Mixed

Die Siegerin, die aus den Favelas kommt

Geboren wurde sie in der berüchtigten Favela Cidade de Deus, nun ist sie Brasiliens erste Olympiasiegerin in Rio: Die Judoka Rafaela Silva musste viel einstecken und kämpfte sich zum Erfolg. Einer ihrer ersten Gedanken nach dem Sieg am Montag gehörte den Menschen in der Favela. "Ich denke, dass sie jetzt meine Angehörigen feiern werden, die nicht das Geld hatten, um hierher zu kommen."

Brasiliens erste Olympiasiegerin der Rio-Spiele ist nur gut zehn Kilometer vom Olympiapark entfernt geboren. Das Stadtviertel wurde durch das Drama "City of God" (2002) über Freundschaft, Leben und Sterben berühmt. Bei der Nationalhymne vergoss Silva Tränen der Freude. Unter Tränen richtete die junge Frau mit der Zahnspange und den dunklen Locken dann noch einen Appell an die Menschen in der Favela: "Meine Botschaft für sie ist, dass man seine Träume verfolgen muss. Wenn man einen Traum hat und dafür kämpft, kann man es schaffen."

Mit acht Jahren hatte Silva mit dem Judo im Instituto Reação angefangen, einem Sozialprojekt in den Favelas, das heute an fünf Stützpunkten 1200 Jugendliche fördert. "Mein Vater wollte nicht, dass ich auf der Straße rumhänge." Gegründet wurde das Instituto Reação von dem Judo-Bronzemedaillengewinner von Athen, Flávio Canto. Nach dem Sieg umarmten sich beide weinend.

Quelle: SN

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