Mixed

Hypo Tirol verlor durch Dopingfall fünf Punkte und Rang eins

Volleyball-Meister Hypo Tirol sind am Montag aufgrund eines Dopingfalls im Grunddurchgang der DenizBank Volley League fünf Punkte abgezogen worden. Die Innsbrucker gehen damit wohl nur als Nummer zwei in die Play-off-Phase. Auslöser war Stanozolol-Doping von Stanislaw Maslijew, der Russe wurde nach der positiven Probe in zwei Matches eingesetzt. Tirol ist nun einen Zähler hinter Aich/Dob Zweiter.

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Laut der Österreichischen Anti-Doping Rechtskommission (ÖADR) ist die Entscheidung vorbehaltlich allfälliger Einsprüche durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) oder den Internationalen Verband (FIVB) rechtskräftig, da alle Verfahrensparteien auf die Erhebung von Rechtsmitteln verzichtet haben. Als Schlussfolgerung des Kommentars zur Causa von ÖVV-Präsident Peter Kleinmann ist ein FIVB-Einspruch nicht ausgeschlossen: "International gibt es nur Sanktionen, wenn zumindest zwei Spieler gedopt waren."

Kleinmann akzeptierte das ÖADR-Urteil aber ebenso wie der Titelträger aus Tirol. "Wir haben auch auf einen Einspruch verzichtet. Nachvollziehbar ist der Punkteabzug für mich allerdings nicht", erklärte Club-Manager Hannes Kronthaler. Denn nur Maslijew und nicht auch der Verein sei am 25. November über die positive Probe und die daraus folgende Suspendierung in Kenntnis gesetzt worden. Maslijew hatte seinem Club nichts gesagt und ist an den beiden Tagen darauf in der Liga eingesetzt worden.

Es handelte sich um Tiroler Heimsiege gegen Salzburg und Amstetten, sechs Zähler wurden dabei geholt. "Hätten wir schon damals davon gewusst, wäre er in den beiden Spielen selbstverständlich auch nicht zum Einsatz gekommen", wurde Kronthaler in einer Aussendung weiter zitiert. Diese Meinung habe er auch in seiner Stellungnahme zum Verfahren abgegeben. Durch den Abzug liegt Tirol einen Zähler hinter dem neuen Leader Aich/Dob zurück.

Eine Runde ist vor dem Play-off noch zu spielen, der Erste hat in allen K.o.-Runden in einem eventuellen Entscheidungsmatch Heimrecht. Noch am Freitagabend hatte der Titelverteidiger mit einem 3:2-Heimsieg gegen die Kärntner Platz eins im Grunddurchgang fixiert gehabt. Die Topmannschaft nach 18 Runden hat den Vorteil, in der Semifinal- und bei Qualifikation auch der Finalserie in einem eventuell entscheidenden Match Heimvorteil zu haben. Diesen Bonus dürfte nun Aich/Dob einheimsen.

Denn dafür müssten die Tiroler am Samstag im Gastspiel bei SG VCA Amstetten NÖ/hotVolleys noch Boden wettmachen, Aich/Dob dürfte sich im Heimspiel gegen Klagenfurt einen Dreipunkter allerdings kaum entgehen lassen (alle Spiele 19.00 Uhr). Fix bleibt auf jeden Fall, dass beide Teams fix im Semifinale stehen. Waldviertel, Amstetten, Klagenfurt und Graz als Mannschaften auf den Plätzen drei bis sechs machen sich in Viertelfinalduellen die übrigen beiden Semifinalplätze untereinander aus.

Maslijew hatte Anfang Dezember nach öffentlicher Bekanntmachung des Falls angegeben, auf eigene Faust Medikamente genommen zu haben. Seither ist er nicht mehr Tirol-Spieler. Kleinmann meinte, es sei der erste Dopingfall in seiner 54-jährigen Volleyball-Laufbahn gewesen. "Und das ist eine Einzelaktion eines Verwirrten", sagte der Funktionär. "Stanozolol ist leicht nachweisbar, schwer gesundheitsschädlich. Wegen Stanozolol gewinnt man kein einziges Volleyball-Match. Das ist völlig absurd."

Quelle: APA

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