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Handball-Liga startet in neue Saison - Heim-EURO im Visier

Mit großer Vorfreude startet die Handball Liga Austria (HLA) am Freitag mit dem Spiel HC Linz gegen HC Bruck (19.30 Uhr) in die neue Saison. Als Favorit geht nicht Titelverteidiger Fivers Margareten, sondern Bregenz ins Rennen. "Wir können eine spannende Saison versprechen", sagte HLA-Präsident Boris Nemsic am Dienstag in Wien. Das große gemeinsame Ziel von Liga und Verband ist die Heim-EM 2020.

Handball-Liga startet in neue Saison - Heim-EURO im Visier SN/APA/DIETMAR STIPLOVSEK

Die vergangene Saison war vom Triple-Gewinn der Fivers von Supercup, Cup und Meisterschaft geprägt. Über den Sommer verließen aber wichtige Leistungsträger - allen voran Toptalent Nikola Bilyk (THW Kiel) und Tobias Wagner (Balingen-Weilstetten), die beide in die deutsche Bundesliga wechselten - den Club aus Wien-Margareten. Auch Richard Wöss und Tomas Eitutis, der seine Karriere beendete, stehen Meister-Coach Peter Eckl nicht mehr zur Verfügung.

"Natürlich sind so viele Abgänge immer eine Herausforderung für einen Trainer", sagte Eckl. "Wir bleiben aber unserer Philosophie treu und wollen junge Talente im HLA-Kader integrieren und weiterentwickeln. Darüber hinaus können wir auch stolz sein, einen Spieler so gefördert zu haben, dass er zu einem deutschen Bundesliga-Club wechselt." Bregenz-Cheftrainer Robert Hedin wollte dem aber nicht zu viel Gewicht beimessen. "Wir sehen uns dennoch nicht in der Favoritenrolle", meinte der Schwede.

Im Supercup-Duell am vergangenen Wochenende setzten sich die Vorarlberger mit 31:28 durch, nachdem die Wiener zuletzt dreimal in Serie den ersten Titel der Saison geholt hatten. "Das hat schon gezeigt, dass es eine große Spannung gibt", bekräftigte Nemsic. "Sechs, sieben Vereine können ganz vorne mitspielen", prophezeite der Telekommunikations-Manager. In einer Umfrage unter den zehn Vereinen tippten sieben auf Bregenz als neuen Meister, drei auf Hard und nur ein einziger auf Margareten, verriet WestWien-Manager Konrad Wilczynski.

ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner sah es "mit einem lachenden und einem weinenden Auge", dass zahlreiche junge Spieler die Liga Richtung Ausland verlassen haben. HLA-Vizepräsident Christian Kropf merkte sogar an, dass manche Wechsel in Nicht-Weltklasse-Ligen wehtun. "In der zweiten deutschen Liga, glauben wir, gibt es nur wenige Vereine, die spannend sind", sagte der Linzer Vereinschef. Nationalteamspieler Christoph Neuhold kehrte dem UHK Krems den Rücken und heuerte beim Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen an.

In Hinblick auf die EM 2020, für die in 176 Wochen der Startschuss fällt, soll die HLA Entwicklungsarbeit leisten. "Auf die Vereine wird es ankommen, ihre Spieler entsprechend vorzubereiten, auszubilden und ihnen auch die Gelegenheit zu geben, Spielzeiten zu bekommen, was nicht immer der Fall ist", merkte ÖHB-Präsident Gerhard Hofbauer an.

"Ich habe in den letzten Monaten schon gesehen, welche Spieler für mich infrage kommen. Diese zehn bis zwölf Legionäre, die wir haben, werden der Kern sein, aber dazu brauche ich auch Spieler aus der HLA. Das ist ganz wichtig, dass ich die Spieler finde, und das werde ich auch machen", gab Teamchef Patrekur Johannesson einen Ausblick. Vier bis sechs Plätze habe er für die Akteure aus der Heimat reserviert.

Die Qualität der HLA als Sprungbrett sei nicht von der Hand zu weisen. "Wenn man wie Niko Bilyk oder Tobi Wagner tolle Leistungen zeigt und das schafft, Leistungsträger zu sein in der Liga, dann ist das nur logisch, dass man in eine stärkere Liga geht", hielt er fest. "Ich freue mich auf die Liga und werde jedes Spiel sehen."

Nun komme es darauf an, der nachkommenden Reihe von Talenten wieder ein Umfeld zu bieten, das ihnen ermöglicht, sich in der Spitze zu etablieren. Nemsic verwies auf eine bereits dokumentierte "hervorragende" Nachwuchsarbeit. "Wir haben so wenige Legionäre wie schon lange nicht, unser Gentlemen's Agreement wird von den Vereinen akzeptiert und durchgezogen", sagte der HLA-Präsident. Auch heuer im Herbst soll es wieder Spiele der Nachwuchs-Nationalmannschaft in der Liga geben. "Wir führen diese Toptalente-Förderung weiter", versprach Generalsekretär Hausleitner.

Quelle: APA

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