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Erstmals eine Schiedsrichterin: Beim Super Bowl fällt eine Männerdomäne

Sarah Thomas ist der erste weibliche Referee beim Football-Spektakel. Auch im Basketball und im Fußball erhalten Frauen wichtige Aufgaben.

Sarah Thomas.  SN/Gail Burton / AP / picturedesk.com
Sarah Thomas.

Die nächste Männerdomäne im Sport fällt - und das bei einem Ereignis, bei dem Frauen bisher nur als Cheerleader oder Halbzeit-Showstar eine Rolle spielen durften: Beim Super Bowl im American Football wird es am Sonntag mit der 47-jährigen Sarah Thomas erstmals eine Schiedsrichterin geben. Sie hat im siebenköpfigen Referee-Team die Position des "Down Judge" inne.

Eine Trainerin fungierte bereits im Vorjahr beim Super Bowl an der Seitenlinie (Katie Sowers von den San Francisco 49ers), heuer werden es sogar zwei sein: Lori Locust und Maral Javadifar gehören zum Stab der Tampa Bay Buccaneers, die bei der 55. Auflage des größten Einzelsportevents der Welt Titelverteidiger Kansas City Chiefs fordern. Zwar gehören bei einem Spitzenclub rund 30 Spezialisten zum Trainerteam, doch Frauen sind dort noch immer klar in der Minderheit. Immerhin waren bei den 14 Play-off-Teams der heurigen Saison insgesamt sechs Trainerinnen beschäftigt, so viele wie noch nie.

Nicht nur im Football setzen sich Frauen durch. In der Basketball-Profiliga NBA stand kürzlich bei den San Antonio Spurs erstmals eine Frau als Chefcoach an der Seitenlinie: Becky Hammon musste beim Club des Österreichs Jakob Pöltl mitten in einem Match einspringen, weil ihr Chef Gregg Popovich vom Schiedsrichter der Halle verwiesen worden war. Er sagte danach: "Wir haben Becky nicht verpflichtet, um Geschichte zu schreiben. Sie ist qualifiziert. Sie hat sich das erarbeitet."

Im Profifußball werden immer öfter Schiedsrichterinnen für große Aufgaben nominiert. Die Französin Stéphanie Frappart leitete im Herbst als erste Frau ein Spiel der Männer-Champions-League und fiel nicht auf, - was für einen Referee stets ein gutes Zeichen ist. Bei der FIFA-Club-WM ab Donnerstag in Katar führt Edina Alves Batista aus Brasilien ein Frauen-Schiri-Trio an.

Auf Trainerebene haben sich bereits Frauen wie Imke Wübbenhorst (SF Lotte/4. Liga in Deutschland) oder Corinne Diacre (Clermont/2. Liga Frankreich) als Chefinnen von Männerproficlubs bewährt. Emma Hayes, die das Frauenteam des FC Chelsea trainiert, wird gerade als möglicher nächster Coach des Drittligisten AFC Wimbledon gehandelt. Sie wäre in der 135-jährigen Geschichte des englischen Berufsfußballs die erste Cheftrainerin.

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