Mixed

Kein Ausschluss für Russlands Biathleten

Russlands Biathleten sind im Zuge des Skandals um mutmaßliches Staatsdoping vorerst um einen Komplettausschluss herumgekommen. Der Weltverband IBU vermied nach einer Vorstandssitzung in Antholz diese drastische Strafe, eröffnete aber gegen den russischen Verband ein formelles Verfahren. Die IBU stellte zudem 22 der 29 bisher laufenden Verfahren gegen russische Skijäger aus Mangel an Beweisen ein.

Gedopt oder nicht gedopt?.  SN/APA (Archiv/Hochmuth)/Georg Hoch
Gedopt oder nicht gedopt?.

Nur noch gegen sieben Skijäger wird weiter ermittelt, wie IBU-Präsident Anders Besseberg sagte. "Es liegt ein großes Problem auf unserem Tisch, aber wir müssen die Athleten auch schützen, so lange wir keine Beweise haben", sagte der Norweger am Samstagabend auf einer Pressekonferenz.

Russlands Verband RBU muss nun bis zum 5. Februar in einem Bericht erläutern, welche Rolle er im Skandal um das mutmaßliche Staatsdoping gespielt hat und Stellung in Bezug auf die sieben Sportler nehmen. Vor dem ersten WM-Rennen am 9. Februar in Hochfilzen soll es dann eine weitere Vorstandssitzung geben. Dort soll die RBU-Stellungnahme ausgewertet und über weitere Maßnahmen entschieden werden. Auch ein außerordentlicher Kongress steht zur Debatte.

Auf diesem könnte der Weltverband dann die von den Athleten geforderten tiefgreifenden Regeländerungen umsetzen. In einem von 170 Athleten unterschriebenen Brief hatten sie Sperren von bis zu acht Jahren, die Wegnahme von Startplätzen und deutlich höhere Geldstrafen gefordert. "Wir nehmen die Anliegen der Sportler sehr ernst", sagte Besseberg. Der nächste ordentliche Kongress würde erst 2018 stattfinden. Das wäre den Athleten aber nicht früh genug. Sie drängen auf schnelle Änderungen.

Im IBU-Vorstand hatte es am Samstag wohl zuvor Diskussionen gegeben. Einige Funktionären wollten wohl härtere Sanktionen durchsetzen. "Wir können aber nur Sperren aussprechen, wenn wir stichfeste Beweise haben und das ist nicht so einfach", sagte IBU-Generalsekretärin Nicole Resch. Die Ausrichtung des Weltcups in Tjumen und der Junioren-WM hatten die Russen schon im Dezember von sich aus zurückgegeben.

Im zweiten McLaren-Report um mutmaßliches Staatsdoping bei den Olympischen Spielen 2014 waren insgesamt 31 russische Skijäger genannt worden. Im Dezember war die zuvor bereits zurückgetretene Olga Wiluchina und Jana Romanowa von der IBU vorläufig gesperrt worden.

Quelle: Apa/Dpa

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