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"Begrünung geht auf allen Dächern"

Conrad Amber. SN/sw/d.mathis
Conrad Amber.

Über die Fotografie kam der ehemalige Unternehmer Conrad Amber zu seiner Leidenschaft für Bäume. Inzwischen folgt er seiner Berufung, gilt als Experte für Begrünungsprojekte und tourt als Berater und Vortragender durch das deutschsprachige Europa. 2017 erschien sein zweites Buch "Bäume auf die Dächer, Wälder in die Stadt". Infos: www.conradamber.com


Redaktion: Herr Amber, Sie tre- ten für mehr Grün gegen die Hitze in den Städten ein, warum?
Conrad Amber: Weil es die billigste und simpelste Lösung ist, alles andere kostet vergleichsweise sehr viel mehr. Je mehr Grün in einer Stadt vorhanden ist, desto weniger können sich Beton und Asphalt aufheizen, CO2 und Feinstaubbelastung sinken und somit auch Gesundheitsrisiken.

Stellt der heurige Sommer eine Ausnahmesituation dar?
Nein. Es ist auch kein Zufall, dass die zehn heißesten Sommer seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen in den letzten 16 Jahren vorkamen. Mit derartigen Phänomenen werden wir künftig immer wieder rechnen müssen.


Warum wird es gerade in der Stadt so heiß?
Es sind extrem viele Flächen durch Asphalt und Beton versiegelt. Oft aus banalen Gründen, denn es wird mit Sauberkeit, Sicherheit, der leichteren Schneeräumung oder auch mit wirtschaftlichen Gründen argumentiert. Da könnte die Stadt viel tun im Interesse der Bürger. Denn es geht um das Wohlergehen derer, die in der Stadt leben und auch da leben wollen.

Soll oder muss die Politik eingreifen?
Die Politik reagiert meist zu spät, aber sie muss. Ich richte meinen Appell auch an vernunftbegabte Menschen mit Verantwortungsgefühl, an Vereinigungen und Initiativen, um Maßnahmen zu ergreifen. Wir müssen umdenken und uns anpassen. Ein Beispiel: Aus historischen Gründen und wegen des Denkmalschutzes wird beharrt, dass große Plätze so bleiben, wie einst geplant. Gepflastert und ohne Bäume, weil man sie zum Exerzieren brauchte. Was nützt uns das heutzutage, wenn der Platz sich auf 70 Grad erhitzt? Das muss man in einem größeren Zusammenhang sehen.

Welche Möglichkeiten zur Begrünung sind sinnvoll?
Es gibt gute Beispiele, z. B. in Freiburg, Deutschland. In den Gassen der Altstadt stehen alle paar Meter Pflanzkübel, wo Pflanzen an den Wänden hoch- und oben über die Gasse drüberwachsen. So wird ein lockeres grünes Dach geschaffen, das blüht und im Sommer kühlt. Die Freiburger haben sich dafür entschieden, auch mit den Nachteilen, etwa durch herabfallendes Laub, zu leben. Stadtbäume sind extrem wichtig, die können auch auf engen Plätzen gepflanzt werden. Überdies gibt es mobile Pflanztröge mit Bäumen, die auch sechs bis zehn Meter hoch werden und Kronen mit bis zu zehn Metern erreichen.

Helfen begrünte Dächer?
Auf jeden Fall. Ich bin der Meinung, alle Flachdächer und Dächer mit einer Neigung bis zu 40 Grad - auch auf historischen Gebäuden - lassen sich in der minimalsten Variante begrünen. Da gibt es kaum statische Probleme und es bedeutet wenig Aufwand. Eine höhere Aufschüttung mit dichterem Bewuchs ist noch bei zwei Dritteln aller Gebäude möglich.

Aufgerufen am 16.12.2018 um 12:33 auf https://www.sn.at/sport/mixed/begruenung-geht-auf-allen-daechern-38534158

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