Mixed

Anti-Doping-Experten analysieren Kasachen-Funde

Die Analyse der am Mittwochabend bei einer Polizeirazzia im Hotel des kasachischen Biathlonteams in Tirol sichergestellten Arzneimittel und Medizinprodukte dauert an. Experten des Doping-Referates im Bundeskriminalamt werten die verdächtigen Materialien mit Unterstützung eines gerichtlich beeideten Sachverständigen aus.

Polizeisprecher Kriegs-Au bei der Pressekonferenz.  SN/APA (AFP)/FRANCK FIFE
Polizeisprecher Kriegs-Au bei der Pressekonferenz.

"Wir sind dabei, die Sicherstellungen zu identifizieren. Die Etiketten werden übersetzt und die Inhalte der Medizinprodukte werden von einem gerichtlich beeideten Sachverständigen analysiert", sagte Bundeskriminalamtssprecher Vincenz Kriegs-Au am Samstag auf APA-Anfrage. Das werde mit Sicherheit noch ein paar Tage dauern.

Die Polizei prüft, ob die Kasachen gegen das Anti-Doping-Bundesgesetz verstoßen haben und ob der Tatbestand des Sportbetrugs nach dem Strafgesetzbuch erfüllt ist. Für die Sportler und ihr Betreuungspersonal gilt die Unschuldsvermutung. Der Generalsekretär des kasachischen Biathlon-Verbandes, Manas Ussenow, hatte erklärte, dass es für alle Medikamente eine genaue Dokumentation gebe. "Wir sind nicht beunruhigt", versicherte Ussenow.

Die polizeilichen Ermittlungen führt das Referat Doping, Wettbetrug und Arzneimittelfälschung. Die Beamten der früheren Soko Doping, die auch Mobiltelefone sicherstellten und intensive Befragungen durchführten, arbeiten eng mit der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) und dem Biathlon-Weltverband (IBU) zusammen.

Die Polizei ist tätig geworden, nachdem im Jänner von einem Tankwart in Osttirol die Entsorgung eines Kartons mit verdächtigen Medizinprodukten und Aufzeichnungen der Kasachen beobachtet worden war.

Die NADA war damals bereits kontaktiert worden, um die Medikamente, Infusionen, Ampullen und handschriftlichen Aufzeichnungen auf doping-verdächtige Aspekte hin zu begutachten. Dies passiere nun auch mit den diese Woche beschlagnahmten Materialien, hieß es von der NADA. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Anschließend an die Razzia mit 30 Polizeibeamten im Hotel in Waidring hatte die NADA bei allen kasachischen Teammitgliedern Blut- und Urintests vorgenommen. Diese Proben werden derzeit im WADA-akkreditierten Labor in Seibersdorf untersucht. Auch das dürfte zumindest noch einige Tage dauern, war zu erfahren.

Sollte eine Dopingprobe positiv ausfallen, würde die IBU den betroffenen Athleten suspendieren und ein sportrechtliches Disziplinarverfahren einleiten. Auch die eindeutige Identifizierung von Dopingprodukten unter dem beschlagnahmten Material würde wohl sofort zu Maßnahmen der IBU führen.

Quelle: APA

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