Mixed

Der große Tag von Ducati auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg

Neue Strecke, neuer Sieger: Vor fast 100.000 Zuschauern gewann Andrea Iannone vor Andrea Dovizioso. Die Superstars Lorenzo, Rossi und Marquez folgten.

Nicht die Superstars Marc Marquez und Valentino Rossi mit ihren Rennställen Honda und Yamaha beherrschten das Comeback-Rennen der Motorrad-Königsklasse auf dem Red Bull Ring in Österreich. Es war das kleine italienische Ducati-Team!

Pikant: Mit Andrea Iannone gewann jener Fahrer, der nach langem internen Debatten den Rennstall mit Ende des Jahres verlassen wird. Ducati holte sich für 2017 den regierenden Titelverteidiger Jorge Lorenzo ins Boot, der am Sonntag mit seiner Yamaha hinter seinem zukünftigen Teamkollegen Andrea Dovizione Dritter wurde.

Für den zweiten Yamaha-Fahrer und Liebling der Fans, Valentino Rossi, blieb vor rund 100.000 Zuschauern nach einer kurzen Führung in der Anfangsphase nur der vierte Platz.

Vor dem ersten WM-Lauf der Motorrad-Königsklasse in Spielberg seit 1997 (damals Klasse bis 500 ccm) hatte sich viel um Italiens Superstar Rossi gedreht. Er zieht nach wie vor die meisten Fans in seinen Bann. Dazu wirkte "Il Dottore" besonders motiviert. Er ist nicht nur der einzige aktive Fahrer, der Erinnerungen an die alte A1-Rennstrecke hat. Hier schlug 1996 auch seine große Stunde: Rang drei und damit erster Podestplatz in einem WM-Lauf (in der damaligen Einsteigerklasse bis 125 ccm).

Spaniens Honda-Star Marc Marquez kam als Sieger vom Sachsenring in die Steiermark und galt als Mitglied der Red Bull Familie als Art Lokalmatador. Aber der jüngste Weltmeister aller Zeiten (2014) hatte Pech. Im dritten freien Training am Samstag war zu zu dicht an seinen langsamer fahrenden Teamkollegen Dani Pedrosa herangefahren und kam zu Sturz. Marquez klagte über Schulterschmerzen und wurde zur Untersuchung in das Landeskrankenhaus Leoben gebracht. Dort gab es Entwarnung: Keine schwerwiegende Verletzung. Dennoch musste der Spanier sein Programm einschränken und kündigte an, auf Ankommen zu fahren. Platz fünf ist daher sehr hoch einzuschätzen.

Dass auf dem schnellen Kurs mit den im Vergleich zur Konkurrenz schweren und stärker motorisierten Ducatis zu rechnen sein wird, hatte sich schon den den freien Trainings abgezeichnet. Im Qualifying ist es Rossi noch gelungen, sich zwischen das Iannone und Dovizioso auf Platz zwei zu drängen.

Manche Experten erwarteten im Rennen einen Rückfall der Ducatis, weil sie mit weicheren Reifen unterwegs waren. Aber das Andrea-Duo ließ nicht nach. "Mein erster Sieg in der MotoPG. Es ist ein unglaubliches Gefühl! Ich kann diese Emotionen nicht beschreiben.", sagte Iannone. Dovizioso zeigte sich enttäuscht, dass nicht ihm der erste Ducati-Sieg seit 2010 gelungen ist und sagte: "Immerhin ist ein Doppelsieg gut für Ducati". Es war der erste Doppelsieg seit 2007 für die Italiener (Casey Stoner/Loris Capirossi in Australien). Fröhlicher schaute Titelverteidiger Lorenzo als Dritter und sagte: "Ich hatte zuletzt nicht viele Punkte geholt. Für mich ist es ein schöner Tag."

Fünf Fahrer hatten wegen Frühstarts Durchfahrtsstrafen erhalten: Hector Barbera (Spanien) übersah dies und wurde disqualifiziert. Der Sensationssieger von Assen, Jack Miller, trat zum WM-Lauf nicht an. Der 21-jährige Australier hatte sich bei einem Sturz im Warm-Up einen Bruch des sechsten Rückenwirbels und eine Handgelenksverletzung zugezogen.

Einen Tag nach der Enthüllung des Motorrads im Beisein von KTM-Chef Stefan Pierer und seiner Führungsspitze drehten die Testfahrer Mika Kallio und Alex Hofmann am Sonntag vier Show-Runden auf der orangefarbenen RC 16. KTM will 2017 voll in die MotoGP einsteigen. Pierer hatte seinen Herzenswunsch verraten: "Wir wollen eines Tages Weltmeister in der MotoGP sein. "Das ist ein historischer Moment für uns alle", sagte Motocross-Legende und KTM-Sportmanager Heinz Kinigadner bei der Präsentation. Mit dabei waren auch die früheren Formel-1-Piloten Gerhard Berger und Mark Webber sowie Salzburgs Eisspeedwaycrack Franky Zorn.

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