicht viel kreiert", erklärte der Chefcoach. "Aber ich hoffe, dass wir es geschafft haben, Fortschritte zu machen."

Prunkstück der Schweden ist ohnehin die Abwehr um Innenverteidiger Victor Lindelöf von Manchester United. Auch Torhüter Robin Olsen wurde nach einem Schlüsselbeinbruch rechtzeitig vor dem Turnier fit. Zwei Monate musste der 28-Jährige vom FC Kopenhagen pausieren. Angebliches Interesse von AS Roma und Champions-League-Finalist Liverpool wollte er nicht kommentieren.

Schon im Play-off gegen Italien (1:0, 0:0) hatten die Schweden kein Gegentor erhalten. Auch für die Südkoreaner könnte es schwierig werden, den Wall zu knacken - zumal der WM-Dauergast in der Vorbereitung ebenfalls nicht zu überzeugen vermochte. In den jüngsten fünf Testspielen gab es lediglich einen Sieg gegen Honduras (2:0). Bei der WM-Generalprobe folgte ein mageres 0:0 gegen Bolivien.

Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Offensivstar Son Heung-min, der in der abgelaufenen Saison mit 18 Pflichtspieltoren für Tottenham glänzte. "Ich fühle mich gut, wenn mich die Leute loben, aber wichtig ist, dass wir es auf dem Platz zeigen", betonte der 25-Jährige. "Ich weiß, dass die Erwartungen vieler Menschen auf mir liegen, also spüre ich auch die Verantwortung."

Mit einem Platz in der Startformation darf als einziger Akteur aus der heimischen Bundesliga auch Salzburgs Hwang Hee-chan rechnen. Der sprintstarke Angreifer soll in der Offensive vor allem Son unterstützen. Gelingt ihm das in Russland gut, könnte es auch mit einem Transfer zu Tottenham klappen. Seine erste WM soll für den 22-Jährigen zum Sprungbrett werden.

Die Geschichte spricht gegen den WM-Vierten von 2002. Von bisher vier Duellen mit Schweden hat Südkorea keines gewonnen. Auch in den vergangenen neun WM-Spielen gelang nur ein Sieg - 2010 gegen Griechenland (2:0). Bei der WM 2014 waren die Koreaner nach nur einem Punkt aus drei Spielen bei der Rückkehr in der Heimat von wütenden Fans mit Zuckerln beworfen worden - zumindest das soll vier Jahre später vermieden werden.

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Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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