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IOC verlängerte im Doping-Skandal Maßnahmen gegen Russland

Das Internationale Olympische Komitee schränkt die Zusammenarbeit mit Russland wegen des Dopingskandals auch im nächsten Jahr ein. Noch vor der Veröffentlichung des zweiten Teils des McLaren-Reports der Welt-Anti-Doping-Agentur über betrügerische Machenschaften im russischen Sport am Freitag verlängerte das IOC seine im Juli verabschiedeten Maßnahmen.

IOC verlängerte im Doping-Skandal Maßnahmen gegen Russland SN/APA (KEYSTONE)/LAURENT GILLIERON
Der IOC traf die Entscheidung am Mittwoch in Lausanne.

Diese Entscheidung traf die IOC-Exekutive um Präsident Thomas Bach am Mittwoch in Lausanne. Von einem möglichen Komplett-Ausschluss der russischen Mannschaft bei den Winterspielen in Pyeongchang ist allerdings keine Rede.

So wird das IOC beispielsweise weiterhin keine Sportveranstaltungen in Russland organisieren. Dies hatte das IOC bereits nach der Veröffentlichung des ersten McLaren-Reports im Juli zu russischem Staatsdoping während der Winterspiele 2014 in Sotschi beschlossen. In diesem Zusammenhang hatte das IOC auch die Wintersportverbände aufgefordert, russische Austragungsorte für Weltcups oder Weltmeisterschaften möglichst an Veranstalter in anderen Ländern zu vergeben. Das IOC will die Nachtests aller Dopingproben russischer Athleten bei den Winterspielen 2014 in Sotschi vorantreiben, hieß es in einer Erklärung.

Das IOC betonte aber auch, dass die Beweise von McLaren geprüft und bewertet werden müssten. Zugleich müsse den Sportlern, dem russischen Sportministerium und allen verwickelten Personen auch das Recht auf eine Anhörung zugestanden werden. Nach Abschluss des Prozesses werde die IOC-Exekutive Maßnahmen ergreifen, wie etwa die Disqualifikation von Sportlern bei Olympischen Spielen oder den Ausschluss von verwickelten Personen und Funktionären.

Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Isinbajewa soll indes die laufenden Reformen von Russlands umstrittener Anti-Doping-Agentur (Rusada) überwachen. Die 34-Jährige wurde am Mittwoch in Moskau zur neuen Aufsichtsratsvorsitzenden berufen. "Der Kampf gegen Doping ist eine der wichtigsten Herausforderungen im internationalen Sport", sagte Isinbajewa nach ihrer Wahl.

Rusada-Chefin Anna Anzeliowitsch sprach von einer Richtungsentscheidung. "Mit einer so bekannten Sportlerin, die auch Mitglied der IOC-Athletenkommission ist, hoffen wir auf noch schnellere Reformen", sagte Anzeliowitsch der Agentur Tass zufolge.

Isinbajewa war wegen der Doping-Kollektivstrafe gegen russische Leichtathleten für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro gesperrt und hatte vor einigen Wochen ihre aktive Karriere beendet. Am Freitag steht ihr eine weitere Wahl bevor: Dann soll sie zur Vorsitzenden des russischen Leichtathletikverbands (WFLA) berufen werden.

Quelle: Apa/Dpa

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