Mixed

Hosszu übertraf sich mit WM-Gold über 100 m Delfin selbst

Sieben auf einen Streich! Sieben Goldmedaillen eines Aktiven hatte es auf Kurzbahn-WM-Ebene noch nie gegeben, Katinka Hosszu brachte es in Windsor sogar auf so viele Einzel-Titel. Als unumschränkte Königin dieser Titelkämpfe verpasste sie persönlich den Gewinn der an die USA gegangenen Medaillenwertung nur um ein Gold, hielt Russland auf Distanz. Bemerkenswert war Hosszus Schlusspunkt am Sonntag.

Hosszu übertraf sich mit WM-Gold über 100 m Delfin selbst SN/APA (AFP/Getty)/Gregory Shamus
Sieben auf einen Streich für Katinka Hosszu.

Mit ihren Erfolgen im Laufe der vorangegangenen Tage über 100, 200 und 400 m Lagen, 100 und 200 m Rücken sowie 200 m Delfin war noch eher zu rechnen gewesen. Der finale Triumph der 27-Jährigen über 100 m Delfin war aber nicht "business as usual". Nie davor hatte Hosszu über diese Distanz eine internationale Medaille geholt, war vor einem Jahr nur EM-Fünfte. Diesmal schlug sie aber zu.

Ohne an diesem Tag - ganz ungewohnt - davor ein Rennen absolviert zu haben, legte die Olympiasiegerin alles in diesen Finallauf und fing die US-Amerikanerin Kelsi Worrell in 55,12 Sekunden auf den letzten Metern um 1/10 ab. Wieviel Hosszu die Eroberung auch dieser Strecke bedeutet, zeigte ihr Jubel. Ihr Gesamtkunstwerk in Kanada vollendeten Silber über 200 m Kraul und 50 m Rücken.

Angesichts dieser Bilanz musste sich Chad le Clos als erfolgreichster männlicher WM-Teilnehmer mit seinen drei Titeln über die Delfin-Strecken sowie Silber über 200 m Kraul fast verstecken. Beachtlich war seine Leistung fraglos doch, vor allem auch wegen des vom Südafrikaner fixierten einzigen Individualweltrekords (100 m Delfin) dieser im Zweijahresrhythmus durchgeführten Veranstaltung.

Erwähnenswert auch das Sieg-Comeback von Park Tae-hwan nach einer Dopingsperre und folgenden Querelen mit dem südkoreanischen Verband um das letztlich erhaltene Olympia-Startrecht. Der Kraulspezialist gewann über 200, 400 und 1.500 m in sehr starken Zeiten und erstaunte am Sonntag, als er keine Viertelstunde nach dem 1.500er über 100 m Kraul Bronze nur um 39/100 verpasste.

Aus österreichischer Sicht ragte Rang sechs von Lena Kreundl über 100 m Lagen hervor. Ihr da fixierter OSV-Rekord, deren zwei weitere durch Felix Auböck, fünf weitere persönliche Bestleistungen und drei nationale Juniorenrekorde durch Christopher Rothbauer zeigen, dass der Pfeil bei einigen nach oben zeigt. Bei einer Großveranstaltung so schnell wie noch nie zu schwimmen, ist ein Qualitätsmerkmal.

Außer bei Rothbauer ist auch bei Johannes Dietrich, Christina Nothdurfter und Caroline Pilhatsch zu berücksichtigen, dass es die erste WM-Teilnahme war. Jakub Maly steuerte im letzten Karriere-Jahr zwei "personal bests" bei, die auch damit spekulierende Birgit Koschischek blieb unter ihren Möglichkeiten. Der EM-Vierte Auböck bewies, dass auch nach seinem Wechsel in die USA weiter mit ihm zu rechnen ist.

Zweiter Saison-Höhepunkt werden die Langbahn-Weltmeisterschaften Ende Juli in Budapest sein, dann wohl wieder mit der diesmal erkrankt gewesenen Lisa Zaiser. "Natürlich ist es nur ein erster, kleiner Schritt", meinte OSV-Sportdirektor Dario Taraboi über die Windsor-Bilanz. "Aber es ist ein perfekter Impuls für die Langbahn-Saison. Es ist noch ein langer Weg, aber wir lernen gerade, ihn zu gehen."

Quelle: APA

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