Mixed

Federer nach Sieg gegen Wawrinka im Australian-Open-Finale

Nach halbjähriger Verletzungspause und dem damit verbundenen Rückfall auf Weltranglistenplatz 17 hat es Roger Federer in seinem ersten Turnier nach dem Wiedereinstieg bei den Australian Open in das Finale geschafft. Der 35-Jährige besiegte am Donnerstag im Halbfinale seinen Schweizer Landsmann Stan Wawrinka in fünf Sätzen 7:5,6:3,1:6,4:6,6:3 und steht zum bereits 28. Mal in einem Major-Endspiel.

Federer blieb Sieger im Schweizer Duell gegen Wawrinka.  SN/APA (AFP)/WILLIAM WEST
Federer blieb Sieger im Schweizer Duell gegen Wawrinka.

Noch nie auf der Tour hatte Federer gegen Wawrinka auf Hartplatz verloren, die drei Niederlagen in nun 22 Begegnungen passierten ihm jeweils auf Sand. Und zu Beginn des Melbourne-Halbfinales sah es ganz klar nach einer Prolongierung dieser Bilanz aus. Wawrinka zeigte nach 0:2-Rückstand Nerven, zerbrach frustriert seinen Schläger über dem linken Knie. Danach bewies der 31-Jährige allerdings einmal mehr seine bekannten Comeback-Qualitäten.

Der aktuelle US-Open-Champion und Australien-Sieger von 2014 profitierte in Folge allerdings auch von Fehlern Federers, steigerte sich und erzwang den Ausgleich. Wawrinka, die Nummer vier des Turniers, schien physisch im Vorteil, schenkte Federer aber mit einem Doppelfehler das entscheidende Break zum 4:2. Nach 3:04 Stunden hatte Federer den von ihm vor Turnierbeginn nicht für möglich gehaltenen Coup geschafft.

"Ich könnte im Moment nicht glücklicher sein", sagte der Eidgenosse. Nicht in meinen wildesten Träumen hätte ich daran gedacht, in Australien so weit zu kommen." Am Sonntag (9.30 Uhr MEZ) spielt er entweder gegen Rafael Nadal (9) oder Grigor Dimitrow (15) um seinen 18. Grand-Slam-Titel. Das Halbfinale zwischen dem Spanier und dem Bulgaren ist für Freitag (9.30) angesetzt. Nadal als Gegner wäre Federer recht: "Ich bin sein größter Fan."

Wawrinkas Aussagen nach der Partie waren natürlich weniger euphorisch. "Mit dem Gewinn zweier Sätze kann ich nicht zufrieden sein. Ich habe alles versucht und habe ab Beginn des dritten Satzes aggressiver gespielt. Aber Roger ist ein großer Kämpfer. Er hat bei Grand Slams in Fünfsatzmatches immer außergewöhnlich gespielt." Dennoch wird Wawrinka am Montag die neue Nummer drei der Weltrangliste sein, da der im Viertelfinale ausgeschiedene Kanadier Milos Raonic hinter ihn zurückfällt.

Ein Endspiel gegen Nadal wäre nicht nur nach dem Geschmack von Federer, sondern auch der meisten Fans. In einem Feld mit dem Schotten Andy Murray und dem Serben Novak Djokovic war eine Renaissance dieses alten Duells in einem Grand-Slam-Endspiel unrealistisch gewesen. Nadal hat zuletzt bei den von ihm gewonnenen French Open 2014 ein Major-Finale erreicht. Federers bisher letzter Grand-Slam-Triumph datiert vom Wimbledon-Turnier 2012. Danach scheiterte er in drei Finalanläufen.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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