Sport

Bundesregierung will Geisterspiele in der Fußballbundesliga ermöglichen

Sportminister Werner Kogler (Grüne) hat am Mittwoch in einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass verschiedene Sportstätten ab 1. Mai für den Breitensport wieder geöffnet werden sollen. Als Beispiele nannte er Leichtathletik-Anlagen, Tennisplätze, Golfplätze sowie Pferdesport- und Schießanlagen. Und er gab grünes Licht für den Profi-Fußball.

Vizekanzler Werner Kogler (l./Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch, 15. April 2020, während einer Pressekonferenz zum Thema "Aktuelles im Bereich Hochleistungs- und Freizeitsport" in Wien.  SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Vizekanzler Werner Kogler (l./Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch, 15. April 2020, während einer Pressekonferenz zum Thema "Aktuelles im Bereich Hochleistungs- und Freizeitsport" in Wien.

Kogler sagte: "Exakt ein Monat nach Verhängung eines teilweise Shutdowns können wir weitere Lockerungen verkünden." Sportliche Bewegung war ja auch in den vergangenen vier Wochen möglich. Weitere Öffnungen soll es nun ab 1. Mai geben.

Jetzt geht es um sportliche Betätigungen ohne Zuschauer (das gelte aber auch für Veranstaltungen aller Art), sagte Kogler sowie um Sportarten etwa ohne direkte Zweikämpfe wie Leichtathletik oder Tennis. Geöffnet werden auch Schießstätten (Bogensport) oder Reitsportanlagen sowie Golfplätze - also zunächst nur Sportarten, die im Freien ausgeübt werden.

Kogler dankte in diesem Zusammenhang dem einstigen Tennisprofi Alex Antonitsch, der für diesen Sport zehn Empfehlungen erstellt hat: So könnten die Spieler zu ihren Matches jeweils eigenen, speziell markierte Bälle mitbringen, sodass sie die Bälle des Partners nicht berühren müssen.

Kogler appellierte in Zusammenhang mit Risikosportarten wie Ski- oder Bergtouren oder auch das Mountainbiken "um Zurückhaltung". Kogler: Es gehe nicht darum, dass diese Sportarten in Verruf kommen, sondern um eine sozial verträgliche Ausübung.

"So viel wie möglich zulassen, so wenig wie möglich einschränken", sagte Kogler und appellierte an den "Hausverstand", den jeder bei der Sport-Ausübung einschalten solle. Die Corona-Abstandsregeln müssen weiter eingehalten werden.

Profisportler dürfen wieder ins Training

Beim Spitzensport sei es so, dass diese Frauen und Männer sind, "die diese Tätigkeit auch beruflich ausüben" (Kogler). Dazu zählen an die 300 Heeressportler, 60 Polizeisportler, 150 ÖSV-Sportler sowie weitere mehreren hundert Fußballprofis. Sie dürfen ihre Sportanlagen (in Kleingruppen mit fünf oder sechs Athleten) zu Trainingszwecken wieder betreten, wenngleich mit mindestens zwei Meter Abstand untereinander. In Trainingshallen darf sich pro 20 Quadratmeter Fläche nur ein Sportler aufhalten.

Zum Thema Geisterspiele (Fußballbegegnungen ohne Zuschauer) sagte Kogler: "Wir als Bundesregierung wollen das ermöglichen." Da Fußballspiele ohne Körperkontakt zwischen den Kickern nicht möglich ist, sollen die Beteiligten in einem Zeitraum von längstens 48 Stunden vor einem Match auf eine Coronavirus-Infektion getestet werden. Österreich werde sich in diesem Zusammenhang an der Vorgehensweise der deutschen Fußballliga orientieren.

Das Fußballtraining in Kleingruppen könnte laut Kogler ab kommender Woche möglich sein - sofern die Bundesliga die entsprechenden Testvoraussetzungen schaffen kann. Davon abgeleitet (zweiwöchige intensive Trainingsphase) könnte die österreichische Bundesliga ihren eingeschränkten Meisterschaftsbetrieb ab Kalenderwoche 19 (4. Mai) wieder aufnehmen.

Die Trainingserlaubnis gilt für die zwölf Proficlubs der Bundesliga sowie für den Zweite-Ligisten Austria Lustenau. Die Vorarlberger wird so die Möglichkeit eingeräumt, sich für das ÖFB-Cupfinale gegen Red Bull Salzburg vorzubereiten. Wann dieses Match stattfindet, ist noch ungeklärt. Es war ursprünglich für den 1. Mai im Wörthersee-Stadion in Klagefurt angesetzt.

Unterhausfußball vor Abbruch

Kogler rechnet - vorbehaltlich der Ergebnisse der für Mittwoch und Donnerstag anberaumten ÖFB-Termine -, dass die Meisterschaften in Österreichs Fußball von den Regionalligen abwärts abgebrochen werden. Der Sportminister berief sich dabei auf nicht näher bezeichnete "Informationen, die mir zugetragen worden sind und die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte." Das hieße demnach, dass nur noch die Bundesliga (zehn Runden ausständig). Allerdings ist unklar, was mit der Zweiten Liga (elf Runden) geschehen soll.

Am Mittwoch tritt der ÖFB zu seiner Präsidiumssitzung zusammen, am Donnerstag tagt die Bundesliga - jeweils per Videokonferenzen.

Der Corona-Fahrplan der Regierung. SN/apa
Der Corona-Fahrplan der Regierung.

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