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Am Mittwoch beginnen die Paralympischen Spiele in Rio

Medaillenchancen bei den Paralympics in Rio de Janeiro haben unter anderem die Salzburger Athleten Günther Matzinger und Thomas Geierspichler.

Am Mittwoch beginnen die Paralympischen Spiele in Rio SN/gepa pictures/harald steiner
Die Salzburger Athleten Günther Matzinger und Thomas Geierspichler haben sich qualifiziert (Archivbild).

Im berühmten Maracana-Stadion von Rio de Janeiro werden Mittwochabend (Ortszeit) die Paralympics, die Weltspiele der Behindertensportler, eröffnet. Gemessen an Teilnehmern und Anzahl der Entscheidungen sind die Paralympics bis zum 18. September das zweitgrößte Sportereignis der Welt. Aus Österreich gehen insgesamt 27 Sportlerinnen und Sportler an den Start. Insgesamt sind Athleten aus 176 Nationen beteiligt.

Aus Salzburger Sicht heißt es Daumen drücken für zwei Vorzeige-Athleten: Günther Matzinger und Thomas Geierspichler.

Der Leichtathlet Güntzer Matzinger feierte bei den Paralympics in London 2012 zwei Triumphe und holte Gold über 400 und 800 Meter. Heuer wird er freilich nicht mehr zwei Goldene holen können - das Paralympische Kometee hat den 800-Meter-Bewerb gestrichen.

Der zweite Salzburger Paralympics-Teilnehmer ist der Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler. Für ihn wird es der letzte große Auftritt auf der internationelen Sportbühne sein. In Rio de Janeiro startet er über 100, 400 und 1500 Meter.

Als fünffacher Weltmeister, sechsfacher Europameister, zweifacher Paralympicssieger und Inhaber des prestigeträchtigen Marathon-Weltrekords braucht er freilich niemandem mehr etwas zu beweisen.

Insgesamt werden 4350 Athleten in Rio de Janeiro erwartet. Wichtige Fragen und Antworten rund um die 15. Paralympics gibt es hier:

Wie viele Entscheidungen gibt es in welchen Sportarten?
Bei den Paralympics fallen 528 Entscheidungen in 23 Sportarten (bei den Olympischen Spielen 306/28): Bogenschießen, Leichtathletik, Boccia, Kanu, Straßenradsport, Bahnradsport, Reiten, 5er Fußball, 7er Fußball, Goalball, Judo, Gewichtheben, Rudern, Segeln, Schießen, Sitzvolleyball, Schwimmen, Tischtennis, Triathlon, Rollstuhl-Basketball, Rollstuhl-Fechten, Rollstuhl-Rugby, Rollstuhl-Tennis. Neu sind Kanu und Triathlon.

Warum gibt es so viele Bewerbe?

Aufgrund der unterschiedlichen Behinderungen der Sportler werden in zahlreichen Disziplinen mehrere Finals und die entsprechenden Vorkämpfe ausgetragen. Während zum Beispiel bei den Olympischen Spielen nur ein Männer-Endlauf über 100 Meter mit Sieger Usain Bolt über die Bühne ging, sind es bei den Paralympics 16 100-Meter-Finals.

Welche sportlichen Behinderungsarten gibt es?

Insgesamt gibt es im paralympischen Sport zehn Behinderungsarten: 1. Beeinträchtigungen der Muskelleistung, 2. Beeinträchtigungen der Beweglichkeit, 3. Amputation oder Fehlbildung von Gliedmaßen, 4. unterschiedliche Beinlängen, 5. Kleinwuchs, 6. Beeinträchtigung durch erhöhte Spannung der Muskulatur und die reduzierte Fähigkeit, einen Muskel zu strecken, 7. neurologisch bedingte Störungen der muskulären Bewegungskoordination, auch wenn keine Lähmung vorliegt, 8. Athetose (z.B. unwillkürliche, unkontrollierte Muskelbewegungen), 9. Sehbehinderung, 10. intellektuelle Beeinträchtigungen.

Was ist die Klassifizierung?

Grob gesagt: Wie zum Beispiel in Kampfsportarten mit ihren verschiedenen Gewichtsklassen wird auch im Behindertensport geschaut, wer gegeneinander antreten kann, ohne große Nachteile zu haben. Die Klassifizierung ist aber dennoch ein umstrittenes Thema, da die Behinderungen zu unterschiedlich sind. Im Laufe der vergangenen Jahre wurden immer mehr Startklassen zusammengelegt, um das Wettkampfprogramm übersichtlicher zu machen. Waren es 2000 in Sydney noch 550 Entscheidungen in 18 Sportarten, sind es nun 528 Entscheidungen in 23 Sportarten.

Welche Besonderheiten gibt es?

Die Paralympics finden ohne russische Sportler statt. Grund dafür sind die Verwicklungen in das staatliche Doping-System, das der unabhängige Ermittler Richard McLaren in seinem Bericht für die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) aufgedeckt hat. Offiziell ist die Mitgliedschaft des Nationalen Paralympics Komitees von Russland im Internationalen Paralympics Komitee (IPC) ausgesetzt. Die Suspendierung erfolgte, weil die Russen nicht die Anforderungen des Anti-Doping-Codes erfüllen.

Quelle: SN

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