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Jakob Pöltl tankte vor NBA-Debüt in der Heimat Kraft

Drei Monate bevor er als erster Österreicher in der Basketball-Profiliga NBA Geschichte schreiben wird, hat Jakob Pöltl ein letztes Mal durchgeschnauft. Für nicht einmal zwei Wochen befindet sich der 20-Jährige auf Heimaturlaub in Wien. "Ich bin froh darüber, dass ich noch ein bisschen abschalten kann", sagte Pöltl im Gespräch mit der APA.

Jakob Pöltl tankte vor NBA-Debüt in der Heimat Kraft SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Pöltl ist derzeit auf Heimaturlaub.

Am Wochenende geht es für den 2,13-m-Mann zurück nach Nordamerika. "Der August wird recht hektisch", meinte Pöltl. Auf dem Programm stehen quer über die USA verstreut Camps, in denen er sich mit anderen jungen NBA-Spielern messen wird. Dazu kommen sportmedizinische Tests und die sogenannte "Rookie Transition" in New York, ein verpflichtendes dreitägiges Seminar für Liganeulinge als Vorbereitung abseits des Courts.

Die eigentliche Saisonvorbereitung mit den Toronto Raptors beginnt im September. Ein Apartment hat Pöltl bereits in Aussicht, bezogen hat er es noch nicht. Zu hektisch waren die vergangenen Monate mit Draft und ersten Einsätzen in der NBA Summer League. Nach der "Preseason" folgt Ende Oktober der Saisonstart. "Es wird recht schnell gehen. Die drei Monate werden wegfliegen wie nichts", meinte Österreichs Hoffnungsträger.

Umso mehr genießt er den Heimaturlaub. "Ich schaue, dass ich ein bisschen runterkomme", sagte der Wiener. Dabei ist auch das Freizeitprogramm ein dichtes. "Ich schaue, dass ich die Freunde ein bisschen abklappere, dass ich alle wieder einmal ein bisschen sehe." Es ist sein einziger Urlaub im Jahr 2016. "Ich versuche, die paar Tage zu genießen. Alles geht sich nicht aus, aber ich versuche, so viel wie möglich hineinzuzwängen."

Basketball hatte in den zwei Wochen - im Gegensatz zu laufendem Krafttraining - keine Priorität. Falls es sich ausgeht, will Pöltl aber noch einmal mit einigen österreichischen Kollegen in die Halle gehen. "Das ist aber eher auf der lockeren Seite, um ein bisschen in Form zu bleiben", erklärte der künftige NBA-Star.

Mit dem Einstieg ins Profigeschäft hat sich für ihn einiges verändert. In den kommenden zwei Jahren wird er in Summe mehr als fünf Millionen Dollar (4,5 Mio. Euro) verdienen. Auch in der Heimat wird er immer öfter erkannt. "Hin und wieder ist es schon passiert, dass mich auf der Mariahilfer Straße jemand angeredet und um ein Foto gefragt hat", erzählte Pöltl, der im sechsten Wiener Gemeindebezirk aufgewachsen ist. Grundsätzlich habe er damit kein Problem - auch im Urlaub nicht. "Die Leute sagen ja nur kurz Hallo und fragen, ob wir ein Foto machen können. Das ist alles locker und nett."

Den Sommerplan hatte Pöltl von seinem neuen Arbeitgeber erst Anfang Juli erfahren. Das ÖBV-Nationalteam hatte darin - wie befürchtet - keinen Platz. Auch ein persönliches Treffen mit Neo-Teamchef Kestutis Kemzura ist sich nicht ausgegangen. "Aber ich habe nur Gutes gehört", betonte Pöltl.

Für künftige Einsätze in Rot-Weiß-Rot sieht er keineswegs schwarz. "Grundsätzlich ist kein NBA-Team ein großer Fan von Nationalteam-Spielen, aber sie können es dir auch nicht zu 100 Prozent verbieten", erklärte Pöltl. "Wie früh sie es erlauben, weiß ich aber nicht." Gerade junge Spieler wollen die NBA-Teams über den Sommer bei sich behalten, um sie nach ihren eigenen Vorstellungen zu trainieren.

Ein Faktor sind die Aufgaben, die mit dem ÖBV-Team anstehen, für das Pöltl im Vorjahr debütiert hat. "Wenn wir die EM-Quali schaffen und dann die EM spielen nächstes Jahr, ist es etwas anderes, als wenn wir nur Freundschaftsspiele bestreiten. Wenn ich auf diesem Niveau mitspiele, bringt das den Raptors auch etwas. Das kann man ihnen dann auch besser verkaufen."

Die Chancen auf eine EM-Teilnahme 2017 sind laut Pöltl trotz schwerer Gruppe vorhanden. Die Österreicher treffen in der Quali bis Mitte September auf Deutschland, die Niederlande und Dänemark. Das Team ist seit Sonntag in St. Pölten zusammengezogen. "Ich traue ihnen schon einiges zu", sagte der Center. "Vor zwei Jahren waren sie auch in einer wirklich schweren Gruppe schon sehr knapp dran."

Eine Teilnahme am Kontinentalturnier - es wäre die erste für Österreich nach 40 Jahren - wäre auch für den künftigen NBA-Profi ein Höhepunkt. Pöltl: "Wenn wir uns für die EM qualifizieren, wäre das ein Traum. Vielleicht bekomme ich dann doch noch die Möglichkeit, zu spielen. Wenn sich das ausgeht, wäre das eine wirklich geile Sache."

Quelle: APA

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