Mixed

Gerald Melzer steht im Viertelfinale von Kitzbühel

Zum zweiten Mal nach dem Halbfinale in München 2015 hat sich Gerald Melzer am Mittwoch für das Viertelfinale eines ATP-Turniers qualifiziert. Der 26-jährige Niederösterreicher besiegte in Kitzbühel den spanischen Qualifikanten Daniel Gimeno-Traver nach nur 74 Minuten mit 6:3,6:1. Damit sollte er erstmals die Top-100-Barriere knacken. Titelverteidiger Philipp Kohlschreiber schied unterdessen aus.

Gerald Melzer steht im Viertelfinale von Kitzbühel SN/APA/EXPA/JFK
Der junge Melzer-Bruder hat einmal vorgelegt.

Fix ist, dass Melzer am Donnerstag im Viertelfinale neuerlich auf großer Bühne antreten wird: Entweder gegen den topgesetzten Dominic Thiem oder gegen seinen Bruder Jürgen Melzer. Und ein Österreicher steht damit auch fix bereits im Halbfinale. "Ich habe jetzt gar nicht an die 45 Punkte gedacht, oder dass ich nach der Woche in den erste 100 bin. Es war für mich viel bedeutender, vor dem Heimpublikum gut zu spielen und Spaß auf dem Platz zu haben und den Leuten was zu bieten", konstatierte Gerald Melzer.

Der wegen des Davis Cups ganz kurzfristig angereiste Weltranglisten-107. hatte sich in den beiden vergangenen Jahren jeweils "zu viel erwartet" und war dann dementsprechend "extrem nervös" in das Generali Open gestartet. Diesmal war er nach dem Erstrunden-Sieg, der ihm im Finish erstmals nach langer Zeit Krämpfe eingebracht hatte, sehr müde gewesen. "Ich habe gestern versucht, alles Mögliche für die Regeneration zu tun und habe mit Jürgen auch aus dem Doppel rausgezogen." Mit Eisbädern und allen möglichen Kleinigkeiten hat sich Melzer für das Mittwoch-Match fitgemacht.

Melzer startete stark, nach einem Break zum 3:1 hatte er Satz eins nach 34 Minuten in der Tasche. Der Schlüssel zum Sieg war wohl ein sehr umkämpftes viertes Game im zweiten Durchgang, nachdem Melzer Gimeno-Traver zum 2:1 gebreakt hatte. Der Spanier konnte insgesamt fünf Rebreakchancen nicht nützen bzw. vereitelte Melzer diese und stellte auf 3:1. Danach war der Widerstand beim Weltranglisten-131. gebrochen.

"Ich bin jetzt schon super happy, aber es ist noch nicht vorbei. Ich freue mich auf die Partie, wer auch immer kommt", sagte der jüngere der beiden Melzer-Brüder. "Gegen Dominic habe ich eine bessere Bilanz (2:1) als gegen Jürgen (0:1), aber natürlich hoffe ich, dass der Jürgen gewinnt. " Doch die Bilanz sagt für ihn wenig, gegen Thiem wäre er "krasser Außenseiter":

Melzer, der am rechten Handgelenk ein Tattoo mit der Übersetzung "Bleib dir selbst immer treu" trägt, sieht den Grund für seinen Aufstieg in gesteigerter Fitness. "Ich bin körperlich auf einem ganz anderen Niveau, auch wenn ich gestern zum ersten Mal seit einer Ewigkeit Krämpfe bekommen habe."

Sein neuer Konditionstrainer Philipp Wessely (seit September des Vorjahrs) spielt da eine große Rolle. "Mit dem bin ich super happy, das ist der größte Schlüssel zu der heurigen Saison und ich glaube, dass da noch einiges kommen wird", hofft Melzer mit Blick auf den Coach.

Eine handfeste Überraschung ist derweil am Mittwoch vor erstmals ausverkauftem Haus (5.400 Zuschauer) seit vielen Jahren dem erst 20-jährigen russischen Talent Karen Chatschanow im Kitzbühel-Achtelfinale gelungen. Der Weltranglisten-104. eliminierte den Titelverteidiger und die Nummer zwei des Turniers, Philipp Kohlschreiber, nach 81 Minuten mit 6:4,6:4.

Damit ist das von der Setzung her erwartete "Traumfinale" zwischen Topstar Dominic Thiem und Kohlschreiber geplatzt. Ein Final-Duell, das es in diesem Jahr schon in München (Titel an Kohlschreiber) und Stuttgart (Thiem) gegeben hatte.

"Ich habe keinen guten Tag erwischt. Da gibt es ein paar Gedanken, die mich viel beschäftigen und ich bin auch körperlich nicht in dem Zustand." Kohlschreiber vermisste in seiner Box seinen Trainer Stephan Fehske. "Man hat gesehen mein Coach ist nicht da, da gab es ein bisschen Stress - war schwer heute", sagte der Deutsche, den mit dem Coach auch eine enge Freundschaft verbindet. "Ich habe keine Ahnung, ob ehemalig oder nicht", meinte er zur Frage, ob die Zusammenarbeit nun vorbei ist.

Zudem klagt der Weltranglisten-23. auch seit Halle über körperliche Probleme. "Jetzt ist es das Sprunggelenk. Ich belaste meinen Fuß kaum." Er spiele nur mit 40, 50 Prozent Beinarbeit, um seinen Fuß zu schonen.

Quelle: APA

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