Fußball

WM-Quali: ÖFB-Team gegen Moldau unter Druck - drei Punkte Pflicht

Der Druck ist groß. Österreichs Fußball-Nationalteam ist am Freitag (20.45 Uhr) im Heimspiel gegen Moldau fast schon zum Siegen verdammt, will man in der WM-Qualifikation für Russland 2018 noch entscheidend eingreifen. Vier Punkte haben die Österreicher nach vier Spielen in Gruppe D erst auf der Habenseite. Für Teamchef Marcel Koller geht es auch um seine eigene Zukunft.

Die Gedanken daran seien aber weit weg, betonte Koller. "Im Moment ist es so, dass ich mich aufs Spiel konzentriere und nicht denke, was sein könnte, wenn wir das Spiel verlieren", erklärte der Schweizer. Mit seiner Zukunft könne er sich derzeit nicht beschäftigen. "Dafür bin ich auch schon zu lange im Geschäft. Der ganze Fokus liegt auf dem Spiel. Alles andere muss ich auf die Seite schieben."

Kollers Vertrag läuft bis Ende der Qualifikation, bei einer WM-Teilnahme verlängert er sich automatisch bis nach dem Turnier in Russland. Gespräche über eine mögliche Verlängerung hat es bisher nicht gegeben. Seit vier Monaten ist alles auf das Spiel gegen Moldau ausgerichtet. Nach Niederlagen in Serbien (2:3) und gegen Spitzenreiter Irland (0:1) sind drei Punkte gegen den Gruppenletzten fast schon Pflicht.

"Schlussendlich geht es um die drei Punkte", sagte Koller. "Als Trainer kannst du nur diese Gedanken haben, der Mannschaft zu helfen, zu fördern, zu tadeln, um an dem Tag die drei Punkte zu holen, und nichts anderes."

Helfen könnte dabei ein neues Spielsystem. Koller hat Gefallen an einer defensiven Dreierkette gefunden. Ob sie schon gegen die Moldauer zum Einsatz kommt, ließ er vorerst offen. "In der Vorwärtsbewegung hat man mehr Spieler auf dem Platz", bemerkte Koller positiv. "Ein neues System muss man aber immer wieder einmal üben." Diese Woche hatte er dafür nur zwei taktische Trainingseinheiten zur Verfügung.

In einem 3-5-2 statt des bisherigen 4-2-3-1 könnten Goalgetter Marc Janko (28 Tore in 61 Länderspielen) und der formstarke Rückkehrer Guido Burgstaller (sechs Tore in 14 Pflichtspielen für Schalke 04) gemeinsam stürmen. Dass David Alaba statt Janko den gesperrten Julian Baumgartlinger als Kapitän vertritt, wollte Koller nicht als Indiz dafür verstanden wissen, dass der Basel-Angreifer nicht in der Startformation steht. "Das möchte ich im Moment noch offenlassen", sagte der 56-Jährige in seiner Abschluss-Pressekonferenz am Donnerstag.

David Alaba ist gegen Moldau erstmals von Beginn an ÖFB-Kapitän. SN/APA/GEORG HOCHMUTH
David Alaba ist gegen Moldau erstmals von Beginn an ÖFB-Kapitän.

Der frühere ÖFB-Teamspieler Paul Scharner hatte Alaba zuletzt in einem Interview mit dem Wettanbieter "bwin" gar vorgeworfen, im Finish gegen Irland die taktische Vorgabe von Koller ignoriert zu haben, während des Spiels auf die Linksverteidigerposition zu wechseln. "Es stimmt nicht", betonte Koller am Donnerstag. "Paul Scharner war ja nicht dabei."

Grundsätzlich kann der Teamchef wenig mit der heftigen Kritik, die der von ihm 2012 aus dem Team eliminierte Ex-England-Legionär auch an ihm selbst geäußert hat, anfangen. "Er hat gesagt, wir werden uns nie für ein Turnier qualifizieren. Jetzt sucht er wieder etwas Neues. Es ist auch so, dass ihm vielleicht ein bisschen langweilig ist", meinte Koller.

Scharner sehe sich in einer Reihe mit österreichischen Fußball-Größen wie Hans Krankl, Herbert Prohaska oder Toni Polster. Koller nannte in diesem Zusammenhang auch Alaba. Scharner dagegen habe in England den FA-Cup gewonnen, erinnerte der Schweizer an dessen größten Erfolg. "Das ist auch etwas, aber wir sollten das nicht zu wichtig nehmen."

Baumgartlinger wollte Scharners Vorwürfe schon am Mittwoch nicht wirklich kommentieren. "Denn dann machen wir das Thema größer, als es ist, und auch den Paul, und das muss nicht unbedingt sein." Allerdings ging der Leverkusen-Legionär da auch noch davon aus, dass Janko als sein Ersatzkapitän fungieren werde. Mittlerweile ist Alaba zum neuen Chef erhoben worden - auch auf dem Spielfeld.

Bis Donnerstag waren für das Spiel gegen Moldau rund 20.000 Karten verkauft. "Natürlich wäre es angenehmer, wenn das Stadion voll ist", erklärte Teamchef Koller. "Das können wir aber nicht unmittelbar ändern." Sondern nur mittelfristig mit Erfolgen. "Wir wollen unseres dazu beitragen." Sechs Spiele sind in der WM-Qualifikation noch ausständig. Auf die Republik Moldau folgt am 11. Juni der schwere Gang nach Irland.

Quelle: SN, Apa

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