Tour of the Alps (8): Letzte Worte von Froome

Team Sky war eine Macht auf den Straßen und hat den besten Teambus. In Bozen wird er ein letztes Mal bestiegen.

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Flieher radelt Bernhard Flieher
Absteigen und einsteigen: Chris Froome vor dem Sky-Teambus in Bozen. SN/bernhard flieher
Absteigen und einsteigen: Chris Froome vor dem Sky-Teambus in Bozen.

Die Mechaniker zerlegen die Räder. Sie spitzen sie sauber. Sie zerlegen sie. Sie öffnen den Transportbus. Das tun sie jeden Tag. Am letzten Tag der Tour of the Alps in Bozen ist das für alle Teams der gleiche Job. Das nächste Rennen warten.

Zusammenpacken. Kurz heimfahren. Dann zum nächsten Startort aufbrechen. Nur beim Team Sky passiert innerhalb eines Etappenrennens in Bozen das alles zum letzten Mal. "Naja, die Arbeit wird weiterhin dieselbe sein, aber das Geld wird von wem anderen überweisen", sagt einer der Mechaniker und wartet vor dem Bus auf Chris Froome, der gerade ein letztes Mal in seinem Sky-Trikot auf den Tourbus zurollt.

Froome ist nicht der eleganteste Radfahrer unserer Tage, ihm und seinem Team wird auch vorgeworfen stets nur nach akribisch errechneten Plänen zu fahren und so dem Sport Teile seiner Seele zu rauben.

Sky bedeutete auf der Straße stets eine Macht, Das Team war so aufgestellt, dass es ein Rennen zu jeder Zeit kontrollieren konnte.

Aber so wurde Froome auch der erfolgreichste Fahrer. Tour de France, Giro, Vuelta - er gewann alles. Dafür brauchte er ein starkes Team. Dieses Team hieß Sky. Ab Mai wird dieses Team, das den Radsport verändert hat, Geschichte sein. Dann steht der neue Sponosr Ineos auf den Trikots.

Bei der Tour of the Alps suchte Froome in den vergangenen Tagen noch im alten Trikot seine Form, die im Frühjahr nirgends zu sehen war. Er stellte sich beim Weg durch Tirol, Südtirol und Trentino ganz in den Dienst seiner jungen Kollegen Pavel Sivakov und Tao Geoghean Hart.

Womöglich deutet sich da ja schon eine Wachablöse an für die Zukunft des neuen Teams? Bei so einer Frage lächelt Froome freundlich und sagt: "Kann gut sein, dass sich hier schon die Zukunft zeigt, aber bisschen möchte ich schon noch mitmischen." Dabei lächelt er. Er wirkt schüchtern, wenn er neben seinem Rad steht nach einem Rennen und auch nach der Anstrengung freundlich antwortet.

Was zeichnete das Sky Team aus?
Froome: Wir hatten immer Teams, die hochmotiviert am Start waren - und wo alle bestens zusammengespielt haben. Wir arbeiten hart daran, dass wir nicht nur reagieren müssen in einem Rennen. Wichtig war es immer: Wir wollten das Geschehen bestimmen.

An welchen Moment im Sky-Trikot erinnern Sie sich am stärksten?
Froome: Da gibt es viele. Sicher war die erste Fahrt über die Champs Elysees besonders (2013 gewann er dort seine erste Tour de France). Über die Tour de France geht nichts. Es gab aber viele Moment, die bleiben. Auch hier bei der Tour of the Alps. Die beiden Jungen, Tao und Pavel, fuhren hier bravourös. Es ist eine Ehre, ihnen auf so einer Tour helfen zu können.

Wie sieht der Plan für die weitere Saison aus?
Froome: In meinem Fokus steht die Tour de France. Bisdahin will ich meine Form aufbauen.

Wissen Sie denn, was mit dem Bus passiert, der Sie und das Team nun schon solange begeleitet?
Froome: Ich weiß es nicht sicher, aber glaube, der bleibt gleich und bekommt nur eine neue Farbe.

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