Sport

Dem Wasser treu geblieben, nicht aber der Sportart

Die einstige Ski- und Skicross-Fahrerin Laura Schöfegger erhält nun mit ihrer Jugendfreundin Anna Boustani unverhofft eine neue Chance auf Olympia 2021.

Aus Jugendfreundinnen wurden Olympia-Kandidatinnen: Boustani (l.) und Schöfegger.  SN/tobias stoerkle www.blende64.c
Aus Jugendfreundinnen wurden Olympia-Kandidatinnen: Boustani (l.) und Schöfegger.

Es geht vorsichtig zurück in den Trainingsalltag. Am Freitag war das St. Gilgener Segelduo Laura Schöfegger/Anna Boustani wieder zum Training auf dem Wolfgangsee unterwegs. Als heimische Spitzensportler mit Olympia-Chance hat man die Möglichkeit zwar schon im April erhalten, langsam fühlt es sich aber wieder normal an - und das liegt auch an mehr Booten auf den heimischen Seen. Zwar sind die Yachtclubs noch geschlossen, Familien mit ihren Kindern dürfen aber bereits wieder segeln.

Und doch ist derzeit alles anders. "Normal wäre ich gerade auf dem Weg nach Japan", erzählt die 25-jährige Salzburgerin, dass auch diese Regatta ausfällt, "ist zu akzeptieren, denn es liegt ja ohnedies nicht in meiner Hand". Dafür ist jetzt einmal Ruhe eingekehrt: "Früher waren wir nur maximal fünf Tage zwischen den Regatten daheim", erzählt sie - und schätzt das jetzt. Denn ihr gemeinsamer Trainer Milan Bursic kommt aus der italienischen Großstadt Mailand. "Dort ist die Situation derzeit sicher anders. Und wir können hingegen jeden Tag die Natur am Wolfgangsee genießen." Das aktuell ausnahmsweise ganz ohne Touristenströme. "Das stimmt, das ist schon ungewöhnlich, macht es aber für jemand, der in St. Gilgen lebt, sicherlich noch schöner."

Japan, das ist auch das Stichwort für 2021. Denn durch die Hintertür hat sich für das Salzburger Duo eine neue Chance auf Olympia ergeben. In diesem Jahr hatten die Vizeweltmeisterinnen Tanja Frank/Lorena Abicht vor dem Salzburger Team in der Klasse 49-er FX die Nase vorn, das kann im nächsten Jahr schon anders sein. "Das ist auch für uns schwierig zu erklären, was das bedeutet, denn niemand weiß ja so genau, wann es im Wettkampfsport wieder richtig losgeht. Wir können nur schauen, dass wir startklar sind, und das sind wir."

Mit der Neueinteilung der olympischen Klassen wurden aus den alten Freundinnen aus dem UYC Wolfgangsee Sportkolleginnen. "Anna ist drei Jahre älter als ich und war eigentlich immer mein Vorbild, aber leider zum Studium in Wien. Vor zwei Jahren habe ich sie gefragt, ob sie bereit wäre, mit mir die Olympia-Kampagne zu segeln, und sie war gleich fasziniert davon." Nach den ersten Trainings wurde aus der Idee Realität. "Sie ist extrem ehrgeizig, das stachelt uns an."

Dabei wäre Schöfegger beinahe in einem ganz anderen Metier gelandet. Das hat auch mit Wasser zu tun, aber im gefrorenen Zustand: Schöfegger besuchte die Ski-Hotelfachschule Bad Hofgastein und war erst alpine Skifahrerin und dann Skicrosserin. "Irgendwann ging sich alles nicht mehr aus, denn ich bin vom Skicross-Europacup zum Segeltraining nach Mallorca geflogen." Mit 16 Jahren entschied sich Schöfegger für den Segelsport. Was ihr da besser gefällt? "Man hat eine Partnerin mit im Boot, das mag ich." Auch wenn Skisport in Österreich die lukrativere Variante wäre. Anna Boustani absolviert derzeit die Polizeischule, Schöfegger selbst hofft auf eine Aufnahme im Polizei-Sportkader mit September. Dann wäre man die erste Profi-Segelcrew bei der Polizei.

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