Mixed

Die verstörende Wirkung des Salzburger Sports in der NS-Zeit

Ein österreichweit einzigartiges Buch zeigt, wie sich der Sport in Salzburg während der Nazizeit darstellte und für Propaganda missbraucht wurde.

Im Zeichen des Hakenkreuzes: Im Bild ein Eisschnellläufer bei den deutschen Meisterschaften in den 40er-Jahren auf dem Zeller See. SN/sn
Im Zeichen des Hakenkreuzes: Im Bild ein Eisschnellläufer bei den deutschen Meisterschaften in den 40er-Jahren auf dem Zeller See.

100 Jahre nach der Gründung der Ersten Republik ist es eine Aufarbeitung der dunkelsten geschichtlichen Zeit, in der der Sport nicht nur leibeserziehende, sondern auch propagandistische Wirkung hatte.

Auf über 400 Seiten stellt das Werk "Salzburgs Sport in der NS-Zeit - zwischen Staat und Diktatur" verschiedene Aspekte dieser Thematik aus mehreren Perspektiven dar. Vor, während und nach dem Nationalsozialismus.

Schon bei der Präsentation zeigten sich viele Anwesende in der Neuen Residenz bewegt, als Landessport-Direktor Walter Pfaller etwa meinte: "In dieser Zeit wäre ich wohl kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft gewesen", so der frühere Rollstuhl-Weltklassesportler.

Vier Jahre arbeiteten der Journalist und Historiker Andreas Praher, Landesarchivdirektor Oskar Dohle und Minas Dimitrou von der Universität Salzburg als Herausgeber und Autoren an diesem Buch. Die Grundidee zu diesem Projekt hatte übrigens Joachim Glaser, der seit fünf Jahren die historische "Schatztruhe" in den SN verfasst.

Der Sammelband, wie ihn die Verantwortlichen selbst nennen, ist in 21 Kapiteln eine erste historische Gesamtschau auf das Sportgeschehen im Land Salzburg. Kritiker merkten bei den ersten Leseproben an, dass die Inhalte zu wissenschaftlich gehalten seien. Befürworter heben vor allem die vielen persönlichen Schicksale hervor. Faktum allerdings ist: Das Buch sei einzigartig in Österreich, wie Praher anmerkt. Aber: "Es fehlt an historischen Aufarbeitungen, das beweisen zum Beispiel auch die Vorkommnisse im ÖSV."

Für die Autoren ist der Prozess der Aufarbeitung des Sports in der NS-Zeit damit noch nicht abgeschlossen. Es würden noch immer Forschungsfelder und Fragen offenbleiben.
Bestellinformationen: landesarchiv@salzburg.gv.at und +43/662-8042-4558.

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