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WM-Quali: Wer sind diese Iren?

Österreichs nächster Gegner in der WM-Qualifikation hat "Kampfsäue" in seinen Reihen und die besten Fans im Rücken. Arnautovic und Co. zeigen großen Respekt vor den Insel-Kickern.

WM-Quali: Wer sind diese Iren? SN/apa (afp)
Jonathan Walters, Teamkollege von Marko Arnautovic bei Stoke City, ist wie die meisten Iren in der englischen Premier League engagiert.

Die grüne Insel der Schafe, der rothaarigen Erzkatholiken, der gastfreundlichen Menschen, die ihren Feierabend stets bei einem oder gern mehreren Guinness im Pub verbringen. So ähnlich charakterisiert der Kontinentaleuropäer Irland und seine Einwohner. Abgesehen von den (auch oft widerlegten) nationalen Stereotypen haben sich der Fußball und die Nationalmannschaft einen Namen gemacht. Österreichs nächster Gegner in der WM-Qualifikation wird wohl auch am Samstag (18 Uhr) im Wiener Happel-Stadion auf seine Tugenden bauen.

Von großen Triumphen waren die Iren bisher wie die Österreicher freilich weit entfernt, ihre stimmgewaltigen und kreativen Fans haben sich dafür bei diversen Endrunden, zuletzt bei der EURO in Frankreich, als titelreif präsentiert. So darf sich der EM-Achtelfinalist auch am Samstag zahlreicher Unterstützung auf den Rängen sicher sein. Doch irischer Fußball ist weit mehr als Party-Fußball.

"Der ist kein Mensch mehr, eine Maschine"

Im Gegenteil, auf dem Rasen ist die Mannschaft von Martin O'Neill ein unangenehmer Gegner, oder wie es ÖFB-Teamspieler Martin Harnik formuliert: "Ich würde drei Mal lieber gegen Ibrahimovic spielen als gegen solche Kampfsäue wie die Iren." Was freilich nicht abwertend, sondern respektvoll gemeint ist. "Die Iren stehen für Leidenschaft, Zweikampfstärke und Kompromisslosigkeit." Und Harnik bekommt in seiner Einschätzung Rückendeckung von Marko Arnautovic. Der England-Legionär spricht von seinen Team kollegen bei Stoke City nur in den höchsten Tönen. "Der ist kein Mensch mehr, der ist eine Maschine", sagt "Arnie" über den lauf- und kampfstarken Flügelspieler Jonathan Walters. Mittelfeldmann Glenn Whelan wird von Arnautovic als "kompakter Spieler" bezeichnet, der "weiß, wie man draufhaut und die Bälle verteilt".

Wie Walters und Whelan verdienen die meisten Spieler ihr Geld in der englischen Premier League. Neben dem Stoke-Duo zählen Manchester Uniteds Ex-Spieler John O'Shea (Sunderland) sowie James McCarthy (Everton) zu den bekanntesten Namen. Ganz verzichten auf die ganz großen Namen müssen Fußballfans am Samstag aber nicht, denn mit Roy Keane wird eine irische Legende als Co-Trainer fungieren. Keane brachte es von 1993 bis 2005 auf 326 Spiele für Manchester United und ist immer noch das Gesicht der "Boys in Green".

Es wartet ein grüner Abwehrriegel

Die Premier League bestimmt also den großen Fußball in Irland. Bleibt neben dem Nationalsport Rugby noch Zeit für heimischen Fußball, dann besucht man die Airtricity League, Irlands höchste Liga. Dort ist bei Derry City mit Lukas Schubert ein Salzburger engagiert. Der Ex-Grödiger berichtet: "Die meisten sind Halbprofis, aber es wird mehr trainiert als in Österreich, körperbetonter und schnell nach vorn gespielt."

ÖFB-Teamchef Marcel Koller wird sein Team auf einen sehr defensiven Gegner einstellen. Aufgrund der Tabellensituation - Irland liegt nach vier Spielen drei Punkte vor Österreich - könnten die Iren schon mit einem Punkt zufrieden sein. "Wenn sie das erreichen, werden sie jubeln wie über einen Sieg", vermutet Schubert und ergänzt: "Wenn jeder österreichischer Teamspieler mit der gleichen Einstellung wie jeder Ire in die Partie geht, wird Österreich gewinnen."

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