Mixed

Dominic Thiem: Das Ende einer großen Saison

Dominic Thiem setzte seinen kometenhaften Aufstieg in die Tennis-Weltklasse auch 2016 fort. Mit 23 gehört er zu den acht Besten. Und das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht.

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Wird als mögliche künftige Nummer eins gehandelt: Dominic Thiem.

Von Nummer 309 auf 139, auf 39, auf 20 und nun wird Dominic Thiem die Saison voraussichtlich als Nummer acht der Welt beenden. Österreichs Tennisstar setzte seinen kometenhaften Aufstieg in den vergangenen vier Jahren auch 2016 fort und krönte diesen mit der Qualifikation für die ATP World Tour Finals. Unabhängig vom Abschneiden in London blickt der 23-Jährige auf ein Jahr zurück, das fast alle Erwartungen übertroffen hat.

"Vor einem Jahr bin ich vor dem Fernseher gesessen und hätte nie gedacht, dass ich jetzt selbst in London bin. Das schien noch so weit weg", sagt Thiem. "Dass er hier beim Masters spielt, hat niemand erwarten können", sagt Günter Bresnik. Der Mentor und Coach ließ ganz bewusst die Erwartungen nicht in den Himmel wachsen. Was schwierig war, denn Thiem legte bis Juni eine für (noch) nicht möglich gehaltene Siegesserie hin. Vier Turniersiege auf drei unterschiedlichen Belägen und als Höhepunkt das Halbfinale der French Open ließen ihn bis Rang sieben klettern.

"Ich kann noch viel verbessern"

Siege etwa über Rafael Nadal und Roger Federer sowie sein spektakulärer Spielstil beeindruckten die Tenniswelt, in Superlativen sprechen aber nur andere über den "härtesten Arbeiter im Tennis" ("New York Times"). Für Thiem selbst sind das riesige Interesse an seiner Person, die Vergleiche mit Thomas Muster und die Tatsache, dass er zu einer Handvoll Spielern gehört, die als künftige Nummer eins gehandelt werden, einfach nur "normal, wenn man gut spielt".

Und diesen Anspruch hat er vor allem an sich selbst. In London gefragt, ob er sich tatsächlich schon zu den Besten zählt, antwortete er: "Natürlich, sonst wäre ich nicht hier. Aber ich weiß auch, dass ich noch viele Sachen besser machen muss." Denn seine zweite Saisonhälfte war, mit Ausnahmen, nicht gut. Dieser Kritik auf allerhöchstem Niveau stellt sich Thiem, kontert aber Besserwisser, die sein dichtes Turnierprogramm als Grund für seine gesundheitlichen Probleme in den vergangenen Monaten sehen. "Wenn ich bei allen Turnieren um den Sieg mitspielen will, dann muss ich das aushalten."

Fitness als größter Teil des Erfolgs

82 Matches hat er heuer gespielt, die zweitmeisten nach Andy Murray. Eine andere Statistik führt Thiem sogar an und beschreibt seine körperliche und psychische Entwicklung am besten: Von 25 Matches mit einem Entscheidungssatz hat er 22 gewonnen. "In puncto Fitness hat er sich am meisten verbessert", erklärt Bresnik die Bedeutung von Fitnesscoach Alex Stober. Der Bayer hatte Leute wie Pete Sampras und Andre Agassi zu Grand-Slam-Siegern getrimmt. Ein Ziel, das für Thiem noch entfernt scheint. Doch das war das ATP-Masters auch.

Aufgerufen am 16.11.2018 um 06:35 auf https://www.sn.at/sport/mixed/dominic-thiem-das-ende-einer-grossen-saison-876706

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