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El Bakkali beendet Kenias Dominanz über 3.000 m Hindernis

Es war de facto ungeschriebenes Gesetz: Am 3.000-m-Hindernislauf der Männer nehmen Athleten aus zahlreichen Staaten teil, und am Ende gewinnt immer ein Kenianer. Neunmal in Folge war das bei Olympischen Spielen der Fall, seit Montag muss das Gesetz neu formuliert werden. Der Marokkaner Soufiane El Bakkali siegte in Tokio in einem geduldig angelegten Rennen bei strömendem Regen vor dem Äthiopier Lamecha Girma und dem besten Kenianer Benjamin Kigen.

Ungewohntes Bild: Über 3.000 m Hindernis jubelte kein Kenianer SN/APA/AFP/JEWEL SAMAD
Ungewohntes Bild: Über 3.000 m Hindernis jubelte kein Kenianer

El Bakkali hielt sich in dem zunächst in mäßigem Tempo geführten Rennen die meiste Zeit in der Mitte des Pulks auf, während Girma und sein äthiopischer Landsmann Getnet Wale - am Ende Vierter - die Führungsarbeit verrichteten. Im Sprint der Schlussrunde war der 25-jährige Marokkaner nicht zu schlagen.

Die kürzere der beiden Langstrecken auf der Bahn (5.000 m) bei den Frauen ging an die Niederländerin Sifan Hassan, die damit das erste Drittel ihrer Mission in Tokio absolviert hat. Sie hat neben den 10.000 m auch die Goldmedaille über 1.500 m im Visier, ein Husarenstück, das sie zuletzt 2019 bei der WM in Doha ebenfalls zustande gebracht hat. Hinter der 28-Jährigen landete die Kenianerin Hellen Obiri auf dem zweiten Platz, Bronze erlief die Äthiopierin Gudaf Tsegay.

Auch im Diskus-Bewerb der Frauen gab es eine Überraschung: Doppel-Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Sandra Perkovic ging leer aus. Die Kroatin kam in ihrem besten Versuch auf für sie schwache 65,01 Meter und landete auf dem vierten Platz. Der Sieg ging daher an die US-Amerikanerin Valarie Allman mit 68,98 m vor der Deutschen Kristin Pudenz, die mit 66,86 m persönliche Bestleistung erwarf und Silber holte, sowie der Kubanerin Yaime Perez.

Bereits in der Vormittagssession gab es einen Favoriten-Sieg über die 100 m Hürden durch die Puertoricanerin Jasmine Camacho-Quinn vor der US-amerikanerischen Weltrekordhalterin Kendra Harrison sowie der Jamaikanerin Megan Tapper. Der Weltrekord blieb allerdings außer Reichweite. Camacho-Quinn hatte im Semifinale in 12,26 einen neuen Olympischen Rekord aufgestellt und war dabei - sehr locker - dem Weltrekord bis auf sechs Hundertstel nahe gekommen.

Den Weitsprung der Männer gewann der Grieche Miltiadis Tentoglou mit 8,41 Meter. Der Kubaner Juan Miguel Echevarria kam auf die gleiche Weite, hatte aber den schwächeren zweitbesten Versuch und musste daher mit der Silbermedaille vorlieb nehmen. Bronze ersprang mit Maykel Masso ein weiterer Kubaner.

Eine Überraschung gab es auch in den Semifinal-Läufen über die 400 m der Männer: Titelverteidiger und Weltrekordhalter Wayde van Niekerk kam im dritten Lauf lediglich als Fünfter ins Ziel. Der Südafrikaner schaffte es damit nicht ins Finale. Schnellster im Semifinale war mit Kirani James aus Grenada ein weiterer Olympiasieger, er triumphierte 2012 in London. Im 200 m Semifinale der Frauen kam 100 m-Olympiasiegerin Elaine Thompson-Herah mit 21,66 Sekunden dem Weltrekord von Florence Griffith Joyner (21,34) relativ nahe.

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