Handball

Österreich unterlag Kroatien bei Handball-EM 23:27

Die heimischen Handball-Herren mussten sich Kroatien zum Start der EM-Hauptrunde mit 23:27 geschlagen geben.

Österreichs Kapitän Nikola Bilyk blieb zu oft in der kroatischen Defensive hängen und erzielte nur drei Tore. SN/gepa
Österreichs Kapitän Nikola Bilyk blieb zu oft in der kroatischen Defensive hängen und erzielte nur drei Tore.

Österreichs Handballern ist der Auftakt in die Hauptrunde der Dreiländer-EM missglückt. Nikola Bilyk und Co. mussten sich am Donnerstagabend in der Wiener Stadthalle den favorisierten Kroaten mit 23:27 (8:13) geschlagen geben. Aber auch bei ihrer ersten Niederlage im Turnierverlauf waren die Österreicher keineswegs chancenlos.

Das lag einmal mehr an Torhüter Thomas Eichberger, dem Teamchef Aleš Pajovič gegen Kroatien erneut den Vorzug gegenüber dem routinierteren Portugal-Legionär Thomas Bauer gab. Und der Grazer Bundesliga-Keeper zeigte von Beginn an, warum er plötzlich selbst als heiße Transferaktie gilt. In den ersten zehn Minuten hielt Eichberger die Hälfte aller Bälle, die von den kroatischen Scharfschützen auf seinen Kasten abgefeuert wurden. So lag Österreich nach der von Fehlern geprägten Anfangsphase sogar mit 4:3 voran − das sollte aber die einzige rot-weiß-rote Führung im gesamten Match bleiben.

Denn zehn Minuten ohne österreichischen Treffer ließen Kroatien auf 8:4 davonziehen. Bis zur Pause baute der zweifache Olympiasieger seinen Vorsprung noch auf 13:8 aus. Die heimischen Handballer haderten dagegen mit technischen Fehlern und Pech bei Alutreffern.

In der zweiten Hälfte konnte Österreich die Partie offener gestalten und hatte sieben Minuten vor Schluss die Riesenchance, auf 21:24 zu verkürzen. Doch der Salzburger Fabian Posch vergab freistehend am Kreis. Danach ließen die Kroaten nichts mehr anbrennen und fuhren einen ungefährdeten 27:23-Sieg ein.

"Es ist schade, dass wir verloren haben, aber wir haben die Kroaten lange geärgert", meinte Gerald Zeiner, mit vier Treffern diesmal Österreichs zweitbester Torschütze hinter Robert Weber. "Wir haben es in der ersten Hälfte ein bisschen vermasselt, da hatten wir einige Lattentreffer. Wir haben aber trotzdem nicht aufgehört zu kämpfen."

Nicht zu seiner bisherigen Form fand gegen Kroatien Nikola Biylk. Der Kapitän, der die EM-Torschützenliste nach der Vorrunde mit 28 Treffern angeführt hatte, blieb in der von Ex-Welthandballer Domagoj Duvnjak angeführten Defensive immer wieder früh hängen und erzielte letztlich nur drei Treffer. Janko Bozovic, der sogar nur zwei Mal netzte, meinte: "Kroatien ist eine Weltklassemannschaft. Aber wir sind schon selbst schuld. Wir haben die Chancen nicht reingemacht. Und wenn du so eine erste Hälfte spielst, dann reicht das nicht."

Österreichs Teamchef nahm die Niederlage relativ gelassen. "Das Ergebnis ist okay. Kroatien war Favorit, man hat gesehen, wie gut sie spielen. Ich denke, wir hatten in der ersten Hälfte ein bisschen zu viel Respekt. Die zweite Hälfte war besser, da waren wir in der Defensive kompakter", erklärte Pajovič, der aber sofort wieder nach vorne blickte: "Jetzt spielen wir gegen die Guten. Ich habe zu den Jungs gesagt, sie sollen das genießen. Sie müssen in den nächsten Spielen an sich glauben."

Österreich - Kroatien 23:27 (8:13). Wr. Stadthalle, 8.000 Zuschauer. Tore AUT: Weber 6, Zeiner 4, Bilyk 3, Bozovic, Posch je 2, Wöss, Dicker, Zivkovic, Wagner, Jochmann, Santos. Beste Werfer CRO: Horvat 6, Duvnjak, Cindric je 5, Stepanic, Mandic je 4.

Aufgerufen am 22.01.2020 um 07:03 auf https://www.sn.at/sport/mixed/handball-oesterreich-unterlag-kroatien-bei-handball-em-2327-82111684

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