Mixed

Dominic Thiem steht im Finale der French Open

Dominic Thiem steht als zweiter Österreicher nach Thomas Muster im Einzel-Endspiel eines Tennis-Grand-Slam-Turniers. Der als Nummer 7 gesetzte Thiem bezwang am Freitag in seinem dritten Roland-Garros-Halbfinale en suite den Italiener Marco Cecchinato mit 7:5,7:6(10),6:1. Am Sonntag spielt er gegen Rafael Nadal (ESP-1) um den Titel.

"Es ist ein wunderschönes Gefühl, ich freue mich riesig, dass ich im Finale bin. Es ist noch ein Spiel zu absolvieren, das nicht schwerer sein könnte. Zeit zum Träumen ist danach. Aber jetzt fühle ich mich gut, jetzt bin ich sehr, sehr glücklich", sagte Dominic Thiem im ORF-Interview.

Der Schlüssel zum Erfolg sei der enge zweite Durchgang gewesen, obwohl er davor im Tiebreak einen Volley zum Satzball vergeben habe. "Das war der große Türöffner", so Thiem. Er müsse nun bestmöglich regenerieren.

Thiem hat damit ein Final-Preisgeld von 1,12 Mio. Euro sowie 1.200 Zähler für die ATP-Weltrangliste sicher. Im Ranking ist ihm Platz 7 ab Montag gewiss. Den bisher einzigen Einzel-Major-Titel hatte der mittlerweile 51-jährige Thomas Muster 1995 ebenfalls in Paris geschafft.

Auch auf dem Platz hatte Thiem zum Publikum im Court Philipp Chatrier gemeint, dass ein verlorenes Tiebreak im zweiten Satz zu einem "richtig engen Match" hätte führen können. Gegen Ende des Spiels wurde der 14.911 Zuschauer fassende Centercourt auch richtig voll.

Thiem startete gleich mit ein Break perfekt in sein drittes Halbfinale beim größten Sandplatz-Turnier der Welt und ging dann in der Folge dank einer ausgezeichneten Aufschlagleistung mit 4:2 in Führung. Bei 4:3 gelang Cecchinato mit einem etwas glücklichen "Kunstschlag"-Return das 0:30 und Thiem ermöglichte dem Italiener mit einem Doppelfehler drei Breakchancen.

Die wehrte er zwar allesamt ab, musste dann aber doch das 4:4 hinnehmen. Cecchinato stellte von 2:4 auf 5:4, doch Thiem drehte noch einmal auf und ihm gelang das neuerliche Break zum 6:5. Nach 46 Minuten stellte er die 1:0-Satzführung her.

Satz zwei verlief ganz ähnlich. Sehr ausgeglichene, lange Grundlinienduelle, ein ausgefuchster Cecchinato, der mit einer Fülle von Stoppbällen immer wieder punktete. Thiem vergab zunächst bei 2:2 zwei Breakbälle, danach ging es mit dem Aufschlag ins Tiebreak.

Und dieses verlief ebenfalls hochklassig und hatte auch vorentscheidenden Charakter. Cecchinato gelang es immer wieder mit Stopps direkt zu punkten, dennoch erarbeitete sich Thiem bei 6:3 drei Satzbälle.

Zwei vergebene Netzangriffe und ein weiterer Punkt des Italieners später war wieder alles gleich. Den vierten Satzball wehrte der (noch) Weltranglisten-72., der ab Montag in den Top 30 stehen wird, erneut mit einem Stopp-Winner ab.

Bei 7:6, 9:8 und 10:9 hatte der Außenseiter drei Satzbälle, einen davon wehrte Thiem mit dem zweiten Aufschlag, der hauchdünn noch die Linie kratzte, ab. Es war Thiem, der seinen fünften Satzball nutzte. Und diese 2:0-Satzführung war beinahe gleichbedeutend mit einem Sieg.

Das Level des zuvor großartigen Sandplatz-Matches ließ deutlich nach, Cecchinatos Widerstand war doch beträchtlich gebrochen. Thiem ging rasch mit 5:0 in Führung und nach 2:17 Stunden nutzte Thiem seinen ersten Matchball zu seinem bisher größten Erfolg.

Größte ÖTV-Einzelerfolge bei French Open SN/APA
Größte ÖTV-Einzelerfolge bei French Open

Rafael Nadal besiegte am Freitag im zweiten Halbfinale Juan Martin Del Potro (ARG-5) mit 6:4,6:1,6:2. Dem Spanier fehlt nur noch ein Schritt, um seinen ohnehin schon kaum für möglich gehaltenen Rekord von zehn French-Open-Titeln sogar auf elf auszubauen.

Das glatte Ergebnis täuscht zumindest über einen sehr umkämpften ersten Satz hinweg, der 58 Minuten dauerte. Bei 4:4 fand Del Potro nicht weniger als drei Breakbälle vor, die er aber nicht nutzen konnte. Danach musste der 1,98 m große "sanfte Riese" aus Argentinien bei 4:5 den Aufschlag selbst abgeben.

Danach übernahm Nadal klar das Kommando. "Die Intensität war danach zu hoch für mich", meinte Del Potro danach auch. Nadal sprach selbst über den wohl vorentscheidenden ersten Satz. "Der erste Satz war schwierig, Juan Martin hatte viel Möglichkeiten und ich großes Glück, dass ich den ersten Satz für mich entschieden habe. Ich bin sehr glücklich, dass ich wieder im Finale hier stehe", meinte er zum Publikum.

Vor Thiem ist Nadal freilich gewarnt. "Ein hervorragender Spieler. Er hat mich in Madrid geschlagen, hat viel Power. Er hat das Turnier vor Paris gewonnen. Ich hoffe, dass ich Sonntag meine Chancen haben werde."

Im Head-to-Head mit Thiem führt der Spanier mit 6:3, Thiem hat die bisher letzte Begegnung mit dem Sandplatz-König vor wenigen Wochen im Viertelfinale von Madrid mit 7:5,6:3 gewonnen. Thiem ist zudem der einzige Spieler, der sowohl 2017 als auch 2018 Nadal auf dessen Lieblingsbelag hat schlagen können.

Es kommt also nun tatsächlich zum Duell zwischen dem Sandplatz-"König" und dem "Prinzen". Ob es zur Wachablöse kommen kann, wird sich zeigen. Doch Nadal ist gerade in Roland Garros noch um eine Stufe stärker einzuschätzen als auf anderen Sandplatzbelägen. Er hat übrigens in einer Statistik mit Roger Federer gleichgezogen. Der Schweizer hat in Wimbledon bisher ebenfalls elf Mal das Finale erreicht, für Nadal ist das Endspiel gegen Thiem sein insgesamt 24. - Federer hält bei 30.

Das Finale wird am Sonntag ab 15 Uhr live in ORF 2 gezeigt.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.10.2018 um 02:45 auf https://www.sn.at/sport/mixed/dominic-thiem-steht-im-finale-der-french-open-28951288

Kommentare

Schlagzeilen