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Hartberg überraschte auch LASK, Austria legte wieder nach

Im Rennen um den Einzug in die Meistergruppe der Fußball-Bundesliga hat sich das Feld zusammengezogen. Hartberg eroberte am Samstag mit einem 3:3 (2:2) beim Zweiten LASK einen unerwarteten Punkt. Die Austria verbesserte ihre Chance auf das Überwintern in den Top Sechs durch ein 2:0 (2:0) zu Hause gegen St. Pölten. Vier Zähler sind es nun, die den drittplatzierten SKN vom Sechsten Hartberg trennen.

Hartberg ergatterte Punkt in Linz SN/APA (Expa)/EXPA/REINHARD EISENBA
Hartberg ergatterte Punkt in Linz

In Pasching sprachen die Akteure von einem "verrückten Spiel", in dem die konterstarken Gäste drei ihrer insgesamt nur vier Chancen verwerteten - zweimal zum Ausgleich und einmal zur kurzzeitigen 3:2-Führung. "Diese Effizienz kann sich sehen lassen", betonte Hartbergs Flügelflitzer Florian Flecker, der mit zwei Toren und einem Assist der beste Mann auf dem Platz war. "Wir haben heute dreimal nicht aufgepasst und wurden dabei dreimal eiskalt ausgekontert", lautete der treffende Kommentar von Dominik Frieser, der mit seinen beiden Toren den LASK zweimal in Front gebracht hatte.

Die Gastgeber dominierten zwar von Beginn weg das Spiel, allerdings auch, weil der Aufsteiger seinen Matchplan so angelegt hatte. "Wir haben heute bewusst sehr defensiv gespielt und auf unser Umschaltspiel gesetzt", verriet Hartbergs Kapitän Siegfried Rasswalder. LASK-Coach Oliver Glasner war dementsprechend unzufrieden damit, wie schlecht seine Mannschaft bei Ballverlusten umgeschaltet hatte. "Es ist allerdings nicht so, dass wir prinzipiell konteranfällig sind. Wenn man einen Gegentor-Durchschnitt von einem Treffer hat wie wir jetzt nach 16 Runden, ist das außergewöhnlich gut", wiegelte der 44-Jährige aber ab.

Drei Tore hatte der LASK in dieser Saison bisher nur in den Spielen gegen Titelverteidiger Salzburg (1:3 auswärts/3:3 heim) zugelassen. Die Gäste blieben trotzdem am Boden. "Man muss die Kirche im Dorf lassen", sagte Hartberg-Schlussmann Florian Faist, der erst unmittelbar vor dem Match von seinem Einsatz anstelle des verletzten Stammgoalies Rene Swete erfahren hatte. Der 29-Jährige, der Diplomingenieur ist und auch beim Umbau des Hartberger Stadions maßgeblich beteiligt war, hatte mit seinen Glanzparaden großen Anteil am Punktgewinn.

Die Austria hält nach ihrem Erfolg erstmals seit zweieinhalb Monaten bei zwei Ligasiegen in Folge. Tore von Uros Matic (24.) und Florian Klein (42.) ließen Thomas Letsch an der Seitenlinie wieder durchatmen. Seine Mannschaft steigerte sich nach dem eher dürftigen 2:1 bei der Admira. Große Freude war in den Reihen der Violetten nach dem Sieg gegen die defensiv starken St. Pöltner jedoch nicht zu spüren. "Es war ein wichtiger Sieg, aber wir haben noch sehr wichtige Spiele vor uns", meinte Matic. Es gelte, sich Schritt für Schritt zu verbessern. Wichtig, so betonte der Serbe, werde es im kommenden Jahr werden.

Ein Pluspunkt für die Austria war sicher das Startelf-Comeback von Michael Madl. Der Abwehrchef sorgte im Spielaufbau für die nötigen Akzente, sein Austausch im Finish war eine Vorsichtsmaßnahme. Die Wade zwickt den ehemaligen England-Legionär weiter noch ein wenig. Madl ordnete das Spiel wie sein Teamkollege ein. "Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wir haben jetzt zwei Spiele gewonnen, das ist okay. Aber es war nichts Überragendes dabei", erklärte er.

Nicht überragend, aber zumindest optimistisch darf die Austrianer stimmen, dass Standardsituationen wieder eine Stärke geworden sind. Drei der letzten vier Tore fielen nach ruhenden Bällen. "Es freut uns, dass das greift", meinte Trainer Letsch. Wichtig werden könnte das Thema auch bei der kommenden Aufgabe. Nächsten Sonntag steht für die Favoritner die Reise nach Mattersburg an. Zum Herbstabschluss wartet dann das Derby gegen Rapid.

St. Pölten hat nun den Heimauftritt gegen Altach im Visier. Nach nur einem Sieg in den jüngsten sieben Ligaspielen, sechs davon unter der Leitung von Ranko Popovic, spüren die Niederösterreicher die Verfolger in der Tabelle näherrücken. Popovic sprach von einem "ein bisschen naiven" Auftritt in Wien. Viele Chancen der Austria habe er aber nicht gesehen, stellte er außerdem fest. Mit dem krankheitsbedingten Ausfall von Michael Ambichl habe auch ein zuletzt stark spielender Mann in der Abwehr gefehlt.

Festhalten wollen die St. Pöltner jedenfalls an ihrer Marschroute unter Popovic. Nur verteidigen und auf Konter hoffen, das soll beim SKN Geschichte sein. "Vom Spielerischen war es ein Schritt nach vorne. Wir bleiben dran und probieren, diese Linie durchzuziehen", sagte Verteidiger Daniel Drescher. Natürlich sollte dies schlussendlich auch mit Punkten einhergehen. Im Frühjahr oben mit dabei wäre St. Pölten nach dem Herbstverlauf schon gerne. "Wir müssen nicht über dem Strich sein. Aber in unserer Situation ist es so, dass wir das verteidigen wollen", meinte Drescher.

Quelle: APA

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