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Audi Talk: Wie geht es nach Corona mit Events weiter?

Nur langsam kommt der Veranstaltungsbetrieb nach der Coronakrise wieder in Gang. Events müssen mit wenigen Zuschauern oder ganz ohne sie auskommen. Beim 2. Audi Talk sprachen Experten aus Sport und Kultur darüber, wie es für die Szene weitergeht.

Wann gibt es wieder Events mit mehr Publikum? SN/AP
Wann gibt es wieder Events mit mehr Publikum?

"Rethinking Events" lautete das Thema im futuristischen Ambiente. Darüber diskutierten der kaufmännische Geschäftsführer von FC Red Bull Salzburg, Stephan Reiter, Philipp Radel, CEO der Sportmarketing Agentur Weirather - Wenzel & Partner GmbH (WWP), Herwig Straka, Geschäftsführer der e|motion group und Manager von Dominic Thiem, der ehemalige FIS-Athletensprecher und Ski-Weltmeister Hannes Reichelt sowie die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler (per Zuschaltung).

Einig waren sich alle Beteiligten: Zuschauer gehörten dazu und sollen so bald wie möglich wieder zurückkehren können. Herwig Straka sagte auch mit Blick auf die Einnahmenstruktur: "Tennis ohne Zuschauer ist eine Katastrophe." Das Turnier in Wien im Herbst sollte stattfinden können. Ein Risiko bleibe: "Gegen Corona kann man sich nicht versichern. Wir arbeiten aber zusammen mit der Bundesregierung an einem Schutzschirm, dass sich Veranstalter etwas absichern können."

Stephan Reiter meinte: "Geisterspiele waren in dieser Situation unter allen schlechten Möglichkeiten die beste." Trotz der steigenden Bedeutung von TV-Einnahmen sei das Publikum weiter ein wichtiger Faktor: "Das ist eine fundamentale Säule bei den Einnahmen. Auch bei Red Bull Salzburg sind das 10 Millionen Zuschauereinnahmen in einer guten Saison."

Philipp Radel betonte, welch wichtige Rolle der Sport spielt: "Während der Coronazeit waren die Menschen fast schon entwöhnt. Es gab eine Stimmung ,Wozu brauch' ma den Sport'". Deshalb war es wichtig, dass vor allem der Fußball in Deutschland vorangegangen und zurückgekehrt ist. Denn Sport ist enorm wichtig für die Gesellschaft." Er hoffe aber auch, dass die Zeit von zuschauerlosen Events bald vorbei sei: "Skisport ist ein guter Fernsehsport, aber auch einer, wo sich Menschen vor Ort begeistern können." Er erinnerte in diesem Zusammenhang an den Sieg von Hannes Reichelt in Kitzbühel 2014: "Diesen Moment gibt's nur einmal, und das Erlebnis an Ort und Stelle ist ein unvergleichliches."

Helga Rabl-Stadler, die Salzburger Festspiele im Jubiläumsjahr 2020 in abgespeckter Form gerettet hat, meinte: "Ich sehne mich nach Normalität und nicht nach neuer Normalität. In diesem Jahr gilt aber Vorrang für Gesundheit." Daher gebe es beispielsweise keine Pausen und verkürzte Aufführungen: "Wir setzen ein Zeichen für die Kraft der Kunst."
Einen Querpass vom Sport zur Kultur hat Stephan Reiter schon gespielt: "Wir haben unser Präventionskonzept mit den Festspielen geteilt. Die Leitung der Festspiele war auch beim ersten Geisterspiel von uns eingeladen."

Hannes Reichelt beurteilt die Chance auf eine WM in Cortina (die Veranstalter überlegen eine Verschiebung auf 2022) im kommenden Winter positiv: "Ich sehe das zuversichtlich und halte es aus sportlicher Sicht für möglich." Die mögliche Aussicht auf Rennen ohne Zuschauer kommentierte er mit Ironie: "Manche Schauplätze wie Lake Louise sind auch jetzt schon fast wie Geisterrennen..."

Der Talk zum Nachschauen:

Der Nachschlag folgt mit "Rethinking Mobility" Ende Juli.

Quelle: SN

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