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Keine Meister in Österreichs Volleyball-Bundesligen

In den aufgrund des Coronavirus abgebrochenen österreichischen Meisterschaften der Volley League der Damen und Herren wird es in dieser Saison keine Meister, allerdings einen Endstand geben. Dieser wird für die Vergabe der Startplätze im Europacup und der mitteleuropäischen MEVZA-Liga 2020/21 herangezogen. Das beschloss der Vorstand des Österreichischen Volleyballverbandes (ÖVV) am Freitag.

Dass es aufgrund der außergewöhnlichen Situation keinen Absteiger gibt, stand bereits mit Abbruch der Ligen fest. Da es zu keinen Play-offs kam, wird auch der Titel "Staatsmeister" nicht vergeben, stattdessen gibt es in den beiden höchsten Spielklassen einen "Rang 1", der an die beiden Vorjahresmeister SK Zadruga Aich/Dob (Männer) und ASKÖ Linz/Steg (Frauen) geht. Bei den Herren ergibt sich das Ranking aus den Endplatzierungen in den Setzrunden, bei den Damen nach dem Endstand des Grunddurchgangs.

Laut einer Verbandsmitteilung wurden die Meldefristen für die kommende Saison verlängert. Für Vereine der 2. Bundesliga mit Aufstiegsambitionen sei bei Erfüllung der formalen Kriterien der Aufstieg möglich, die Teilnehmerzahl sei in beiden Denizbank-Ligen aber auf zehn Teams begrenzt.

Wunschlos glücklich waren die beiden Rang-Ersten der abgebrochenen Volleyball-Saison mit der Verbands-Entscheidung nicht. Die Führungsriege von Damen-Meister Linz/Steg sieht sich selbst als "Double-Sieger" und Aich/Dob-Sportdirektor Martin Micheu meinte, man fühle sich "natürlich ganz klar als Meister" dieser Saison.

Grundsätzliches Verständnis klang teilweise ebenfalls durch. "Das war sicher keine leichte Entscheidung. Am Ende ist es halt ein Kompromiss geworden", sagte Linz/Steg-Manager Andreas Andretsch.

Die Meisterschaft beendet, erwartet Micheu nun einen "Kampf ums sportliche Überleben" im österreichischen Volleyball. Durch den Wegfall der einnahmenstarken Play-offs seien die Kärntner mit dem Verlust einer hohen fünfstelligen Summe konfrontiert, die Kaderplanung ist gestoppt. Es gäbe keine Rücklagen. "Ich hoffe, dass bei uns wenigstens die Heimsponsoren an Bord bleiben."

Ohne politische Finanzhilfe würden viele Clubs im heimischen Volleyball, Basketball und Handball die Corona-Krise nur schwer überstehen, meinte Aich/Dobs Sportchef. "Ich erwarte mir diesbezüglich aber keine Gerechtigkeit, die hat es nie gegeben. Die größten Summen werden wie immer in den Fußball fließen", sagte Micheu zur APA.

Endstände Denizbank Volley League:

Frauen: 1. ASKÖ Linz/Steg - 2. UVC Graz - 3. SG NÖ Sokol/Post

Männer: 1. SK Aich/Dob - 2. UVC Graz - 3. Union Waldviertel

Quelle: APA

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