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Ketema läuft in Wien österreichischen Marathonrekord

Vincent Kipchumba aus Kenia hat am Sonntag den Vienna City Marathon gewonnen. Lemawork Ketema verbesserte in 2:10:44 Stunden den österreichischen Rekord.

Die österreichischen Topläufer nützten die optimalen Bedingungen mit angenehmen Temperaturen ideal für sich. Der für SVS Leichtathletik startende Ketema verbesserte als Elfter die zehn Jahre alte österreichische Marathon-Bestleistung von Günther Weidlinger um drei Sekunden. Er hat damit frühzeitig das Limit für Olympia 2020 in Tokio verbessert.

"Es war unglaublich und schön. Das Wetter war gut. Ich bin glücklich. In dieser Atmosphäre zu laufen, war wunderbar. Ich wusste, wenn das Wetter passt, ist der Rekord drin." Ketema war sogar seinen Tempomachern zu schnell, sie gaben früher als geplant auf. Dazu hatte er Probleme mit der Verpflegung, als Trinkflaschen verschwunden waren. Nicht nur deshalb sieht sein Trainer Harald Fritz noch viel Luft nach oben: "2:07 sind möglich."

Der Oberösterreicher Valentin Pfeil stellte in 2:12:55 eine persönliche Rekordzeit auf und ist der fünftschnellste Österreicher der Geschichte auf der Marathondistanz. "Es ist unglaublich, mit so einem positiven Ergebnis aufwarten zu können. Der Marathon und das Training können sehr zäh sein, umso mehr freut es mich, diesen Schritt nach vorne gemacht zu haben", sagte der 30-Jährige, der mit einem elfwöchigen Trainingslager in Neuseeland offenbar alles richtig gemacht hatte. "Insgeheim habe ich mir das auch schon letztes Jahr erhofft. Heute ist es endlich aufgegangen."

Peter Herzog aus Salzburg ging das Rennen in hohem Tempo an, am Ende verfehlte er seine eigene Bestmarke in 2:16:16 um 47 Sekunden. Der Saalfeldner zeigte sich enttäuscht: "Die Bedingungen wären großartig gewesen, letztlich waren es viele kleine Dinge in der Vorbereitung, die nicht optimal waren." Während des Marathons kamen Herzog dann noch die Tempomacher abhanden, er war ab der Hälfte allein unterwegs. Er selbst sah darin nicht das große Problem, sein Trainer Peter Bründl meinte: "Wenn du einsam und allein rennen musst, bist derschossen." Herzog ergänzte: "Die Leistungen meiner Teamkollegen motivieren mich. Ich weiß, dass ich das auch drauf habe."

Die weitere Planung für dieses Jahr ist beim Heeressportler offen. Einige Wochen Regeneration stehen an. Dann wollen Herzog und Bründl entscheiden, ob ein schneller Marathon in Berlin oder Frankfurt angegangen wird oder doch die WM in Doha.

Die stärkste Vorstellung des Marathons liefert aber die schnellste Frau. Die 39-jährige Nancy Kiprop aus Kenia unterbot bei ihrem dritten Wien-Sieg in 2:22:12 den 19 Jahre alten Streckenrekord. Die alte Bestmarke lag bei 2:23:47, aufgestellt von der Italienerin Maura Viceconte. Die Kärntnerin Eva Wutti war in persönlicher Bestzeit von 2:34:12 als Sechste beste Österreicherin.

Die Live-Ergebnisse auf der VCM-Homepage

18 Trucks transportierten Läufer-Garderobe

Trotz relativ kühler Temperaturen blieb von den bereitgestellten 145.000 Litern Mineralwasser und Iso-Getränken nicht viel übrig bleiben. Das ist nur eine der beeindruckenden Zahlen rund um den Marathon.

Start bei der UNO-City, Ziel beim Burgtheater am Ring - allein die Streckenführung erfordert einigen Aufwand. Das Gepäck der Athleten wird mit 18 Lkw-Zügen transportiert, wobei jede Minute Verzögerung zu viel ist, wie Veranstaltungs-Chef Wolfgang Konrad erklärt: "Wenn der Transport zu lange dauern würde, kämen uns in Zielnähe die ersten Läufer in die Quere."

Der Transport ist nur eine der vielen Herausforderungen für das Veranstalter-Team. Bis zu 2000 Personen sind als Helfer bei der Verpflegung, Security, Läuferbetreuung etc. im Einsatz. In Zielnähe beim Rathaus steht fürs Marathon-Wochenende eine Zeltstadt, in der Partnerfirmen und Gastronomie keine Wünsche offen lassen. "Das bringt uns auch wieder viele Läufer, weil die Partner selbst Athleten aus ihren Betrieben ins Rennen schicken", erklärt Konrad.

Insgesamt sind 95 Behörden und Institutionen mit dem Marathon befasst. Das Verkehrskonzept sieht 300 Einzelmaßahmen vor. Um die mehreren 100.000 Zuschauer an der Strecke zu informieren, waren 17 Moderatoren im Einsatz. Der ORF übertrug viereinhalb Stunden lang. 350 Sanitäter und acht Notärzte standen für gestrauchelte und erschöpfte Sportler bereit.

Selbst die U-Bahn passte ihren Rhythmus an den Marathon an. Weil tausende Läufer in kurzer Zeit zum Start nach Kaisermühlen kommen, hielten die Züge an zwei Stationen jeweils versetzt. "Andernfalls wären zu viele Menschen auf den Bahnsteigen", erklärt Wolfgang Konrad.

Die Stadt Wien freut sich über 127.00 Nächtigungen allein durch die Marathonteilnehmer und ihre Begleitung. Die Lauftouristen lassen rund 25 Millionen Euro in der Stadt. Und dass alles zusammen viele Menschen interessiert, belegen 26 Millionen Zugriffe auf die VCM-Seite www.vienna-marathon.com am Renntag sowie eine Million Serveranfragen auf die VCM Smartphone App.

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