Mixed

Die Säulen von Thiems Erfolg

Sie geben Österreichs Tennisstar Sicherheit, reisen mit ihm, machen ihn fit und fiebern mit. Von den Eltern über den Cheftrainer bis zum besten Freund hat Thiem stets sein Team um sich.

Günter Bresnik begleitet Dominic Thiem seit fast 15 Jahren. SN/gepa pictures
Günter Bresnik begleitet Dominic Thiem seit fast 15 Jahren.

Müde, nach fünf Turnierwochen in Serie, aber glücklich, stolz und voller Selbstvertrauen hat Dominic Thiem am Montag die Heimreise aus Paris angetreten. An Bord Richtung Wien war Österreichs Tennisstar wie immer in Begleitung seiner Vertrauten. Denn hinter einem erfolgreichen Mann steht bekanntlich eine starke Frau. Im Fall von Dominic Thiem sind es gleich zwei Frauen in einem Team, das in verschiedensten Funktionen seinen Teil zum Erfolg des French-Open-Finalisten beiträgt. "Jeder einzelner Person habe ich sehr viel zu verdanken", sagt Thiem.

Die Eltern: Sie sind auch in der Tenniskarriere der wichtigste Faktor, wie Trainer Günter Bresnik immer wieder betont. Beide sind seit vielen Jahren Tennistrainer. Auf mehrmaliges Bitten von Vater Wolfgang (45) kam der junge Thiem damals bei Bresnik unter. Mittlerweile leitet Wolfgang mit ihm das Leistungszentrum in der Südstadt, Mutter Karin (46) begleitet ihren Sohn zu vielen Turnieren. "Sie haben stets alles dem Tennis untergeordnet", sagt Bresnik. Wenig überraschend also, dass auch Bruder Moritz (18) der gelben Filzkugel schon recht erfolgreich hinterherjagt.

Der Trainer: Wenngleich diese Tätigkeit die wichtigste von Günter Bresnik ist, genügt sie nicht, um die Beziehung zwischen den beiden zu beschreiben. Als Thiem 10 Jahre alt war, nahm ihn Bresnik unter seine Fittiche. 2010 prophezeite er, dass sein Schützling einmal im Finale von Roland Garros stehen wird. Jahre später hat die Zusammenarbeit nun ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bresnik, der seinem öffentlichen Grantler-Image mit seiner offenen und netten Art gar nicht gerecht wird, ist als guter Freund der Familie nicht nur Mentor und Trainer, sondern auch sein Manager. "Er ist neben meiner Familie, ohne die es nie möglich wäre, ganz klar die wichtigste Säule in meiner Karriere", sagt Thiem.

Der Touring-Coach: Galo Blanco, einst selbst Weltklassespieler, ist seit diesem Jahr neu im Team. Der Spanier, der unter anderen bereits Milos Raonic, Karen Chatschanow und auch Jürgen Melzer betreut hatte, begleitet Thiem vor allem zu jenen Turnieren, bei denen Bresnik nicht dabei ist. Bei den ganz großen Events, wie etwa in Roland Garros, ist er der Co-Trainer. "Er ist ein Bonus für mein Team und hat in dem halben Jahr wichtige Sachen zu meinem Sandplatztennis beigetragen", sagt Thiem. Blanco gibt das Kompliment zurück: "Es ist einfach, mit Dominic zu arbeiten, weil es keinen Spieler gibt, der professioneller ist als er."

Der Fit-Macher: Alexander Stober ist seit zweieinhalb Jahren an Thiems Seite und war der erklärte Wunschkandidat in Sachen Fitness. Keine geringere Namen als Pete Sampras, Andre Agassi und Thomas Muster hatte er einst betreut. "Er ist für mich definitiv der beste Physio, den es gibt. Eine andere Liga in dieser Beziehung", sagt Thiem. Rund zwei Stunden täglich arbeitet der Bayer mit Thiem an dessen Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Beweglichkeit. Ebenso auf der Massagebank. "Er macht mich nach jedem Match fit." Stober ist bei allen Turnieren mit dabei.

Die Freundin: Seit rund einem Jahr sind Thiem und Kristina Mladenovic (25) liiert. Sie ist, wann immer es ihr Turnierplan zulässt, an seiner Seite. In Paris wohnten sie in ihrem Appartement nahe Roland Garros. "Sie ist die Frau in meinem Leben und natürlich extrem wichtig für mich. Ohne Frau geht es nicht, würde ich sagen. Und ich habe eine sehr gute gefunden", sagt Thiem mit einem Grinser über die Französin. Sie fiebert in seiner Box mit und hat meist viel zu feiern. Dagegen läuft es bei "Kiki" sportlich weniger gut. Im Oktober noch die Nummer zehn, gehört sie nun nicht mehr zu den besten 50. "Umgekehrt versuche ich eine Stütze zu sein und bin mir sicher, dass sie bald wieder erfolgreich ist", sagt Thiem.

Der Freund: Zumindest in den vergangenen zwei Wochen war er mehr an Thiems Seite als jeder andere: Lucas Leitner. Bei jedem Training als eifriger Balljunge, jedem Medientermin, jedem Essen, einfach immer und überall. Thiems Freund aus Kindheitstagen reist seit eineinhalb Jahren mit ihm zumindest durch Europa. "Er ist eine sehr spezielle Person in meinem Leben. Wir kennen uns quasi seit Geburt an, einer von meinen vier, fünf besten Freunden. Es ist extrem wertvoll, wenn er dabei ist, weil er lenkt vom Tennis ab. Wir reden viel über andere Dinge", erklärt der Lichtenwörther.

Aufgerufen am 18.10.2018 um 11:56 auf https://www.sn.at/sport/mixed/die-saeulen-von-thiems-erfolg-29070901

Schlagzeilen