Mixed

Beachvolleyballerinnen im Burkini

Die strikten Bekleidungsvorschriften beim Beachvolleyball wurden abgeschafft. In Rio treten Spielerinnen auch im Burkini an.

Auf den ersten Blick sieht es ungewohnt aus: Beachvolleyballerinnen, die im Burkini den Ball baggern und schmettern. Die Ägypterinnen Doaa Elghobashy und Nada Meawad zogen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro am Sonntag die Blicke auf sich, als sie in ihren türkisgrün-schwarzen Burkinis gegen ihre deutschen Konkurrentinnen antraten.

Möglich ist das Bedecken von Armen, Beinen, Oberkörper und Kopf erst seit ein paar Jahren. Bis 2012 galten strenge Vorschriften, die vorsahen, dass beim Beachvolleyball möglichst viel Haut zu sehen ist.

Die Regeln des Weltverbands:

Mittlerweile nimmt man auch auf die religiösen Gewohnheiten Rücksicht. Grundsätzlich sehen die internationalen Beachvolleyball-Regeln des Volleyball-Weltverbands (FIVB) vor, dass die Spielerkleidung aus kurzer Hose oder Badeanzug besteht. "Ein Trikot oder Trägershirt ist zugelassen, es sei denn, die Turniervorschriften legen etwas anderes fest." Das Tragen einer Kopfbedeckung ist erlaubt. Die Spieler müssen barfuß spielen. Der erste Schiedsrichter kann jedoch einem oder mehreren Spielern gestatten, mit Socken und/oder Schuhen zu spielen.

Lange Hosen bei Kälte

Für Österreich legt der Österreichische Volleyball-Verband die Regeln fest. Demnach soll die Kleidung vor allem einheitlich sein. Wenn der Veranstalter keine Shirts zur Verfügung stellt, dürfen die Herren mit freiem Oberkörper spielen. Ansonsten sehen die Vorschriften bei den Herren vor: Kurze Hosen, die maximal bis zehn Zentimeter oberhalb der Knie reichen sowie ärmellose Shirts.

Bei den Damen gilt: Bikini-Hosen, die an der Seite maximal sieben Zentimeter breit sind oder kurze Hosen, die bis maximal drei Zentimeter oberhalb der Knie reichen. Möglich ist auch das Tragen eines einteiligen Badeanzugs oder von Tops bzw. Shirts mit oder ohne Ärmel. Bei niedrigen Temperaturen ist auch das Tragen langer Hosen möglich.

Burkini in Österreich kein Thema

Wichtig sei ihm, dass die Spielerinnen und Spieler einheitlich angezogen seien, sagt Andreas Strauß, Landestrainer beim Salzburger Volleyballverband. Das Tragen von Ganzkörperbekleidung sei in Österreich bisher beim Beachvolleyball kein Thema gewesen, sagt Strauß. Die Spielerinnen und Spieler bevorzugen ohnehin sommerliche Kleidung. "Und die Muslime, die bei uns Sport betreiben, sind soundso offener. Die ziehen sich genauso an wie die österreichischen Mädels."

Aufgerufen am 20.09.2018 um 08:58 auf https://www.sn.at/sport/mixed/beachvolleyballerinnen-im-burkini-1178350

Schlagzeilen