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DFB droht in WM-Affäre Millionen-Geldstrafe

In der Affäre um die Fußball-WM 2006 hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt die Anklageerhebung gegen die früheren Funktionäre des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Wolfgang Niersbach, Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt offiziell bestätigt. Neu hinzu kommt eine mögliche Geldstrafe in Millionhöhe gegen den DFB - falls die Ex-Spitzenfunktionäre wegen vorsätzlicher Steuerhinterziehung verurteilt werden.

Wolfgang Niersbach (links) und Theo Zwanziger unter Verdacht SN/APA (AFP)/DANIEL ROLAND/PATRIK S
Wolfgang Niersbach (links) und Theo Zwanziger unter Verdacht

Sollte das Landgericht Frankfurt zu der Überzeugung kommen, dass Niersbach, Zwanziger und Schmidt mit Vorsatz gehandelt haben, könnte die Strafe bis zu zehn Millionen Euro betragen. Sollten die drei nur wegen fahrlässiger Steuerhinterziehung verurteilt werden, droht dem DFB immer noch eine Zahlung von maximal fünf Millionen. Das bestätigte die zuständige Oberstaatsanwältin Nadja Niesen am Freitag.

Die Staatsanwaltschaft hat in dem Verfahren gegen die drei Protagonisten des "Sommermärchen"-Skandals beantragt, dass auch eine Nebenbeteiligung des DFB angeordnet wird. Dies ist nach Angaben von Niesen dann möglich, wenn eine leitende Person einer Institution eine Straftat begangen hat.

Im Zentrum der gesamten WM-Affäre stehen zwei ominöse und bis heute ungeklärte Zahlungen über 6,7 Millionen Euro. Den Dreien wird in der Anklage vorgeworfen, die Rückzahlung dieser 6,7 Millionen verschleiert, dadurch eine falsche Steuererklärung für das WM-Jahr 2006 abgegeben "und hierdurch Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuern sowie Solidaritätszuschlag in Höhe von über 13,7 Millionen Euro zugunsten des DFB verkürzt zu haben".

Alle drei weisen den Vorwurf zurück. "Ich hatte zu keinem Zeitpunkt die Veranlassung, den reichen DFB durch eine Steuerhinterziehung noch reicher zu machen", sagte der langjährige Verbandschef Theo Zwanziger zu der Anklageerhebung. Auch der Verband erklärte erst im Mai in einer Stellungnahme: "Der DFB geht gemeinsam mit seinen rechtlichen und steuerlichen Beratern unverändert davon aus, dass die Zahlung der 6,7 Millionen Euro eine steuerlich abzugsfähige Betriebsausgabe im Zusammenhang mit der erfolgreichen WM 2006 darstellte."

Quelle: Apa/Dpa

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