Mixed

Kaltstart der ÖSV-Damen in Sölden: "Viele Fragezeichen"

Nicht nur bei Österreichs Ski-Damen steht in Sölden die Ungewissheit mit am Start. Vor dem traditionellen Weltcup-Auftakt am Samstag (10.00/13.00 Uhr, live ORF eins) auf dem Rettenbachgletscher fühlen sich die Ski-Asse zwar gut gerüstet, gehen aber mit vielen Fragezeichen ins Rennen. Die Favoritinnen sind alte Bekannte, mit Mikaela Shiffrin gehört die Topanwärterin auf den Gesamtweltcup dazu.

Brunner wurde in den vergangenen beiden Jahren in Sölden Vierte SN/APA (AFP)/CHRISTOF STACHE
Brunner wurde in den vergangenen beiden Jahren in Sölden Vierte

ÖSV-Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum gibt sich vor der Saisonpremiere keinen Illusionen hin. "Im Riesentorlauf hat es uns in der Vergangenheit mit prominenten Rücktritten und Verletzungen ärger erwischt, da sind wir sicher noch ein bisserl weiter hinten." Der Tiroler hat sich daher nach der podestlosen Vorsaison auch für Sölden noch "keine Gedanken über das Stockerl" gemacht.

Natürlich geht es auf über 3.000 Höhenmetern um den Sieg und Topplatzierungen. Nach Monaten des Trainierens sehen die Athletinnen am eisigen Hang aber auch, wo sie im Vergleich zur Konkurrenz stehen. Kriechbaum: "Bei uns gibt es viele Fragezeichen. Das Topfragezeichen ist, wie eine Brunner Stephanie schon reüssieren kann."

Brunner, die in den vergangenen beiden Jahren in Sölden jeweils als Vierte knapp am Podium vorbei gefahren ist, müsse nämlich erst wieder "da hin kommen, wo sie vor der Verletzung war". In Zahlen bedeutet das Gesamtrang sechs im RTL-Weltcup 2017/18. Die 24-jährige Tirolerin konnte nach einem erst im März erlittenen Kreuzband- und Meniskusriss zwar nur eingeschränkt trainieren, entschied sich aber für einen Start beim Heimrennen. "Ich bin da schon zweimal gut gefahren, das gibt mir noch einmal mehr Sicherheit, wie ich da agieren muss. Ich fühle mich bereit, das Knie macht keine Probleme."

Die Knie spielen auch bei Anna Veith wieder mit. Die Salzburgerin geht nach einem guten und verletzungsfreien Trainingssommer topfit in die Saison und will möglichst schon in Sölden den Schalter auf Rennbetrieb umlegen. "Es ist immer das Schwierige, wenn man nur trainiert, dann wieder wirklich rennzufahren und das Letzte herauszukitzeln. Wo ich genau stehe, da habe ich selber noch keine Ahnung."

Kriechbaum sieht die zweifache Gesamtweltcupsiegerin auf dem richtigen Weg zurück an die Weltspitze. "Sie arbeitet dafür sehr hart und ich bin überzeugt davon, dass sie das früher oder später wieder erreichen kann. Für den Sieg wird es (in Sölden, Anm.) vielleicht nicht reichen. Aber sie ist am Sprung zu ihrer alten Stärke."

Wenn der Cheftrainer über die letzten Trainingseindrücke spricht, fällt ein Name oft zuerst: Ricarda Haaser. Die 25-Jährige sei gut in Form, bei zwei guten Läufen sei auch eine Topplatzierung möglich. Haaser: "Ich habe an meiner Konstanz gearbeitet. Ich denke, ich habe noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht."

Die Favoritenrollen sind auch heuer an die internationale Konkurrenz vergeben. Neben der französischen Olympiasiegerin Tessa Worley zählt dazu gewiss Gesamtsiegerin Mikaela Shiffrin, Sölden-Siegerin von 2014. Die US-Amerikanerin schickte nach einem "guten Sommer" bereits eine Kampfansage: "Ich bin bereit für den Winter."

Zum engsten Anwärterkreis gehört freilich auch Disziplinen-Titelverteidigerin Viktoria Rebensburg. Die Deutsche gewann den Saisonauftakt im Vorjahr. "Ich weiß, dass ich auf der Piste immer ganz gute Ergebnisse hatte und auch ganz gut zurechtkomme. Das sind schöne Erinnerungen, aber das bringt mir für Samstag null Komma null."

Auf Kriechbaums Liste steht auch der Name Ragnhild Mowinckel ganz oben. Die Norwegerin hat nach Olympia-Silber und ihrem ersten Weltcup-Sieg Lust auf mehr. "Ich habe im Vorjahr meinen ersten Sieg gefeiert, natürlich soll das nicht der letzte gewesen sein." Die Schweizerin Lara Gut, die Sölden-Siegerin 2016, sieht ihren Riesentorlauf-Schwung hingegen noch als "ein bisschen eine Baustelle". "Es ist noch nicht so automatisiert, wie es in anderen Momenten meiner Karriere war."

Nach intensiven Trainingsmonaten brennen die Athletinnen auf den sportlichen Vergleich. "Die Fragezeichen im Kopf sind wieder da. Jeder ist natürlich dementsprechend angespannt, deshalb ist es immer ein besonderes Rennen", bemerkte Rebensburg. "Die Vorfreude ist da, das steht im Vordergrund."

Das elfköpfige ÖSV-Aufgebot der Damen für den Weltcup-Auftakt in Sölden: Eva-Maria Brem, Stephanie Brunner, Franziska Gritsch, Ricarda Haaser, Katharina Liensberger, Nina Ortlieb, Stephanie Resch, Julia Scheib, Bernadette Schild, Katharina Truppe, Anna Veith.

Quelle: APA

Aufgerufen am 17.11.2018 um 10:38 auf https://www.sn.at/sport/mixed/kaltstart-der-oesv-damen-in-soelden-viele-fragezeichen-59408320

Kommentare

Schlagzeilen