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"Akt Toni Sailer": Was geschah 1974 in Zakopane?

Österreichs Jahrhundertsportler Toni Sailer ist gut acht Jahre nach seinem Tod mit einer Affäre aus dem Jahr 1974 in den medialen Mittelpunkt gerückt.

Sailer verstarb im Jahr 2009 SN/APA (AFP)/JOE KLAMAR
Sailer verstarb im Jahr 2009

Die Tageszeitung "Der Standard" sowie die Online-Medien dossier.at und oe1.orf.at berichteten am Mittwoch von einem "Akt Toni Sailer". Demnach soll Sailer vor 44 Jahren in Zakopane eine Polin verletzt haben.

Sailer, damals ÖSV-Sportdirektor und als solcher beim Alpin-Weltcup in Zakopane, soll von einer polnischen Prostituierten der Vergewaltigung bezichtigt worden und von der Polizei festgenommen worden sein. Nach Intervention der österreichischen Regierung beim damals zum Ostblock gehörenden Polen soll der Vorwurf von Notzucht auf Körperverletzung heruntergestuft und schließlich das Verfahren eingestellt worden sein. Sailer habe die Vorwürfe stets zurückgewiesen und behauptet, dass ihm eine Falle gestellt worden sei, berichtete der "Standard".

Die Kitzbüheler Skilegende hat mit drei Olympiasiegen 1956 in Cortina d'Ampezzo und insgesamt sieben Weltmeister-Titeln Ski-Geschichte geschrieben und war 1999 zu Österreichs Jahrhundertsportler gewählt worden. Sailer erlag am 24. August 2009 im Alter von 73 Jahren einem Krebsleiden.

Hahnenkammrennen-Vermarkter Harti Weirather übte unterdessen Kritik an den Berichten. "Dass man jetzt die Hahnenkammrennen und diese Bühne hier missbraucht, finde ich nicht okay", sagte der Abfahrtweltmeister von 1982 im Gespräch mit der APA. Er finde es einfach nicht in Ordnung, dass man "genau zu diesem Termin irgendeine Story ausgräbt - noch dazu über einen Menschen, der nicht mehr lebt", so Weirather. Hier werde medial "sicher überzogen", erklärte der Tiroler.

Zu den sonstigen in jüngster Vergangenheit aufgetauchten Vorwürfen der sexuellen Belästigung bzw. des sexuellen Missbrauchs im Umfeld des Skisports, meinte Weirather, dass man dies nun "professionell aufarbeiten" müsse. "Und das passiert auch", zeigte er sich überzeugt. Weirather hatte einst selbst die in diesem Zusammenhang in die Schlagzeilen geratene, ehemalige Skihauptschule Neustift sowie das Skigymnasium Stams besucht. In Neustift sei das immer wieder Thema gewesen, denn schließlich seien diesbezügliche Vorwürfe schon "vor vielen Jahren medial hochgekocht". Insofern sei dies nun "nichts Neues", so Weirather.

Quelle: APA

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