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Duell der Gegensätze in Super Bowl LIV

In Super Bowl LIV endet am Sonntag (0.30 Uhr in der Nacht auf Montag MEZ/live Puls 4 und DAZN) eine lange Durststrecke. Die San Francisco 49ers haben die wichtigste Trophäe im American Football seit 25 Jahren nicht mehr gewonnen, die Kansas City Chiefs gar seit 50 - und dennoch gehören beide zu den traditionsreichsten Clubs der National Football League (NFL).

Die Chiefs werden leicht favorisiert SN/APA (Getty/Archiv)/JAMIE SQUIRE
Die Chiefs werden leicht favorisiert

Die Chiefs um ihren Star-Quarterback Patrick Mahomes gelten vor der 54. Auflage des Showdowns als leichter Favorit. Der vielleicht stärksten Offensive der Liga halten die 49ers aber die stärkste Defense entgegen. Es wird ein Duell der Gegensätze, das die Fans im Hard Rock Stadium in Miami erwartet. Das gilt auch für die Trainer: bei Kansas City Routinier Andy Reid (61), bei San Francisco der 40 Jahre junge Kyle Shanahan.

Dem Sohn von Trainerlegende Mike Shanahan ist die Trendwende gelungen. In seinen ersten beiden Saisonen als Chefcoach hatte San Francisco nur insgesamt zehn Spiele gewonnen. 2019 eroberte das Traditionsteam den Thron in der National Football Conference (NFC) zurück. "Das Wichtigste war, Leute zusammenzubringen, die sich dem Football verpflichtet fühlen", erklärte Shanahan.

Mit ihnen stehen die 49ers erstmals nach sieben Jahren wieder in der Super Bowl. Mit ihrem sechsten Triumph würden sie mit den Rekordgewinnern Pittsburgh Steelers und New England Patriots gleichziehen. Bei den ersten beiden Titeln der Kalifornier 1982 und 1985 war ein gebürtiger Österreicher ihr Kicker. Auswanderer-Sohn Raimund "Ray" Wersching aus Mondsee hält mit vier getroffenen Field Goals in einem Spiel (1982) immer noch einen geteilten Super-Bowl-Rekord.

Noch deutlich weiter zurück liegen die großen Triumphe der Chiefs. Nach einer Niederlage in der ersten Auflage 1967 gewann die Franchise 1970 ihre einzige Super Bowl. Seither waren die Chiefs nicht mehr im Endspiel vertreten. Mit Mahomes soll der große Wurf gelingen. Seine wichtigsten Passempfänger sind Tight End Travis Kelce und Receiver Tyreek Hill. Der "Gepard", so Hills Spitzname, gilt als schnellster Spieler der Liga.

"Ich habe ein großartiges Team", betonte Coach Reid. Der Mann mit dem markanten Schnauzbart ist längst eine Größe der Branche. Mit 221 Siegen (inkl. Play-offs) liegt der 61-Jährige auf Rang sechs der NFL-Bestenliste. Kein anderer Cheftrainer hat mehr Spiele und dabei keine Super Bowl gewonnen. 1997 triumphierte Reid als Assistenzcoach mit den Green Bay Packers. Als Chef blieb ihm die Ehre 2005 mit den Philadelphia Eagles gegen New England verwehrt.

Seit der Verpflichtung von Reid 2013 hat Kansas City jede Saison mit einer positiven Siegbilanz beendet und zuletzt fünfmal in Folge die K.o.-Phase erreicht. In den beiden Play-off-Spielen dieser Saison gegen Houston (51:31) und Tennessee (35:24) mussten die Chiefs jeweils zweistelligen Rückständen hinterherlaufen. "Wir müssen vielleicht ein bisschen schneller starten", sagte Reid vor dem Showdown mit San Francisco.

Das gilt insbesondere, weil das Laufspiel der 49ers gefürchtet ist. Runningback Raheem Mostert erzielte im Conference-Finale gegen Green Bay (37:20) alleine vier Touchdowns. Zu feiern pflegt er diese mit einem dem Wellenreiten nachempfundenen Jubel. Seiner Leidenschaft darf der passionierte Surfer vorerst aber nicht mehr nachgehen - eine der Bedingungen seines neuen Vertrages, erklärte der 27-Jährige.

Mit 49ers-Offensivassistentin Katie Sowers gehört erstmals eine Frau dem Trainerstab eines Super-Bowl-Teilnehmers an. San Franciscos Stars finden sich aber vor allem in der Verteidigung. Cornerback Richard Sherman holte bereits 2014 mit den Seattle Seahawks den Meistertitel. Dazu kommt mit Rookie Nick Bosa einer der gefürchtetsten Quarterback-Jäger der Liga. Auch an ihm wird es liegen, Mahomes und die Chiefs zu stoppen.

Quelle: APA

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