Mixed

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Es kostet Überwindung, aber kein Geld: "Bewegt im Park." Wir waren im Yoga-Kurs, morgens um acht.

"Wir wollten etwas Neues ausprobieren", sagen Anna und Katrin. "Ich hatte eine unruhige Nacht und finde mit dieser morgendlichen Yoga-Stunde wieder gut zurück ins Leben", sagt Sylvia Pichlkostner. Egal ob sie zum ersten Mal kommen oder regelmäßig teilnehmen, nebenan wohnen oder für die Yoga-Stunde Dienstagfrüh im Preuschenpark sogar aus Hallein "anreisen", die Teilnehmer zeigen sich begeistert ob der Aktion "Bewegt im Park". Gebietskrankenkasse und Sportvereine setzen sie in diesem Sommer zum dritten Mal um. Im Wochenzyklus, immer zur gleichen Zeit, finden auf öffentlichen Plätzen kostenlose Kurse statt - von Yoga über rhythmische Konditionsgymnastik, Pilates und Body Shape bis hin zu Capoeira oder Flag Football. "Es ist eine Erfolgsgeschichte geworden", resümiert der koordinierende Sportwissenschafter Martin Neuwirth. Besonders stark frequentiert sind die gängigen Sportarten, Neues gehen die Salzburger eher vorsichtig an.

Zeitlich hat sich der Montag als der ideale Tag herauskristallisiert. "Fast 80 Leute nahmen Montagabend am Glanspitz teil", sagt Trainerin Katharina Maloun. Sie glaubt, dass nach dem Wochenende der Hunger auf Bewegung besonders ausgeprägt sei. Die 30 im Preuschenpark unterweist sie im Sonnengruß. Später werden sie die "Kobra" und den "nach hinten blickenden Hund" in Angriff nehmen. Das Programm dieses Kurses ist so aufgebaut, dass auch Anfänger mithalten können. "Es geht ja darum, die Leute wieder zur Bewegung zu bringen", sagt Neuwirth - aber es gebe auch stärker fordernde Kurse. Optimal wäre es, wenn die Menschen über die kostenlosen Angebote wieder mehr Sport in ihren Alltag einbauen würden. So wie Josef Zach aus Maxglan. Er kam in Thailand mit Yoga in Berührung und will es nun nachhaltig in sein Leben integrieren.

Auf Stadtgebiet stehen pro Woche 24 Kurse zur Auswahl

Das Angebot wächst stetig. Auf Stadtgebiet umfasst es im dritten Jahr 24 Kurse pro Woche. Außerdem wurde die Aktion heuer auf neun weitere Gemeinden ausgedehnt. Am Land funktioniert es genauso. Rund 1600 Teilnehmer haben die Veranstalter salzburgweit in den ersten drei Wochen ausgemacht. Acht von zehn Teilnehmern sind Frauen. So wie Marianne Loitzenbauer: "Schön ist, dass wir um acht Uhr beginnen. So können wir mit dem Duft der frischen Wiese und dem Vogelgezwitscher in den Tag starten." Und ihr Nebenmann Martin Weir, gebürtiger Ire, diktiert der Journalistin ins Notizbuch: "Dieses Projekt soll unbedingt fortgeführt werden." Finanziert wird es bislang nämlich vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger und dem Sportministerium - befristet vorläufig auf drei Jahre. Was 2019 kommt, steht in den Sternen, aber die Veranstalter sind ob des Erfolgs optimistisch, was eine Fortsetzung betrifft.

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